Bereit für das Unerwartete

Österreich, Europa

Mehrmals bin ich versucht, während des Vortrages aufzustehen. Ja, doch! Ich habe es verstanden. Individualität ist die Lösung, Durchschnitt in etwa so, als ob man immer nur in eine Ecke schaut, obwohl der Ball aus allen Richtungen kommen kann.

Was mich bei der Stange hält, ist Herr Hengstschläger persönlich. Er schafft es, bunt, packend und verständlich zu sprechen. Seine Beispiele sind einprägsam und nachvollziehbar. Humor hat er auch, was neben Ahnung von der Materie schon wichtig ist (gerade bei Themen wie Gene, DNA, Meme, Epigene…!). Viele Menschen um mich schreiben eifrig mit. Ich höre aufmerksam zu.

Und der Kaffee ist überraschend lecker für eine solche Veranstaltung.

Später werde ich merken, wie nachhaltig mich der faszinierte und erwünschte Blick auf Andersartigkeit geprägt hat. Wenn sogar Gendegenerationen eine Seite haben, die Sinn ergibt (ganz grundsätzlich betrachtet), dann vielleicht auch der Arbeitsstil meines Nachbars oder das Hobby meines Kindes?!

 

Die Durchschnittsfalle, Markus Hengstschläger

 

 

 

 

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P.S.

Katja und ich teilen übrigens die Erkenntnis, dass schreiben wie lesen eine Ablenkung und Flucht darstellen kann.

Der Weg des Yoga empfiehlt wohl deshalb, sämtliche Konzentration auf Geschichten (egal welches Medium Mittel zu diesem Zweck ist – Tratsch, Buch, Blog, TV…) zu unterlassen. Man ist jeweils einfach nicht im Jetzt.

So gesehen wird eine Selbstreflexion gerade in Bezug auf das dem allem vorangestellten Zitat von Jason Mraz nicht unterlassen.

 

 

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Katja

Europa, Deutschland

Wir treffen uns in einem Café. Es ist selten, dass Katja und ich uns sehen. Gerne würde ich die geflügelten Worte nutzen, dass es trotzdem immer so ist, als wäre keine Zeit vergangen. Nur: Es ist nicht wahr. Tatsächlich brauchen wir eine gewisse Zeit, bis wir uns auf einander eingestimmt haben. Katja trinkt Cola mit Eiswürfeln, ich wärme meine Hände an einem Kaffee Latte. Während ich etwas ruhiger bin, meinen Alltag aber nach dem Tempo zweier Kinder richte, die mitunter um sechs Uhr morgens ihren Schalter auf ON stellen, ackert sie ihre Nächte durch und weiß genau, was sie von den Menschen und Dingen hält. Wir unterhalten uns über „intakte Familiensysteme“ – was man darunter verstehen sollte. Was man darunter verstehen könnte. Was, wenn sich da jemand rausschreibt, der dem eigenen empfinden nach dazugehört? Was, wenn sich jemand reindrängt, obwohl keine Stimmen zu vergeben waren? Wir kommen von einem Thema zum anderen und von einem Getränk zum anderen. Die Geschichte von ihrem letzten Vollrausch amüsiert mich – so anders als meine Welt. Gag reel, sag ich nur. Mittlerweile ist auch mir warm geworden und ich trinke einen alkoholfreien Caipirinha. Der schmeckt so gut und so ähnlich, dass ich mich fast beduselt meine. Placebo angetrunken. Katja nennt mich bemitleidenswert, was mich in meinem Rausch nicht stört.
Ich baue Zelte im Garten auf und nicht im Wohnzimmer. Doch bei ihr hat viel Platz. Ritalingesteuerte Erwachsene, Transvestiten, bunt zusammengewürfelte Familienstrukturen, Klischees und fantastische Wendungen. Da fühle ich mich angenommen, auch wenn ich mit Milchflecken auf dem Shirt vor ihr sitze.

 

Bis zum Himmel und zurück – Catharina Junk

 

 

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Grundsätze meiner Weltreise

  1. Jeder dieser Erdteile wird besucht: Arktis, Europa, Asien, Australien, Afrika, Nordamerika, Mittelamerika, Südamerika, Antarktis
  2. Jedes Land wird nur einmal besucht.
  3. Geld spielt keine Rolle bzw. eine sehr marginale.
  4. Ich habe Zeit.
  5. Was ich an Sprachschulungen habe, wird mindestens 1x eingesetzt. *
  6. Es darf ruhig und abenteuerlich, lehrreich und zum Genießen sein.
  7. „Postkartengrüße“ blogwärts

7 ist eine gute Zahl, darum reicht es hier. Mehr Anhaltspunkte, damit ich nicht zum Trudeln komme, brauche ich nicht.

 

* mit Ausnahme der Gebärdensprache

 

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Stationen (m)einer Weltreise

Vulkane spielen in meinem derzeitigen Alltag eine bedeutende Rolle. Viel gibt es zu erfahren und erzählen (z. B. die Geschichte der Fliege). Zudem habe ich mittlerweile einen herrlichen Blick auf einen Berg in schönster Vulkan-Form und je nach Wetterlage werden uns von den Wolken Ausbruchszenarien vorgespielt.

Vulkane also.

Der Popocatepétl ist kürzlich ausgebrochen. Der Arsenal gefiele mir. Da bräuchte ich noch Recherche (will ich so viel auf mich nehmen oder lieber eine leichte Route, die sich einfach so ergibt wählen?) oder Tipps (herzlich willkommen, sobald die spezifische Art meiner Weltreise klar ist >> es gilt fürderhin: to be continued!).

 

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Jenseits der Flucht

Oder: Ich plane eine Weltreise

Jason Mraz singt:

You don’t need a vacation

when there’s nothing to escape from.

Diese Zeilen berühren mich. So arbeiten, sein und tun, dass man nicht mit heraushängender Zunge und blutunterlaufenen Augen beim Urlaub ankommt, der erstens (weit) weg stattfinden muss und zweitens immer zu kurz ist.

Anders gesagt: Leben und lieben da, wo ich gerade bin.*

Gleichzeitig ist es sehr gut möglich, auf Entdeckungsreise zu gehen. Die obigen Zeilen sprechen nicht dagegen; vielmehr noch dafür. Wer auf den Rhythmus seines Herzens lauscht, kann alles. Nur flüchten wird überflüssig. **

to be continued

 

* Stammform dieses Verbs lautet SEIN

** überflüssig…flüssig…FLOW

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Wie man sich bürstet, so lebt man

Auf Krawall gebürstet.

Aus unerfindlichen Gründen wabert diese Floskel durch meine Gehirnwindungen.

Aha. Ja, ja. Irgendwer wird irgendwo…

Ich lass mich gedanklich weitertreiben.

Wir suchen jeden Morgen mehr oder weniger achtsam unsere Kleidung aus, wählen vielleicht Make-up, legen Hand an die Bürste und entscheiden im Spiegel, ob es ein good oder bad hair day ist.

Reflektieren wir genauso oft unsere Gedanken, wie wir täglich in den Spiegel sehen?

Es gibt Ansichten, nach denen die Umweltverschmutzung in 3D nichts ist im Vergleich zu der Verunreinigung durch Gedanken und Emotionen.

Da würde es sich lohnen, statt auf Krawall zum Beispiel auf Vergebung zu bürsten. Oder Zufriedenheit. Freiheit. Mut. Freude. Leichtigkeit.

Für uns und alle.

 

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Wirrsinn [27]

Wenn nicht mit Liebe überschüttet, kommt es einem Menschenkind wie eine kalte Dusche vor.

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Der richtige Weg (?)

Das Ziel habe ich bewusst ausgesucht und mich mit der Route dahin beschäftigt. Straßenpläne online studiert und schlussendlich das Navi programmiert. Genug Zeit ist eingeplant. Für eine kleine Pause zwischendurch und um so zeitig anzukommen, dass ich die Atmosphäre schnuppern kann, bevor es losgeht.

Im Radio läuft Lieblingsmusik laut Playlist. Es dämmert und in der Luft liegt ein Wetterumschwung. Ich fühle mich pudelwohl. Alles stimmt.

Auf der Straße ist nicht viel los. Genaugenommen bin ich weithin alleine unterwegs; folgt artig der fremden Navi-Stimme. Ist sie auch vertrauenswürdig? Immerhin gibt es genug Beispiele dafür, dass sie auch gehörig in die Irre führen kann. Auf sinnlose bis gefährliche Abwege.

Doch, es sind einzelne Menschen unterwegs. Hin und wieder begegnet mir ein anderes Auto – allesamt auf der Gegenfahrbahn. Eine Stimmung baut sich in mir auf. Als wäre ich Teil eines Katastrophenfilms. Jeder, der kann flüchtet, ich bin unwissend und steuere auf das Schreckliche zu.

Fragen tauchen auf. Bin ich wirklich auf dem richtigen Weg? Stimmen die Angaben fürs Navi? Ist die Route korrekt berechnet? Wann sah ich das letzte Straßenschild? Was wenn? Liegen alle anderen richtig? Hab ich etwas verpasst? Stimmt überhaupt die Zeit? Will ich da wirklich hin?

Die Musik habe ich längst ausgeschaltet. Meine Hirngespinste kämpfen mit dem Verstand. Wäre ich auf bekannter Strecke unterwegs, nichts von alledem würde mich beschäftigen. Ich wüsste um mein Ziel und dass ich genau auf dem Weg bin, auf dem ich sein will; sein soll.

Zu allem Überfluss fahre ich mittlerweile auf einer kurvigen schmalen Straße durch ein Wäldchen. Das macht die Sache nicht besser. Rascher und rascher laufen die Fragen und Unsicherheiten wie ein Computerprogramm in meinem Inneren ab. Ein kämpferischer letzter Rest geht dagegen an. Ruft sich die achtsame Vorbereitung dieser Reise und den Grund dafür in Erinnerung.

Noch eine Kurve – da überrascht mich eine hell erleuchtete Kreuzung und plötzlich gibt es zahlreiche Autos in (fast) jede Richtung. Der Zauber (oder eher: der Bann) ist gebrochen. Ich atme durch und leise stelle ich die Musik wieder an. Doch, doch. Ich bin noch auf meinem Weg.

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Cheese!

Ein Foto hier, ein Pic dort.

Im Grunde zähle ich nicht zu jenen, die als erstes die Kamera zücken. Auch, weil ich des Öfteren „solo“ unterwegs bin und dadurch erst gar nicht in Versuchung komme. Solo aber nur was einen Fotoapparat anlangt. Darüber hinaus ist alleine-sein seit einigen Jahren ein Fremdwort. Mit den Kindern ist das Festhalten von Lustigem, Erlerntem und Erlebtem relativ gehäuft vorgekommen.

Nur… Nur! Was tun mit dieser Fülle? Ein Fotobuch, ist ja klar. Also eines für das erste Lebensjahr, eines für das zweite, eines für…

Dann habe ich zu denken begonnen. Jedes Kind, jedes Jahr, jeweils ein Buch?

Das ist mir doch ein bisschen zu verrückt. Drum darf eine neue Rechnung gemacht werden.

 

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