Mutige Schritte

Ich mag Brücken nicht gerne überqueren und es gibt nur ausgewählte, auf denen ich stehen bleibe und dem dahinfließenden Wasser darunter zusehe – Probleme, Gedanken, Wünsche und Hoffnungen mitgebe und auf der anderen Seite Frische, Leben und Energie auftanke.

Was mir am schwersten fällt, ist die Tatsache, dass Brücken schwingen. Manche mehr, manche weniger. Dieser bewegliche Untergrund gibt mir zu schaffen. Jahrelang wartete ich auf einer Brücke meinen Schulbus ab und ich war die einzige, die bei jedem Auto bewusst wahrnahm, wie sich der Boden unter meinen Füßen bewegt.

 

Warnschilder an sich machen das Überqueren mancher Stege nicht gerade leichter.

Warnschilder an sich machen das Überqueren mancher Stege nicht gerade leichter.

 

Wenn möglich ziehe ich also Schuhe und Strümpfe aus und wate durch das kühle Nass. Das ist Wahl Nummer eins.

Gerade deshalb wundere ich mich diese Tage über mich selber, weil ich mich plötzlich zu manchen Brücken hingezogen fühle. Konkret zu einer Wackelbrücke, extra für Kinder gemacht. Als Tante sah ich bisher lieber zu und ging schnellen Schrittes darüber, wenn kein anderer mehr darauf stand.

Nun wandere ich alleine und in aller Ruhe dorthin, lasse mein Herz klopfen, meinen Verstand sich wundern und schwinge darüber. Da fühle ich mich dann mutig und auch befreit.

Und nein, so richtig Panik bekomme ich von Brücken nicht. Ich umgehe sie nur lieber.

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Extremes Exemplar auf den Philippinen, das schief hing, alarmierende Geräusche von sich gab und meine Begleiter:innen blieben auch noch stehen um Fotos zu machen!

Aber! Brücken verbinden auch Ufer und deswegen ist es wichtig, den Mut zusammenzunehmen und einen Schritt vor den anderen zu setzen. Über sieben Brücken musst du geh’n – singt es in einem Lied.

Mal sehen, was auf mich wartet, da ich mir derzeit so abenteuerlustig Brücken aussuche.

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10 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

10 Antworten zu “Mutige Schritte

  1. tanrak

    Ich mag das Gewackel 🙂

  2. ich mag keine Rolltreppen

  3. Gut das du lernst deine Angst zu beherrschen.Wir können so viel überwinden.

  4. Angste „beherrschen“, heisst, sich von Angst zu verabschieden. Sie loszulassen und sich seines Ur-Vertrauens zu erinnern. Es ist ein Stück zurück in die eigene Fülle. Glückwunsch, du liebe Brückengeherin.

  5. Pingback: Darf ich vorstellen? | marga auwald

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