Das glaubst du nicht

„Willkommen in meiner Droschke“, lachte die Taxifahrerin und ich runzelte die Stirn.

Droschke? Gehörte so etwas nicht nach Indien? Genau wie Tanbura und der Versuch, mit dem Universum in Gleichklang zu kommen?

Bevor ich mich setzen konnte, entfernte ich den leeren Bembel vom Sitz. Nun, die Verbundenheit zum Geistigen zeigte sich bei der nicht nur freundlichen, sondern auch angeheiterten Lenkerin wohl auf andere Weise.

Mein Herzschlag setzte eine Sekunde lang aus, als ich das Post-it mit dem Wort „LÄCHELN“ entdeckte? Konnte es sein? Sie? Hier? Tüpfleschiesser?

Ich schüttelte den Kopf. Bei aller Hingabe zum Magischen – das war unmöglich!

„Sagen Sie mal irgendein Wort!“, lockte mich die Nicht-Tüpfleschiesserin aus meinem zwanghaften nicht Wahrhabenwollen.

Meinen Blick auf die Regentropfen am Fenster geheftet, murmelte ich: „Wasserbild“.

Sie war begeistert: „Ha! Das ist gut. Das merke ich mir. Und eine Fee kommt dazu. Weil Weihnachten und so.“

Schreibspiel mit zehn Worten

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25 Kommentare

Eingeordnet unter a G'schichtle

25 Antworten zu “Das glaubst du nicht

  1. Und da ist es…das Lächeln…:-)

  2. melcoupar

    … und noch eines …

    • Hat schon mal jemand darüber geschrieben, dass Lächeln zu den sich am schnellsten verbreitenden Spezies gehört, wenn sie erste ienmal in freier Wildbahn sind?

      Danke!

      • Neben dem Gähnen, und beide ganz angenehme friedvolle Spielarten des menschlichen Gesichts, will ich meinen.

      • Wobei das Gähnen – so verbreitet sich die Mähr – auf ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl aufbaut. Ob bewusst oder unbewusst.
        Lachen kann ich auch mit Fremden.

        Wobei… Vielleicht hat das Lachen nur mehr Bekannte und Freunde als das Gähnen.

      • Im öffentlichen Raum wird viel gegähnt und zurückgegähnt, mehr als beim Lächeln. Ich bin ja einer, der dem Gähnen in der regeln immer ein Schmatzen folgen lässt, doch das nur zuhause. Es erscheint mir für unter fremden Menschen unanständig.

      • In meiner Gegenwart wird irgendwie mehr gelächelt als gegähnt… Meine ich zumindest.

        Danke, dass du das Schmatzen für dich behältst. Als für Gruppen stets Offene würde ich darin nämlich einen Bissen vom Mittagessen von vor vier Stunden vermuten und die Erklärung, wie der erst jetzt entdeckt wurde (schließlich sprechen wir von der Gattung Hund und nicht von Hamstern), hieße Schlaganfall. Somit wäre das Gähnen rundherum gleich vorbei, wenn ich mich auf dich stürze und die obersten Knöpfe deines Hemdes öffne.

      • Drei bis 1000x ja und sie gehört zu den schönsten 😀

      • Schade. Ich dachte, mit dieser Erkenntnis gewinne ich womöglich einen Preis.

      • Du weißt schon, das mein Kommentar sich auf das Lächeln bezog? Er ging irgendwie an die falsche Stelle ^^
        Und wenn einer den ersten Preis gewinnt, dann natürlich du. Steht außer Frage 🙂

      • Ja, ich weiß schon. Ohne großen Überblick sah ich, worauf du geantwortet hast. Ist immer so eine Sache mit den Kommentaren.

        Und dotiert ist er mir tausend Lächeln.
        Ach, vergiss den Preis! Die habe ich bis nach den Weihnachtsferien schon locker beisammen.
        (okay.. bis Ostern)

      • So mit Überblick gelesen könnte man meinen, ich würde mich schon 3-1000 Mal auf Herrn Hunds Hemdknöpfe gestürzt haben 🙂

      • Hehe… ähm… ja. Darum ^^ 😀 Nun ja… ist ja auch mal nett 😀

      • Stimmt.
        Ist auch mal nett 🙂

  3. Danke, Du Herz auf Beinen 😀
    Ich bin in einer Geschichte. Dumdidum, ich tanz herum. Dreh mich im Kreis und freu mich:-)

    Liebe Grüße
    Silvia

  4. Und, dass Du das mit dem Post-it in meinem Auto noch weißt. Wahnsinn!
    🙂

    • Das hat sich mir eingebrannt. Dachte immer: Daran werde ich sie erkennen! 🙂
      Ich hatte Glück, dass die Suchmaschine es fand, sonst hätte ich lange gesucht.

  5. Ein leerer Bembel? Das darf doch nicht wahr sein. Das gibts doch garnicht – eine Katastrophe.
    Aufauf und ganz hurtig auf und in das schöne Bembelland. Dor wird er sogleich wieder gefüllt werden mit dem göttergleichen Äppler 🙂
    Abendberuhigendäpplergeniessende Grüsse aus dem gastfreundlichen Bembelland

    • Das ist dann die Stelle, die meine Geschichte endgültig als fiktiv entlarvt. Oder war dem Bembel in wirklichkeit köstlich gefüllt im Getränkehalter? Oder war der vorherige Gast aufgrund der gähnenden Leere so schnell in ein passendes Lokal geflüchtet, dass er den Bembel darob vergaß. Wir wissen es nicht. Sicher weiß ich, dass ich bei Gelegenheit einen Äppler aus einem Bembel versuchen werde!

      • Einen Bembel vergessen? Selbst einen leeren? Nimmermehr, jedenfalls nicht freiwillig 🙂

      • Ich sehe schon, der Bembel ist eindeutig die Schwachstelle. Irgendwas stimmt da nicht. Ein Fall für Columbo nebst Sherlock Holmes!

      • Also nein, verehrte Frau Marga, gerade der Bembel ist in hiesigen gegenden ein überaus starkes Bindeglied 😉
        Schneeregnerischlangsamvorwärtskommende Grüsse aus dem Bembelland

Dazu möchte ich gerne sagen:

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