Geständnis

Ich mag keine Spielsachen, welche beim schlichten Anfassen (sprich: Aufräumen) Töne/Melodien/Geräusche von sich geben.

Und weil sich Eltern heutzutage so leicht ein schlechtes Gewissen einreden lassen ergänze ich: Nein, bei uns gibt es nicht nur einer bestimmten pädagogischen Richtung entsprechendes Spielzeug aus nachwachsenden und/oder kompostierbaren Materialen. Genau darum, weiß ich ja, wovon ich spreche.

Und ja, ich weiß auch, wie es sich anfühlt, wenn man CO2, Wasser, Plastik und dergeleichen (viel) mehr in die Rechnung aufnimmt und die bloße Existenz als eine Minuszahl als Ergebnis aufscheint. An einem bestimmten Punkt richtet sich aber mein Trotz auf. Ich bin Trotz-dem hier. Ich lebe Trotz-dem gerne. Und leicht! Und in Freude!

So take it (the sound) and go on!

Ich vermute ganz stark, es geht um etwas ganz anderes!

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Flügge Gedanken

Wen interessiert, ob sie küssen kann?
Sie kann durch die Wolken sehen.

Tja, Davis, da staunst du! Dass dem, der so gerne zitiert, nun die Worte entliehen werden.

Ein wenig gibt mir zu denken, dass Teenager bzw. junge Erwachsene so viel tiefgründiger sind, als ich. Liegt es an dem Alltagstrott der Erwachsenen? Dass sie so viele Muss‘ und Solls in ihren Tag packen, dass sie mit einer halbfertigen To-Do-Liste ins Bett fallen und sich dadurch… was? wichtig fühlen? Wobei es auch ältere Ausnahmen gibt. John Green zum Beispiel.

Ich vergesse zu fragen oder gelegentlich auch auf die Antwort zu hören, darum gibt es für mein inneres Tempo einen einfachen Test. Ich lese Poesie und ob sie bei mir ankommt oder mir wie Weißes Rauschen erscheint, sagt mir einiges. Domig und Rilke werden bevorzugt.

Derzeitiges Motto: Nur lesen, was mir daran Spaß vermittelt, ich selbst zu sein.

 

John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken.

 

 

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Ich hätte gern von anderen, was ich brauche…

Da werden einmal Räder angehalten, die als unanhaltbar angesehen wurden; Zeit wäre als Geschenk für viele (beileibe nicht alle) derzeit greifbar.

Und was machen wir?

Wir suchen neue Schwungräder und schieben und ziehen, um nur ja nicht das Gefühl zu verlieren, dass vierundzwanzig Stunden für einen Tag zu wenig sind.

Noch nie habe ich so viele Nachrichten/Videos/Audiofiles innerhalb einer Woche geschickt bekommen. Nicht nur eine WhatsApp-Gruppe sieht von ihrem ursprünglichen Verbindungsgrund ab und ich bekomme von bekannten und unbekannten Menschen Dinge geteilt, die dafür reichen, fünfzig Personen mit je einer eigenen Ansicht auszustatten.

Mir ist das zu viel. Ich merke, dass ich mich tatsächlich auf diese Extraportion Ausnahmezustand à la Zeitfüretwas,wassonstimAlltaguntergeht, gefreut habe.

Und ich frage mich: Warum gefreut habe? Warum brauche ich überhaupt einen äußeren Grund dafür?

Offenbar hege ich das Bedürfnis, gewissen Dingen und Handlungen weniger (oder mehr – je nach Perspektive) Raum zu geben. Also mache ich das. Und die Verantwortung liegt prächtiger Weise (auch das ist Ansichtssache 😉 ) in meiner Hand.

Und so fordere ich nicht von anderen oder irgendwelchen universellen Kräften, was ich brauche, sondern ich handle so, wie es mir entspricht. Schließlich wird Selbstverantwortung schon immer groß geschrieben.

 

 

 

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Bei der Erdmutter (2/6)

Dem Korn, das in der Erde ruhte,

Entsteigt der Keim, des Stengels Schaft.

Ich nährte ihn mit meinem Blute,

Ich treibe ihn mit meiner Kraft.

(Marie Luise Kaschnitz)

 

 

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Hingabe an das Werden und Vergehen

Garten

Obwohl oder gerade weil der Schnee alles zudeckt und ich mich ausschließlich gedanklich mit dem Garten beschäftigen kann, war es so schön, sich mit Marlene in den Garten zu setzen. Analogien Raum nehmen zu lassen, Erkenntnisse wachsen sehen, vermeintlich Greifbares sich auflösen spüren, im Frieden sein und gleichzeitig von der Tatkraft geschüttelt zu werden.

Sehr ansprechend fand ich diese ihre Worte:

Wir umhegen und pflegen nur das Wunderbare. – was für ein Satz! Das möchte ich tatsächlich von meinem Garten lernen: dass alle Niederlagen Teil eines Ganzen sind, ein Teil von Wachsen und Welken. Und dass ich manchmal die Rückseite, also das Wachsen, gar nicht sehe, sondern nur das Welken beobachte und denke, das sei die einzige Weise, es anzuschauen.

Worauf wir unseren Blick werfen, das nehmen wir als wahr. Wie oft hinterfragen wir unsere Schlussfolgerungen? Unsere Be-Wertungen von Menschen, der Welt als Ganzem? Könnte man den Schein der Taschenlampe auch auf etwas anderes richten? Was würde das mit meinem Weltbild machen? Warum glaube ich eines lieber als das andere?

Es war ein wertvolles Sitzen. Danke, Marlene!

 

Marlene Fritsch: Mein grünes Glück. Vom Garten fürs Leben lernen.

 

 

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Ein Herz ist zum Schlagen da

Spanien, Frankreich, Chile, Venezuela, Chile

Die Art und Weise einer Erzählung kann sowohl Nähe wie auch Distanz erzeugen. Thema und persönliche Vorliebe mögen ausschlaggebend dafür sein. Ich bemerkte auf dieser Reise, dass ich in der letzten Zeit sehr viel Intimität erleben durfte, denn Viktor Dalmau war von geradezu verblüffender Zurückhaltung. Dass ausgerechnet eine Person wie er ein Leben lebt (und er lebt tatsächlich – gerade weil er es für andere tut), das einen jungen Mann dazu bringt, sich diesen Namen auf die Brust tätowieren zu lassen, schien mir grotesk. Zu Beginn. Je besser ich ihn kennenlernte, desto klarer wurde für mich, dass Zurückhaltung nicht automatisch Distanz bedeutet. Seine Geschichte und die bewegten Stationen seines Lebens haben mich im Gegenteil sehr berührt. Durch Bürgerkrieg, Flucht und Exil (und das fast mit Wiederholung) leitet ihn das Mitgefühl, die Ehre, seine aufrechte, klare Haltung und – mit jedem Jahr mehr – die Liebe. Ich hätte ihn gern als meinen Nachbarn. Wir würden uns wunderbar in Ruhe lassen und dennoch einander zugeneigt sein.

 

Isabel Allende: Dieser weite Weg

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Bei der Erdmutter (1/6)

In mir beginnen alle Pfade

Und münden wieder in mich ein.

Ihr sollt am nächtlichen Gestade

Für eine Zeit wie schlafend sein.

(Marie Luise Kaschnitz)

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Vom Unbeschreibbaren und essentiellen Erkenntnissen

Der Aufhänger für die letzten Beiträge waren meine gelesenen Reisen. Weit bin ich ja noch nicht gekommen. Und überhaupt: Wo war ich in den Wochen seither?

Ich habe mich in Europa und Amerika getummelt und dabei etliche Erkundungen unternommen. Selbiges mit Claire und Jamie und wer sie kennt, der weiß alles. Wer die Highland-Saga nur vom Fernsehen kennt, ahnt ein bisschen und den anderen kann ich es nicht beschreiben. Auf den objektiven Punkt gebracht handelt es sich um eine acht (bzw. neun in englisch) bändige Serie mit jeweils 1000 Seiten+. Anfangs ging ich ja von drei Bänden aus und habe mich darauf eingelassen. Dass es dann mehr war und ich nicht aufhören konnte/wollte, bedeutet, dass ich überall und in fast jeder freien Minute gelesen habe. Anders schafft man so ein Pensum nicht und das ist auch der Grund, warum ich nach einer mehrbändigen Lesereise immer froh bin, wenn ich wieder Boden unter die Füße bekomme. Ein Teil meines Hirns bleibt nämlich für die Dauer der Reise stets in der Geschichte und das ist schön und anstrengend zugleich. Meine Söhne mögen es mir verzeihen und ich werde versuchen mich daran zu erinnern, wenn sie mir auch erst beim fünften Mal Rufen ihr Ohr leihen.

Wobei wir schon bei meiner aktuellen Station sind. Wieder Deutschland. Ausschlaggebend war die Frage: Wie in aller Welt gehe ich mit diesen speziellen Ausdrucksweisen meines Sohnes um? Und noch dringender: Was mache ich mit den Seiten von mir, die das hervorruft? Ich kenne mich zuweilen selbst nicht mehr, stecke bis über die Ohren in Altlasten oder ich wundere mich einfach nur noch (Kurs in Wundern also frei Haus!). Danielle und Katja haben Erfahrung und geben diese gerne weiter. Ich mag den Austausch mit ihnen und ich lache sehr gerne, wenn ich erkenne: So einzigartig wie man gerne meint, ist man gar nicht. Und es gab auch das erleichterte Aufatmen, wenn ich erkennen durfte, dass es erzieherische Baustellen gibt, die mich nicht betreffen *dreimalaufholzgeklopft*.

Es hilft mir tatsächlich, die Perspektive durch ihre Anregungen zu ändern und an mir und meinem Sohn wiederum neue Seiten zu erkennen. Was es nicht ist – und ich zum Glück nicht erwartet habe – ist eine völlige „Heilung“ oder Änderung hin zu Sommersonnesonnenschein all over. In solchen Momenten, wenn ich im Nachhinein bemerke, da ist noch Platz für Alternativen, merke ich deutlich eines: Sind meine Speicher leer, nützt alles Verständnis nichts. Dann ist da meine Grenze und wer darüber geht, der bekommt die Zähne gezeigt. Somit danke ich den beiden Frauen für ihre Anregungen zu wertschätzender und bedürfnisorientierter Erziehung und halte für mich fest: Selbstfürsorge ist der Schlüssel!

 

Outlander von Diana Gabaldon

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Der entspannte Weg durch Trotzphasen von Danielle Graf und Katja Seide

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Kreativität ist alles

Und wenn Kreativität nicht alles alles ist, dann zumindest sehr viel.

Da reißen Nervenstränge, Tonlagen werden angesteuert, die man noch nicht kannte, Emotionen gleichen einem Sommergewitter (immerhin das kann ich sagen, dass sie auch schnell wieder vorbei sind), man tut, was man nicht erwartet hatte jemals zu tun.

Kurzum: Kindererziehung. Oder: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen die von kleinen Menschen mit einer Vehemenz ignoriert werden, die man für Gehaltsverhandlungen gut brauchen könnte.

Und die eine (?!) Lösung lautet außerhalb der gewohnten Pfade (bzw. Autobahnen) zu denken UND zu handeln.

Das hätte mir auch selbst einfallen können. So wirklich auf diesen Gedanken gestoßen hat mich allerdings Hanna. Und Sigrun. Und Barbara. Es war also ein Quartetttreffen. Mit einer Zauberin (Hanna), einer Entdeckerin (Sigrun sagt gern Sowas!), einer Kritzlerin (Barbara) und mir. Mit den drei Frauen tauche ich ein in eine liebevolle Welt des Durcheinanders. Wo einer allein sein will und der andere Angst im Dunkeln hat. Wie geht das zusammen? Mitdenken ist erlaubt bis gefragt – und doch. Wer das denken (UND handeln) in Trampelpfaden noch nicht gewohnt ist, bekommt für den Anfang einen kleinen Schubser in Richtung Möglichkeiten. Einen sehr liebevollen Schubser.

Unter dem Tisch saß bei dem Treffen mein Sohnemann und der mag die drei Frauen auch. Sehr. Auf die eigenen Ideen ist er dabei besonders stolz.

Mein Fazit: Kreativität ist in der Kindererziehung alles. Ach, bleiben wir offen. Sagen wir: Kreativität ist in der Kindererziehung sehr viel.

 

Was brauchst du? Mit der Giraffensprache und Gewaltfreier Kommunikation Konflikte kindgerecht lösen. (SOWAS!) – Hanna Grubhofer, Sigrun Eder, Barbara Weingartshofer

 

 

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Penelope

Penelope und ich laufen uns über den Weg. Das ist schön und dumm zugleich. Dumm nämlich, weil ich so schon zu Beginn meiner Weltreise die eigenen Regeln breche.

Gleichzeitig habe ich in den letzten Jahren eines gelernt: Dass ich wählen kann. Dass ich mir aussuchen kann, die eigenen Regeln zu ignorieren. Vielleicht ist Regel Nummer acht, dass Regeln nicht in Stein gemeißelt sind. Das geflügelte Wort dazu lautet: Ich bin ein Mädchen, ich darf meine Meinung ändern.

Wobei ich sage, es kann genauso gut heißen: Ich bin ein Junge, ich darf meine Meinung ändern. Wie heißt es doch? Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Das ist eine andere Art desselben. Für alle.

Kurz: Wahl haben, Meinung ändern, Penelope.

Ich habe Verständnis dafür, dass es graue Mäuse gibt. Ich weiß, was dazu führen kann, dass man sich manchmal einfach zurückziehen muss – auf die eine oder andere Weise. Und als eine solche habe ich Penelope damals kennengelernt.

Man darf über mich wissen: Manchmal lache ich zu den unmöglichsten Zeiten. Wenn mir jemand von seinen täglichen Kämpfen erzählt, ist mir mitunter nur noch zum Lachen, obwohl vordergründig nichts Humoriges an der Situation haftet. Aber wie aus Penelope, der Königin der grauen Pelznager, jemand wird, der plötzlich in einem Mordfall steckt, da habe ich mich wahrlich auf dem Boden gekugelt. Diese Story war eine Ausnahme von meinen Regeln wert.

 

Solange es Schmetterlinge gibt – Hanni Münzer

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