Vorrang

Wann ist es passiert, dass das Telefon Vorrang bekommen hat?

Priorität gegenüber real anwesender Menschen?

War es zu einer Zeit, als ein Klingeln des Apparates bedeutete: Etwas Wichtiges ist passiert, das nicht warten kann? Ein Notfall?

 

Heute: Eine Sitzung wird ständig durch Telefonate unterbrochen.

Ich entscheide schon fast: Nächstes Mal rufe ich dich an, dann nimmst du dir Zeit für mich.

 

Aber nein! Doch nicht.

What would you change prangt groß an meiner Türe.

Das! Das ändere ich.

Reale Begegnungen haben bei mir Vorrang!

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4 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

4 Antworten zu “Vorrang

  1. 🙂 Gestern traf ich auf ein älteres Ehepaar. Der Mann erzählte mir von seiner Arbeitswelt zu einer Zeit, in der es kein Telefon gab. Er erfuhr morgens in der Firma, wohin er zu fahren hatte. Seine Frau wusste tagelang nicht, wann er wieder zurück war. Sie sind noch immer verheiratet, seit 53 Jahren. „Ja, ja, wenn ich wissen wollte, wann mein Mann wiederkam, ging ich in die Firma und fragte nach, wo er überhaupt sei“, ergänzte seine Frau. Gestern trug er ein Tablet in seiner Jackentasche. Damit fotografierte er Bäume. Früher stand ein Telefon für Notfälle im Flur, erklärten mir beide. Manchmal kamen Nachbarn und fragten, ob sie das Telefon nutzen dürften. Heute: Ihr Enkel sei Medienwirt, er versorge sie mit der Technik und sie waren ganz begeistert. Sie habe ein Ebook. Damit könne sie die Schrift größer machen und besser lesen. Er kocht, und wenn er kocht, dann sucht er Internet auf gulasch.de und schon habe er sein Rezept. 🙂 Ich staunte nicht schlecht.

    Ein schöner, ein inniger Moment, ein „Zufalls“-Gespräch unter einem Riesenbaum. Das Telefon klingelte nicht. Wir hätten es wohl auch gar nicht gehört, vor lauter Lachen und Erinnern an die „guten, alten Zeiten“.

    Ja- unbedingt: reale Personen haben Vorrang!

    DANKE.

    • Mein Kollege, der für den technischen Support zuständig ist, machte kürzlich einen Streifflug durch 25 Jahre technischer Geschichte in unserem Büro. Beginn mit Schreibmaschine, große Erleichterung, als dann jenes Exemplar kam, das sogar schon eine Zeile speichern konnte. Dann ein, zwei Geräte, die ich nicht mehr kenne (Faxvorreiter, soweit ich verstanden habe) und dann der erste PC mit einer bescheidenen Leistung einiger MBs. Heute wird über E-Akten gesprochen.
      Letzthin habe ich eine Sechzehnjährigen erklärt, was ein Diskman ist/war 🙂
      Reale Personen haben Vorrang, darf ich auch in Bezug auf die Charaktere meiner Geschichten sagen! 😉

      • Interessant! Ja, wissen Youngsters nicht mehr. Schreibmaschine, Papier mit Durchschlag. Ein Diskman, diese Floppy`s? Früher brauchte es für die Server riesengroße Hallen erzählten mir damals Mitarbeiter der Telekom. Es gibt bereits Fernseher, mit denen du sprechen kannst. Sind noch nicht auf dem Markt, aber werden sicherlich bald erscheinen. Bitte Kinderfilm, und dann sucht die Technik den Kinderfilm.Ich saß vor so einem Prototyp und sprach mit dem Kasten – ICH sprach mit einem Fernseher! Zugegeben, manchmal
        spreche ich mit meinem Computer – aber mit einem Fernseher….. nein, das ist mir dann doch zu persönlich. 🙂 Durchaus reale Personen….man kann es gar nicht genug hervorheben. Danke.

      • Hab einmal versucht, ein Handy per „Klick!“ oder „Smile!“ dazu zu bringen, ein Foto zu schießen. Bei anderen funktionierte es, meine Stimme hatte nicht das Nötige (was immer das gewesen wäre). War mir herzlich egal, fast schon recht 🙂
        Ich blogge, schreibe E-Mails und SMS – nein, ganz von vorgestern bin ich nicht. Aber die Prioritäten mag ich doch klar haben!
        Danke dir.

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