Aufgeschnappt oder Meine Bloggerey als Flechtwerk

Ich war in Fahrt und ich düste durch Knoblochsche Lande.

Nein, düsen ist zu viel gesagt. Es war ein Spaziergang durch herbstlichen Wald.

Und wie das so ist, bückt man sich zuweilen und hebt eine Tannenkuh auf, ein buntes Ahornblatt oder Haselnüsse.

Ausgelegt für Finder und Innen lag da ein Häufchen Reisig für Willige.

Pfeifend locker tanzend, habe ich folgende Worte über meine Bloggerey zwischen die Holzstückchen geflochten:

 

Folgerey oder Ich bin dennoch keine Stalkerin

Ich folge Wortkreatören und ebenso gerne Wortkapriziösen einmal sofort, ein anderes Mal erst nach mehreren Einträgen, manchmal nie. Bei letzteren schaue ich spontan immer wieder vorbei, weil sie meinen Weg kreuzen und ich es genieße, von der Gelegenheit/Intuition/Wasauchimmer zu ihnen geführt zu werden.

In meine Lieblinksliste wird ab dem Gefühl „da mag ich mehr wissen“, „hier fühl ich mich daheim“ oder „bitte möglichst wenig verpassen“ getackert.

Wenn dann jemand lange nicht mehr im Bloglesebefehlsknecht auftaucht, bleibe ich lange treu. Eine Pause kann ja jede:r mal machen und zum Stöbern und Spazieren muss auch nicht zwingend was Neues gepostet werden. Dabei hinterlege ich auch Grüße, denn wenn mich der Gedanke an eine Person nicht loslässt, dann folge ich ihm. Wiederbelebungsversuche hingegen mache ich keine und Friedhofsspaziergänge auch nicht.

 

Leserey oder Ich und mein Tarnumhang

Blogs lese ich zuweilen komplett nach, zum Glück war zu dem Zeitpunkt bisher keiner schon über mehrere Jahre aktiv.

Nicht immer mache ich mich auf anderen Seiten bemerkbar. Meist haben sich Cliquen geformt und wie im echten Leben: Zuerst höre ich mal zu (lese mit), versuche einen ersten Eindruck, einen zweiten Eindruck, dazu gehörende Gefühle zu bekommen.
Danach gilt: Manchmal meine ich nicht kompetent genug zu sein, bin themenfremd, habe schrägandere Ansichten, genieße nur oder ich übe mich in Zurückhaltung.

Nebst WordPress folge ich fünf Blogs anderer Plattformanbieter. Einmal kenne ich die Person, einmal war es ein Mitreisen von WP weg, einmal darauf hingewiesen worden, zwei Mal zufällig gefunden und geschätzt.

 

Trefferey oder Eine Hand voll Mut

Auf ein Bierchen möchte ich im Grunde keine:n meiner Lieblingsblogschreiber:innen treffen. Aber ich gehe davon aus, dass es kein Gerstensaft sein muss. Deswegen: Angenehm lustige Sache kann die Anonymität, das Nichtgesagte und im Gegenzug das Dazuerfundene schon sein. Gänzlich darauf ausgerichtet bin ich allerdings nicht, somit wüsste ich auf Anhieb keine:n, wo mir ein Treffenwollen vollkommen fremd wäre.
Um ein bisschen mutiger doch eine Zahl für mich zu finden: Für spontan gesagte fünf würde ich ohne spezifischen Anlass in Auto/Zug/Flugzeug steigen*.

Wenn es die Umstände erlauben, wenn es lockerflockig von der Hand geht – ja, dann würde ich eine Blogfestivität besuchen, zu der ich eingeladen werde. Gerne noch dazu. Ich wäre dann die, welche die erste Stunde in einer Ecke steht und zusieht oder von der ersten Sekunde an wie die Gastgeberin wirkt.

 

Liebeley oder Was ich selber erfahren will

Da ich das hier nicht muss, habe ich ganz klar gerade nichts lieber getan. Fragen zu lesen (zu hören) setzt bei mir immer Prozesse in Gang, denen ich mich meist nicht sehr offensiv widersetze. Auch, weil mich die Antworten von mir selbst interessieren.

 

 

* Wer sich bei dem Gedanken ertappt: „Hey, das könnte ja ich sein“, die/der hat vermutlich recht.

 

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34 Kommentare

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34 Antworten zu “Aufgeschnappt oder Meine Bloggerey als Flechtwerk

  1. Hey, das habe ich mehrmals gedacht.
    Ein schönes Thema hast Du da aufgegriffen und ich mache mir gerade Gedanken dazu.:-)

    • Was hast du mehrmals gedacht?

      Deine Gedanken – du ahnst es – interessieren mich natürlich sehr. Zumindest mich, mag ich als Wink mit allem möglichen hinzufügen 😉

      • Das es ein paar gibt, denen du dich näher fühlst…

      • Ich schmeiß mich nicht jeder und jedem an die Brust 😉

        Abgesehen davon: Manchmal ist das Gefühl der Nähe schon da, aber aus unerfindlichen Gründen wortlos. Anders.

      • So ist das mit den Gefühlen. Zauberhaft nicht wahr, schlimm ist nur, wenn sie nicht erwidert werden. Darum brauchst du dir aber keine Gedanken machen.:-)

  2. Häufig schreib ich ja meist, bevor ich viel Denke…aber ich packe gern meine Tasche, das Land ist so schön, und wie dankbar bin ich, so viel seit Monaten hier aus der Bloggerwelt mitnehmen zu dürfen. Da ist ein gemeinsamer ähm, Apfelsaft ein guter Anlaß 🙂

    • Geht mir gleichähnlich. (Das Spontanschreiben habe ich großzügig ausgelassen, ich beantworte schließlich schon Fragen, die gar nicht direkt an mich gerichtet sind…)

      Abgesehen von Bier (Kölsch zählt nicht und Radler mit mehr Limo als Bier wohl auch nicht) und Schwarztee bin ich recht flexibel 🙂

  3. Ein feines Wortfloß haben Sie da aus dem Reisig gefriemelt, Verehrteste. Fast söllte ich die Fragen für die anderen auch noch einmal aus den Tiefen des Blogs hervorkramen. Ich finde die nämlich immer noch spannend. Ich proste mal mit Kamillentee zu, meine Liebe. Mein Kleinstgepäck ist immer schnell gepackt, juchhey! Schönstsonntagsgrüße, Ihre Käthe, zugetan.

    • Nun, Fragen scheinen nicht jedermanns/-fraus Sache zu sein. Bei mir werden sie fleißigst gestellt und auch gerne beantwortet.
      Ich fand interssant, dass sich diese Fragen alle mit dem offensichtlichen hier beschäftigen und für mich war es eine Reflexionanregung.
      Mit meinem Lieblingsgetränk (Quellwasser) proste ich zurück.
      Kleinstgepäck fetzt!
      Sonnensonntägliche Grüße, Ihre Ihnen dankbare Floßbauerin

  4. zolaski_lz

    Sehr lebendig geschrieben. Schöne Sätze und Gedanken.

  5. Schöne Gedanken, liebe Marga, die du aufhebst und verwebst.
    Und wenn es passt, würde ich mitflechten 🙂

  6. Interessant und kommt mir ziemlich bekannt vor 🙂

  7. Lieber zu Beginn einer Party noch alleine stehen, als zu ihrem Ende, nicht?
    Würdest Du auch in einen Hundeschlitten, einen Fesselballon oder ein Kanu steigen (oder für Futur II auch in eine Rakete)?

    Anonsten, frei herausgesagt, Parallelität. Ja, viele treffende Worte dazu.

    • Da bringst du auf den Punkt gebracht alle meine Wackelkniemomente zusammen. Kälte, Höhe, Wasser. Nichts, das mich nicht herausfordern würde, aber da ich gerne an den Grenzen meines Denkens (mehr ist es meist nicht) fuhrwerke… Ja, würde ich auch. Komme ich bis Futur II, dann auch Rakete.
      U-Boot wäre allerdings das, bei dem ich tausend Helfer:innen und tausend Atemzüge bräuchte, bevor ich dann doch dankend abwinke.

      Eine musste es ja mal sagen 🙂

  8. Ich hatte nach der Lesung in Hamburg überlegt, ob man nicht bald mal wieder solch eine Aktion macht. Offensichtlich gibt es auch weiterhin Leute wie dich, die daran interessiert sind, auch wenn sie sich dann erst einmal bedeckt halten, was ich gar nicht so falsch finde. Ich weiß selbst nicht, ob ich sofort reden könnte und ich mich oder andere wohl fühlen. Ja womöglich gäbe es einen Moment der Beklemmung, aber wenn dieser Moment erst einmal überstanden ist, dann kommen schon die tollsten Gespräche zustande. 🙂
    Schön geschrieben.

    • Dass es interessierte, mutige, waghalsige, unentschlossene, nervöse, neugieriege Trefffreudige immer wieder gibt, davon gehe ich mal aus.
      Deine erste (?) diesbezügliche Erfahrung schein zumindest nicht negativ ausgefallen zu sein.

      • Du hast in der gemütlichen und überaus ungezwungenen Runde am Tag danach gefehlt. Ich mache kein schlechtes Gewissen, nur Werbung. Mit Hoffnung auf ein zweites Mal. Da bin ich auch gern Wiederholungstäter.

      • Es war tatsächlich der erste Treff mit Bloggern (also Plural) und die war ganz und gar nicht negativ. Ich war vollends begeistert. Ein wundervoller Abend und durchweg Menschen, die mir sofort sympathisch waren. Schon fast gruselig. 🙂

      • Werbung angekommen 🙂 Und ich merke mir, den Tag danach nicht zu unterschätzen.

  9. … sprach Frau Auwald aus ihrem Herzen … 🙂

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