Goodbye to yesterday

Du hast den Verstand verloren!

Möglich.

Wie kommst du auf diese Idee? Wer hat dich dazu angestiftet?

Niemand.

Aber du verlässt mich?

Ja. Es ist an der Zeit.

Es ist überhaupt nicht an der Zeit! Wir gehören zusammen! Wer bist du denn schon ohne mich?

Das werde ich herausfinden.

Du hast ja keine Ahnung, auf was du dich einlässt.

Ich gebe dir Recht. Praktisch mein ganzes Leben lang waren wir zusammen. Wie es ohne dich sein wird, kann ich mir nicht ausmalen. Dennoch steht meine Entscheidung fest. Unsere Wege trennen sich nun.

Hier hast du alles! Was zum Teufel willst du noch?

Mich selbst.

Du hast dich sehr verändert.

Danke.

Das war kein Kompliment!

Das sehe ich anders.

Du wirst winselnd und heulend zu mir zurückgekrochen kommen.

Es wird ohne dich gehen.

Täusch dich da nur nicht. Von da draußen, da hast du keinen blassen Schimmer.

Ich glaube, da ist noch mehr.

Dieser verdammte Wunsch nach einem Mehr hat schon ganz andere als dich ins Verderben geführt. Sieh es ein! Hier bei mir bist du sicher.

 

Unendliche Sekunden lang starrte sie auf das Gras, das an der untersten Terrassenstufe wuchs. Der Boden dort sah tatsächlich nicht ganz so fix und fertig aus, wie sie es gewohnt war. Ob sie dennoch Halt darauf würde finden können?

Das Gezeter in ihrem Rücken verschwamm zu einer undefinierbaren Klangwolke.

Noch hielt sie sich am Geländer fest, doch der rechte Fuß bewegte sich auf das Unbekannte zu.

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22 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

22 Antworten zu “Goodbye to yesterday

  1. melcoupar

    Mehrmals habe ich angefangen, einen Kommentar zu formulieren … Es ist schwer. Erinnerungen tauchen auf und dabei spüre ich, wie nah das Ganze doch noch ist … Trotz allem bleibt für mich: Es lohnt sich. Herzlichst. Melanie

  2. Jemand der einem sagt, dass man ohne ihn nichts ist und man es nicht schaffen kann, der ist es sowieso nicht wert. Schwieriger Schritt, doch es kommt eine aufregende und auch anstrengenden Zeit. Aber um sich selbst zu finden ist es wert zu kämpfen.

  3. Was treibt dich momentan um?
    Du bist so aufge…,ich weiss nicht recht.
    Verarbeitest du, oder planst du, liebe Marga?

    • Aufge… ja, kann sein. Planen tu ich nichts, das Verarbeitungsprogramm läuft grundsätzlich auf Autopilot. Vielleicht braucht es mal Service?

      • Guten Morgen, vielleicht und wahrscheinlich. 😉
        Bin noch nicht ausgeschlafen, für mehr reicht es noch nicht.;-)
        Drück dich.:-)

  4. Ganz schwierige Frage, die Dir niemand beantworten kann, außer Du selbst. Meine Schwester hat meinem Vater immer vorgeworfen nicht gegangen zu sein. Meine Mutter hatte auch immer nur damit gedroht. Für meine Schwester war das immer ein Zeichen von Schwäche. Ich war froh, dass weder der eine noch die andere nicht gegangen waren und halte es auch heute noch für die richtige Entscheidung. Meine Schwester sieht es heute noch als Fehler an. Meine Schwester hat es dann auch anders gemacht und Mann und Kinder „verlassen“. Diese Trennung hat insgesamt gut funktioniert und wahrscheinlich hat es dem Verhältnis meines Schwagers zu seinen Töchtern positiv beeinflusst. Wenn ich meine Schwester allerdings sehe, dann bin ich mir nicht sicher, ob sie nicht ein Paket „Probleme“ durch ein anderes ersetzt hat und dass sie gerne wieder gehen wollte, aber dass das wirtschaftlich schwierig werden würde. Man weiß leider nicht, wie ihr Leben aussehen würde, wenn sie nicht gegangen wäre. Entsprechend kann Dir jedes Beispiel nur Anregungen geben, aber es nimmt Dir nicht die Entscheidung ab.

    • Vielleicht und vermutlich ist das ganze Leben nur die Entscheidung: Dieses Paket oder dieses?
      Genau, den anderen kann man nichts abnehmen. Es sei denn, man fühlt sich berufen zu: Dieses Paket und dieses bitte noch dazu.

      • Selbst wenn man sich berufen fühlt das Paket anzunehmen, so sollte man „dieses“ Paket nicht abgeben. Es kommt sowieso ungeöffnet zurück.

      • Wie wahr.
        Und dann gibt es auch noch die, die versuchen beständig einem ihres in die Arme zu drücken…
        Ich schultere also meinen Rucksack, achte darauf, die richtige Seite oben zu haben, nichts zu knicken, das Zerbrechliche zu polstern und ziehe weiter.

      • Genau, und wenn Du bitte mal kurz halten könntest 🙂

  5. Puh. Schluck. Denk. Nochmal schluck. Überleg. Nochmal gelesen. Meine Güte Marga. Hätt ich doch glatt den selbigen Text verfassen können. Nicht heute, nicht gestern, aber vorgestern oder so…. mit sogar dem fast selbigen Wortlauf. Unheimlich , oder doch so häufig. Ich weiß es grad nicht…

  6. Auch wenn bei mir die Grundsituation eine andere ist, ich betreten gerade auch neuen Boden und finde mich in dieser Geschichte zu 100% wieder. Es ist lustig, wie einem das Leben in diesen elementaren Situationen den Spiegel vorhält und auf welchen Wegen. 🙂 Vielen Dank!!!

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