Für einen ist noch Platz

Neben einer selbstgebastelten und einer von Grünspan überzogenen Medaille vom Schikursschirennen (damals) ist noch Platz an der Wand. Für einen Award. Tüpflischiesserin will etwas von mir wissen und sie will es hier lesen.

Im Sonntagskleid und mit Schleife verziert, wie es sich für eine Preisübergabe gehört, mit Dank an Mama und Papa und – ja, ja, die Zeit!

Und hopp, in medias res:

6) Wie alt bist Du?
Geboren vor 32 Jahren und ein paar Zerquetschten.

2) Wie bist Du auf den Namen Deines Blogs gekommen?
Im Grunde habe ich (nicht alleine) einen Namen für mich erfunden, der Blog kam dann danach.

5) Welche Stärken hast Du?
Also, was ich als Stärke empfinde: Ich kann motivieren, zum Lachen verführen, mit fremden Menschen reden, als würden wir uns kennen, tanzen beibringen, vor Gruppen sprechen, Flecken übersehen, den Menschen in den Vordergrund stellen, Grenzen überwinden, Ängste erleben, laut schreien, auf offener Straße jubelnd in die Arme eines lieben Menschen rennen, Dinge tun, die ich nicht beherrsche, in Sekundenschnelle einschlafen, Juckreiz ignorieren, Wärme und Sonne ertragen, aus Bächen trinken, auch mal den Mund halten, einem inneren Drängen nachgeben, vertrauen, hoffen, einfach drauf los malen, tagträumen, einiges an Gewicht heben und tragen. Ich habe kein Helfersyndrom, fürchte mich nicht vor Tränen, bin ehrlich, lasse auch meine nervenden Schwächen bei mir wohnen und kann zahlreiche Stärken erdenken.

8) Schwimmst Du lieber mit dem Strom oder auch mal dagegen?
Ich glaube, ziemlich gesellschaftskompatibel zu sein, auch wenn es das Prädikat „typisch Marga“ gibt.
Die veränderte Reihenfolge der Fragen ist ein Häuchlein Dagegenschwimmerei, oder?

11) Hast Du Deinen Blog alleine oder mit Hilfe kreiert?
Ohne Hilfe und ohne vorher auch nur einen anderen Blog gelesen zu haben. Motto: Einfach mal tun, erfährt ja niemand.

1) Was ist Dein Beruf im wirklichen Leben?
Beruf, Berufung, was ist das schon?
Das wirkliche Leben? Wo findet das statt? Wer definiert es?
(pi, pa, po – das sag ich nicht; viel interessanter fände ich, was Du Dir bei mir vorstellen kannst!)

3) Du hast noch zwei Wochen zu leben. Was steht auf Deiner Löffelliste?
(Ich gehe mal davon aus, dass ich bis zur letzten Minute alle Möglichkeiten habe…)
Einen Tag schenke ich meinen Arbeitskolleg:innen, um Abschied zu nehmen, guten Wein trinken, wandern, in der Sonne liegen/im Regen spazieren/barfuß durch den Schnee stapfen/die Arme im Wind ausbreiten, Kaffee trinken und zeitlos mit Lieben quatschen, an drei Stellen deponieren, was bei meiner Verabschiedung nicht gesagt werden soll, ein oder zwei Einfälle, was schon vorkommen soll, laute Musik hören und noch lauter dazu singen, viel tanzen, Onlinezeugs abschließen oder löschen, anderes vernichten, wegwerfen oder verschenken, in der Öffentlichkeit hemmungslos knutschen, die Nächte genießen, Sterne schauen, Geld verteilen, ein paar Briefe schreiben.

10) Hast Du schon mal Dein Leben “resettet”? Wie war das für Dich?
Unfreiwillig. Ja. Das sind die Grundlagen für das, was und wer ich heute bin.
Freiwillig. Ja. Aber nur auf Facebook.

7) Liest Du viel (außer Blogs) und was liest Du?
Die Menge ist wohl Mittelmaß.
Bücher aus Papier (querbeet was Altersempfehlungen oder Genres angeht – aber nicht alles), Selbstgeschriebenes, Körpersprache, SMS, Mails, Fachliteratur, Briefe, Postkarten, Einladungen, Straßenschilder, Liedtexte, To-Do-Listen, Einkaufslisten, Untertitel, Symbole, Wörterbücher, Verträge, Gedanken, wenige Magazine, Zeitungen bei anderen über die Schulter.

4) Bist Du ein gläubiger Mensch?
Sehr. Alles andere ist für mich unvorstellbar und unlebbar.
(Wobei an dieser Stelle ja offen bleibt, was wer unter „gläubig sein“ versteht…)

9) Hast Du Schwächen? Welche?
Schwächen aka Nichtsobesondersgeschätztes an mir selbst? Ja.
Schwächen aka Dawerdeichschwach? Ja.
Du willst Beispiele? Bitteschön – die Zuordnung ist frei vorzunehmen:
Viele Interessen und Liebschaften und zuweilen das Verlieren der Balance dabei, bei gewissen Kosenamen in bestimmtem Tonfall kann ich zu fast allem überredet werden (aber das wissen nicht einmal jene, die diese Kunst beherrschen – glaube ich zumindest), dass ich Kindern und Tieren sehr viel Freiraum einräume, Nörgelei, ich verabschiede mich gedanklich sehr schnell, wenn ich mich langweile, das Übernehmen mancher Eigenheiten von anderen Menschen, spreche wütende Gefühle nur selten aus, Weltläden und Buchhandlungen, Effizienz, breite Oberflächlichkeit (viel, aber nichts wirklich können/wissen), Zweiflerei, Plapperei, lese ich zehn Worte, beginnt es in mir zu schreiben, fernsehen, auf der Couch einschlafen, Himbeeren, Beistrichsetzung, werden mir Fragen gestellt, verspüre ich den Drang, sie zu beantworten.

 

Zeit um?

Dann noch ein Danke, liebe Tüpflischiesserin, das hat Spaß gemacht.

 

 

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38 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

38 Antworten zu “Für einen ist noch Platz

  1. Dann bist du so alt wie meine Tochter. Komm an meine Brust mein Kind.:-)

  2. Liebe Marga, vielen Dank.
    Tutti kompletti mt einem Lächeln im Gesicht gelesen.
    Mit anderen Worten: Mir haben Deine Antworten ebenfalls Spaß gemacht.

    Liebe Grüße und eine erfolgreiche Augenpflege heute Nacht
    Silvia Meerbothe

  3. Oh, Marga, wunderbar! Ich mag deine Antworten sehr! Deine Stärken, deine Schwächen, diese Löffelliste, was du liest… und deine Art zu antworten!

  4. So ist sie halt, unsere Frau Zerberus … 🙂 Immer mit einer Frage auf der wachen Oberlippe. 🙂 Huch, und hier sind’s sogar elfe.

  5. 1) Du fändest interessant, welchen Beruf ich mir für Dich vorstellen könnte.
    Ich kann mir auf jeden Fall nicht vorstellen, dass Du eine Beamte bist.
    Ich kann mir Dich als Kinderbuchautorin oder Geschichtenerzählerin vorstellen. Ich kann mir vorstellen, wie Du mit Behinderten
    arbeitest.
    Sogar im Hotel kann ich mir Dich denken. Oder, in einem Verlag, zuständig für Texte.
    Heilpraktikerin.
    Alles, was mit menschlicher Wärme, aber nichts mit einem Helfersymdrom zu tun hat (und ich bin ein bisschen neidisch, weil ich das
    leider für mich verzeichne :-D)
    Oder mit Kreativität.

    Das alles kann ich mir vorstellen.

    Liebe Grüße
    Silvia

  6. Und Punkt 2 habe ich vergessen irgendwo unterzubringen :-)))

  7. So so viele Bilder- und Gedanken(g)rillen, die mich bei deinen Antworten bald hierhin, bald dorthin werfen, zu Entwurf, Weiterführung oder neckischer Entgegnung reizen, dass es den Rahmen hier sprengen würde, ließe ich den Gaul von der Leine. „Allerliebst“ muß für den Moment reichen und „Du bist mir eine“
    Es grüßt in der richtigen Reihenfolge, aber freundlichst
    ruHH rend

    • Man merkt ja eh, wo der Gaul auch bei mir durchzugehen drohte und ich irgendwann ein Stopp einwerfen musste.

      Das für den Moment Gereichte nehme ich dankend entgegen, werde es mir auf den Latz sticken, der dann gebraucht wird, damit keine Schokofinger in die Bücher kommen.

      Von der Leine losgerissene Grüße,
      Marga, die Dir eine

  8. Ganz schön sympathisch.

Dazu möchte ich gerne sagen:

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