Rausch der Jahreszeit

Der Frühling kam in seinem betörenden Tanz. Männlein und Weiblein in grünem Kleid, Kränze auf ihrem Kopf. Sie wirbeln herum, bringen Düfte, Geräusche und Leben mit sich. Der Höhepunkt ist noch lange nicht erreicht, doch kaum einer kann ihrer Anziehung entgehen.

Das junge Kätzchen Shiva ist seinem Namen gemäß fasziniert vom Tanz des Lebens, neugierig, wenn auch vorsichtig. Am Tage schon erlebt sie das Frühlingspaar und schließt sich ihnen für ein paar Schritte an.

Wirklich interessant wird es jedoch in der Nacht. Wenn die Geräusche natürlicher werden, das Feine und Geheimnisvolle präsent wird. Erneut macht sie sich auf den Weg, um dem Tänzer und der Tänzerin, die ihr so viel Neues bieten können, zu folgen.

Ein Hauch von Magie begleitet sie, es wird gelacht und herumgewirbelt, wie es Shiva, der Verkörperung der Veränderung, nur gefallen kann. Weiter führt der Weg. Hinein in Dimensionen und Gebiete, von denen das Kätzchen nie zu träumen gewagt hätte. Farben, Formen, Gerüche und Wesen von liebreizender und verführerischer Gestalt.

Noch ist unklar, ob es den beiden bis in jene Gefilde gefolgt ist, die den Geist und die Erinnerung in Nebel hüllen und den Weg zurück verschleiern.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter a G'schichtle

3 Antworten zu “Rausch der Jahreszeit

  1. Es gibt sie diese Tage, an denen sich plötzlich alles in Nebel hüllt. Himmelschreiendes Schweigen. Das Leben schreibt Geschichten, die man nicht erfinden kann.

    Du bist mir abhandengekommen.
    Du schweigst und bist weit weg.
    Unerträglich.

    Im Roman „Nachtzug nach Lissabon“ schreibt der portugiesische Arzt Amadeu Prado: „Ich liebe betende Menschen. Ich brauche ihren Anblick. Ich brauche die unwirkliche Kraft der Poesie.“

    Ausdrucksformen für das Erdrückende finden.

    Thomas Merton schreibt: „Ich will mich also aufmachen, damit sich alles, was ich berühre, in Gebet verwandelt.“

    Damit der Himmel mein Gebet ist, damit der Baum mein Gebet ist, damit der Wind in den Bäumen mein Gebet ist, damit…
    Beten als Aufatmen. Beten als im Gespräch sein mit Bäumen. Sich umarmen lassen von ihnen. Beten als befreiende Worte, die meinen Alltag verwandeln.
    Mitten in Zeiten der Verunsicherung, sich Worte voller innerer Kraft schenken – als hoffnungsvolle Kraft.
    Trotz allem
    dem Wunderbaren trauen.

    Ja – das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

    • Danke für die Gedanken. Ich kann nachvollziehen, was Amadeu Prado meint.
      Das Gebet… Vertrauen, Kraft, Hoffnung, Wunder. Im Nebel besonders wichtige Gefährten.
      Danke. Es lichtet sich… langsam…

    • Der Nebel hat sich vollends gelichtet und Shiva hat sich entschieden zurückzukehren! Sie ist wieder da, stinkt wohl ein wenig nach kaltem Rauch und altem Schrank, aber ansonsten scheint es ihr gut zu gehen! Wir sind erleichtert, das Frühlingspaar zieht ohne sie weiter.

Dazu möchte ich gerne sagen:

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