Unkraut im Leben

Je mehr ich darauf achte, umso öfter stolpere ich über Vergleiche, die ich in meinem Leben ziehe.

Meistens hört sich das mir gegenüber nicht sehr nett an:

Wer kann das (= praktisch alles) besser?

Wer hat mehr (Zeit, Glück, Freude, Geld, Talent, …)?

Wessen Träume gehen in Erfüllung während ich… warte… ähm vergleiche?

 

Die einzige Möglichkeit aus dem Selbstmitleid wieder herauszukommen ist dann, wenn ich Menschen finde, mit denen ich mich vergleichen kann und dadurch besser aussteige.

 

Eine ungesunde und obendrein unbefriedigende Sache.

 

 

Darum rücke ich den Vergleichen zu Leibe.

Eine Arbeit, die mich an den Garten meiner Schwester erinnert. Dort stehen wunderschöne Rosenbüsche mit richtig fiesen Stacheln. Kein Problem an sich. Allerdings sind sie sehr expandierfreudig und so sucht Pflanze sich unterirdisch einen Platz zum Vermehren. Mitten im Rasen wachsen dann meterweit entfernt neue Sprösslinge, die das Barfußlaufen sehr unangenehm machen können.

So ist es auch mit meinen Vergleichen. Wenn ich denke: „Jetzt hab ich dich!“, dann stoße ich bald an ganz anderer Stelle wieder darauf.

Nein, nein, aufgeben tu ich nicht, doch manchmal schicke ich schon ein gezischtes Stoßgebet in die Höhe.

Kaum zu glauben und nicht immer leicht zu akzeptieren, wie vermint ich dadurch bin.

 

Und ja, man darf auch Unkraut mit liebevollen Augen betrachten. Leben und leben lassen – in einem gewissen Rahmen, ist dabei meine Devise. Während pflanzliches Unkraut oft auch heilende und/oder schön anzusehende Aspekte hat (wie diese Website zum Bestimmen von Unkraut beweisen kann), bleibt aber bei den Vergleichen nicht viel übrig.

Drum ab auf den Kompost damit, wo es sich zu etwas verändern darf, das nachhaltig sinnvoll ist.

Für mich, für alle.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

3 Antworten zu “Unkraut im Leben

  1. Autsch.Autsch. Autsch – ja unangenehm, sich von Dornen stechen lassen… wenn auch irgendwie lustig, die Vorstellung Rosen krachen durch den Rasen hervor…Ich mag das Bild….schwupp da eine und dort sieh`mal dort noch eine und da hinten drängt gerade noch eine aus dem Boden. Da sieh, der Boden bricht….gleich…

    Weißt du, wie viele Schwestern zur Schwester sagen: „I beg your pardon, I never promised you a rosegarden? (Lynn Anderson, good old Nashville)…das war mal ein berühmter Song, den ich als Kind bei meiner Tante im Auto hörte.

    DU bekommst einen sprechenden Rosengarten von deiner Schwester vor deine Füße gelegt. Ein Gefühlsgärtchen. Wild wachsend…:) mal üppig, mal spärlich, mal angenehm, mal ätzend, mal tief, mal oberflächlich verwurzelt.
    Und über den gesamten Rasen hört man es flüstern: Von Innen heraus leben….sich frei schippen.

    Ach, es werden so viele Lebensstile gepriesen, so viele Ideale, so viele Meinungen, man kann sie wechseln wie Hemden.
    In diesem Urwald aus Bestem, Sicherstem, Neuestem, Gesündestem und Was-weiß–ich-sonst – der Held, der Perfekte, der Glorreiche…
    Lieber, sich selbst ein Licht sein.
    Meine Kerze am Licht eines anderen entzünden? Das ist doch dann nicht
    m e i n Leben.
    Lieber, das sein, was ich bin.

    „So ist es auch mit meinen Vergleichen. Wenn ich denke: „Jetzt hab ich dich!“, dann stoße ich bald an ganz anderer Stelle wieder darauf.“ (marga)

    Ja, weil ein Vergleichen immer auch mit Anstrengung und Leid verbunden ist.
    „Du musst in der Prüfung besser sein als der andere.“ Damit wachsen wir auf und mit noch so anderem. Mitunter bekommen wir die Gültigkeiten von anderen aufgedrängt. Sie suggerieren uns, wie unzureichend wir sind.
    „Du wirst niemals wie ich…“ und und…
    Wir bekommen erklärt, wie wir erfahren sollen und wer wir nicht sind.

    Mit jedem Vergleich zieht unser Ich eine Mauer hoch. Mit der Mauer haben wir Widerstand und Konflikt.

    Genau Kompost, .“sich nicht im Stich lassen“ (Hilde Domin)
    …wenn wir zuhören, riskieren wir uns zu verändern.
    Wie schön, ich mag dir zuhören.
    Danke. 5 Gefällt mir-Sterne hole ich dir vom Himmel.

  2. Pingback: Problemstoffe | marga auwald

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