Tanz der Veränderung

Der Körper war nicht Körper mehr, stattdessen lebendig gewordene Musik.
Einzelne Töne vibrierten in den Zellen.In vollkommener Harmonie bog sich der Mittelfinger, um mit dem Daumen zusammenzutreffen. Die feuerroten Nägel blitzten im Licht, das Armband klingelte hell, als sich das Handgelenk drehte.
Parallel dazu bog sich der Oberkörper, die Ohren der Melodie des Universums zugewandt.
Langsam, getragen von den weichen, langen Tönen hob sich das linke Bein. Erst nach oben, dann zog die Ferse nach vorne.
Eine kleine Pause lang stand alles still. Verweilen in Raum und Melodie.
Mit dem nächsten Takt entlud sich in nur einer Note alle aufgebaute Energie.
Der Fuß sauste zu Boden, dass die ganze Erde zitterte und alles war anders.

 

 

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14 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie, just Life

14 Antworten zu “Tanz der Veränderung

  1. Manchmal wünsche ich mir sehr mich so bewegen zu können.
    Dann sagt die Robbe in mir, Zeit schwimmen zu gehen…:-)

    • Wenn jede:r ganz seines ist, dann ist für alles gesorgt. Wäre doch schade, wenn es keine kleine, hübschen Arabierinnenrobben mehr gäbe… 😉

  2. Genau, die singen auch so schön beim Baden.:-D 😀 😀
    Bei uns sind 2 Minusgrade, vielleicht gibt das Schnee:-)
    Guten Morgen meine Bergblüte.

  3. Der Tanz der Veränderung. Ist nicht jeder Tanz Veränderung in sich? Weil durch ihn Musik durch unsere Leiber fließt und damit Noten in uns schwingen und unser Denken anstoßen. So zumindest tanze ich am liebsten. Manchmal allein, gern zu zweit oder wildzappelnd in der Gruppe. Aber immer anders mich fühlend danach… gleichzeitig zerstört und neu erschaffen.
    Ich kanns auch pragmatisch ausdrücken: Die zerdepperte Zehe vom letzten Gruppenpogen erinnert mich bei jedem Schritt schmerzlustvoll an das unglaubliche Glücksgefühl jenes Abends. Und das fetzt!
    Ich grüße herzfein bergwärts, Ihre Käthe, zugetan.

    • Ich kann Ihren Gedanken nachvollziehen und bejahen.
      Es ist eine andere Perspektive.

      Tanzen bis die Zehen zerdeppert sind? Na, Sie sind mir eine!
      Über blutige Blasen an der Fußsohle bin ich noch nicht hinausgekommen, das Schmerzlustvollgefühl kenne ich daher aber auch.

  4. melcoupar

    Ich habe diesen Text immer wieder lesen müssen und finde ihn sehr anziehend … Es taucht jedes Mal wieder das Bild einer „kleinen Übung“ bei mir auf, die ich mal „eben so“ mitgemacht habe (ganz gegen meine sonstige Zurückhaltung). Der Nachklang war große Rührung und endlose Freiheit … Danke.

  5. moma58

    Wow klasse:-)

  6. Ein tolles Poème en Prose!

Dazu möchte ich gerne sagen:

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