Er ist der Klassenclown

Was die anderen sprechen, versteht er nicht.

Wie sie sich bewegen, ist ihm fremd.

Alles riecht nach Geheimcodes einer Elite.

Er möchte dazugehören.

imitiert und wird geduldet

imitiert und wird belächelt

imitiert und wird ignoriert

Er gehört nicht dazu.

Sein Spiel ist alles, was ihm bleibt.

Sie mögen ihn gern,

doch

er ist nur der Klassenclown.

 

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44 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

44 Antworten zu “Er ist der Klassenclown

  1. Schule ist schon ein merkwürdiger Ort, der tiefste Spuren hinterlässt. So traurig es ist, was da passiert, so wenig wüsste ich, wie es sich ändern ließe. Die Schüler sind nur Spieler eines Spiels, dass sie sich nicht ausgesucht haben. Die Lehrer allein können das Spielfeld durchaus umgestalten, aber sie allein verändern das Spiel ebenso wenig.
    Es wird Zeit, dass wir mehr freie Schulen fördern, in denen das Miteinander von Schülern, Lehrern und Eltern im Vordergrund steht und an der dadurch das Wissen besser vermittelt werden kann.

    • und sehen wir uns mal die Lehrpersonen an. die tragen all diese Verletzungen auch bereits in sich, tragen ihre „Krankheiten“ weiter, so wie es auch Eltern tun.
      „mir hat es auch nicht geschadet“, bringt uns nicht weiter. wenn das Miteinander wichtiger geworden ist, als die eigene Verletzung, dann tut sich was. Beispiele gibt es zum Glück ja auch schon.

      • Kein Lehrer und keine Mutter oder Vater kann die eigene Vergangenheit auslöschen, also bringt man sie auf jeden Fall mit und gibt sie an die Schüler weiter. Man rechtfertigt aber tatsächlich die Probleme mit einer (möglichen) späteren Stärke. Dabei wird nur nicht bedacht, dass der Augenblick entscheidend ist. Natürlich ist es schön und gut, wenn der einstige Klassenclown in seinem späteren Leben perfekt mit der Welt umzugehen weiß und erfolgreich ist. Aber womöglich ist er es nur, weil er sich noch stärker angepasst hat. Und weil er bereitwillig all den Mist mitmacht, den wir ihm als Gesellschaft als Normalität verkaufen.

      • Fragen wir doch mal Ärzte und Apotheker, was sie zu der kolportierten Stärke wegen „damals“ sagen.
        Warum verkaufen wir Gesellschaft eigentlich Haltungen und Zeug, an die wir selbst nicht glauben (wollen)?
        So ein Quatsch.

        Übrigens – kompletter Themenwechsel, weil ich dich grad bei den Tasten habe – hab heute deine Selbstbeschreibung zitiert (nicht ganz richtig, aber das kann ich noch korrigieren). Ist sofort mit Name und allem Drum und Dran notiert worden 🙂

      • Tja, die Menschen sind eben Meister darin, quatsch zu machen…

        Ui, jetzt fühle ich mich ja fast schon prominent. 🙂 hoffentlich sagtest du es nicht in einem Satz mit „Ich kenn da so einen Idioten, der meint von sich selbst:…“ 😀

      • Die Einleitung klang ein bisschen anders 😉
        Wunder dich aber nicht, wenn du in den nächsten Tagen einen Klick mehr als üblich abstaubst.

      • Gestern und heute schon. Und ich freu mich immer über neue Leser, zumal meine Leser ein wenig zurückgegangen sind. 🙂

      • „mir hat´s auch nicht geschadet“ und „das war schon immer so“ gehören zu den ganz finsteren, ganz furchtbaren Sätzen. Genauso wie unser österreichisches Manifest „Das war schon immer so – Da könnt ja jeder kommen – wo kommen wir denn da hin“ Da graust mir auch immer, weil obwohl man darüber lacht, ist es ja nicht so weit von der Wirklichkeit entfernt.

      • Ja, das hat Gänsehautpotential.
        Ich denke an Julia Engelmann – die Poetryslammerin. Schreiben wir die Geschichten, die wir später gerne erzählen.

  2. Aber wenn er nachdenkt…er ist es doch, der die Fäden in der Hand hält und geschickt angestellt, lachen sie nach seiner Pfeife.
    Wobei ein nutzloser Job, den Clown für die Clowns zu geben.

  3. Und wo er meist doch nur ein anderer sein möchte. Denn hinter jedem Klassenclown steckt ne Menge hinter…

  4. Der Koassenclown… Danke, noch ein Puzzlestück, das mir fehlte.

  5. zolaski_lz

    Manche schafften es etwas großes daraus zu machen.
    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Marcel_Marceau

  6. melcoupar

    Ich habe diesen Deinen Text gestern und heute mehrmals gelesen …
    Ich war nie ein Klassenclown und finde mich trotzdem im umgekehrten Sinne an der einen oder anderen Stelle wieder. Es berührt mich. Danke.
    P.S. Bisschen Wut: … und die Geheimcodes der Elitären fand ich schon immer zu kotzen … Im Inneren findet sich meist nichts sensationelles …

  7. Kennen wir uns? Kennen Sie mich von früher? Waren wir zusammen in der sechsten Klasse?
    Mittäglichperfektblauhimmlischsommersonnenheisse Grüsse vom Schwarzen

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