Von nackten und anderen Menschen

Ja, ich kenne Lampenfieber und instabile Kniegelenke, wenn ich vor einer Menschengruppe sprechen muss. Mal mehr, mal weniger. Adrenalin schießt ein, die Hände schwitzen und man tut Dinge, die unter normalen Umständen nicht vorkommen würden.

Den alten Trick, die Aufregung damit zu bekämpfen, indem man sich das Publikum nackt vorstellt, habe ich noch nie gebraucht.

Warum?

 

Religiöse oder politische Zugehörigkeit ist mir eins. Nun ja, es kann Neugierde auslösen und dann fallen mir womöglich tausend Fragen dazu ein, doch im Grunde genommen ist es mir herzlich egal.

Warum?

 

Ob Mann oder Frau, Gender dies und Sex das, Frau mit Bart, Mann mit Kleid, Anfangs das eine, später das andere, homosexuell, heterosexuell, transsexuell, bisexuell, pansexuell, intersexuell, transgender oder was noch spielt für mich keine Rolle (selbst wenn auch hier ein gewisses Interesse ausgelöst werden kann).

Warum?

 

Wenn wir uns Aug um Auge gegenüberstehen, dann sehe ich einen Menschen. Darum.

 

 

 

P.S.: Natürlich gefällt mir nicht alles an den anderen oder etwas stört meine innere Balance. Ich muss mich nicht mit allem arrangieren und ich darf mich in meiner Meinung auch zurücknehmen. Ganz nach dem Motto: Marga, nimm dich selbst nicht so wichtig.

 

Wenn es allerdings etwas Wichtiges ist, mit dem ich ein Problem habe, wenn Menschen zum Beispiel nicht mehr als Menschen gesehen werden, dann geht das nicht. Es gibt Situationen, da schwitzen die Hände und wackeln die Knie, dennoch muss man aufstehen und sprechen.

 

Inspired by Conchita Wurst bzw. Songcontest-Diskussionen

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10 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

10 Antworten zu “Von nackten und anderen Menschen

  1. Genial. Wurscht ist es…. Wurst eben. Conchita Wurst – der Name gefällt mir schon.
    Liest sich einfach, hinter diesen Befreiungsschlägen stecken aber häufig jahrelange Dramen, eben weil weder Arbeitswelt noch „Gesellschaft“ .diese Akzeptanz (nicht Toleranz, Toleranz duldet lediglich) nicht an den Tag legt.
    Wären alle du, wäre es wunderbar.

    Ähm, hinsichtlich der religiösen und politischen Freiheit – ähm, also…nein, alles ist mir als Frau nicht recht. Fundamentalisten – egal von welcher Seite liegen mir nicht so sehr.. lösen in mir nicht Neugierde aus, sondern….Besorgnis.

    Weißt du, was ich an deinem Blog auch mag – neben vielem anderen wie deiner Art zu schreiben, Tara und Jeff und Henni sowieso – man erhält zusätzlich interessante Hinweise auf Seiten, tolle Musik, etc. DANKE.

    • Da war ein (wichtiges) P.S.
      Alles ist für mich auch nicht stimmig. Ganz sicher nicht. Und Neugier KANN ausgelöst werden, ist kein Automatismus.
      Sorge und Angst kenne ich sehr wohl, wenn aber ein Mensch als Mensch vor mir steht, dann nie.
      Ich versuche nicht zu viel zu schreiben – zu zerschreiben – danke dir aber dafür, dass ich noch einmal festhalten darf. Und „Mensch als Mensch“ ist ebenfalls nur ein Beispiel. Tiere, Pflanzen, Mineralien und noch einiges mehr gehören bei mir ebenso als Mitwelt wertgeschätzt.

      Weißt-du-Worte freuen mich sehr. Namentlich erwähnt sogar, da lächle ich mit den dreien mit. Was sich gerade vordrängt (manchmal hätte ich ja was anderes geplant gehabt) bekommt Platz. Apropos: Shiva trollt sich gerade zu meinen Füßen, will wohl ebenso einen Gruß schicken.
      Om namah shivaya!

      • Gleich sitzt sie auf deinen Schultern. Maunz. Maunz…Menschi, so toll, dass sie da ist. Wieder da ist. Was für eine Aufregung…
        Grüße vom lieben Spinnweb-Reinigungsteamchen. Bestimmt ist es deine Schulter, die sie anvisiert…:)
        Natürliisch….stimme dir in allem zu. 🙂
        namaste.

      • Angst-Käfer-Löffel-Salat-Geschichten sind auch nicht zu verachten. Im Gegenteil! Auch ich habe brav zu warten! 🙂

      • Inuk wackelt mit seinen Ohren.: Warum mus ich immer isch schnelle machen. Das kanne isch auf keine Fallè. Isch mus zu di Wortspinner Ich bin auf eine Aventiure. Es iste völlisch aussichtslos zu warten nicht.. qui qui…brav warten du.

      • Nein, nein, Inuk, nicht „pressieren“ (wie wir hier sagen würden). Viel zu wichtig, was es zu erleben gibt.
        Somit gibt es warten auf mehreren Seiten. Wir schaffen das 🙂

  2. Mir geht diese Wurst auf den Senkel und das ganze Bohei drumherum. Das hat primär nix mit Religion zu tun. Es hat was damit zu tun, weil für mich alles im Leben damit zu tun hat.
    Dieses ganze Drumherum nervt mich seit Jahren, und genauso lange habe ich mir den „ESC“ nicht mehr angeguckt. Auch dieses Jahr wurde kein Menschenrechtspreis vergeben, es ist und war schon immer eine kommerzielle Geschichte.
    Demder Gewinner/in sei’s gegönnt. 🙂

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