Alltagstherapie

Eloquent blähte die Nüstern auf und schüttelte den Kopf. Was sollte das bedeuten? Er war es gewohnt, sich meinen Seelenschmerz anzuhören, doch heute reagierte er ungewohnt. Wo war seine stoische Toleranz gegenüber meiner Probleme geblieben? Meinte er damit vielleicht, dass ich etwas falsch machte? Hatte ich den richtigen Gedanken zu meinem Desaster noch nicht gefunden? Würde er sich meinem Bruder anschließen, der bar jeder Diplomatie zu sagen pflegte, dass Eloquent ein hervorragendes Dressurpferd sei, aber einen Therapeuten nicht ersetzen könne?

Ich streichelte seine Stirn und bestaunte einmal mehr das schön glänzende schwarze Fell. Zur Mainstreamgemeinschaft der per se zu Psychologentingler wollte ich nicht gehören. Lieber blieb ich bei der Freundesmasche und weil Eloquent heute nur Pferd sein zu wollen schien, würde ich nachher jemanden zum Reden finden.

 

Initiiert wurde dieser Text durch zehn Worte…

 

[Und während ich noch meinen Gedanken nachhing, stibitzte sich Eloquent ganz eigenständig den Apfel, der auf der Futtertruhe lag.]

 

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24 Kommentare

Eingeordnet unter a G'schichtle, just Life

24 Antworten zu “Alltagstherapie

  1. Einen Stern für Dich, einen „Apfel“ für Eloquent. Am Ende des Textes ist noch Platz dafür.

  2. Huij, wird sie Herrn Hunde Hinweis verstehen?
    Ich stelle mich hinten an und schaue mit.

    Deine Texte sind wie du, immer arbeitest du an dir und hast auch noch Spaß dabei.

  3. Hmmmm. vom Feinsten. Die 10 Worte stechen überhaupt nicht heraus ……

  4. Der Apfel reicht dem Herrn Hund nimmermehr.
    Denke ich und esse ihn, weil reden Silber und schweigen Gold ist.

    • Aber wählerisch sind wir nicht, oder?

      Dann eben noch ein Zusatz:
      „Zuhause erwartete mich eine wahrhaft berauschende Überraschung. Mama war unangekündigt angereist und, als hätte das nicht genügt, mir Tränen der Freude und Erleichterung in die Augen zu treiben, holte sie gerade einen frischgebackenen Apfelstrudel aus dem Rohr. ‚Bei Liebeskummer Apfelstrudel‘, begrüßte sie mich liebevoll. ‚Mit ganz viel Sahne!‘, lachtweinte ich und tatsächlich war meine Welt gerade ein gutes Stück heiler geworden.“

  5. …und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.:-D

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