Warum positive Berichterstattung nicht funktioniert

Du, ich hatte jetzt eine wirklich gute Heimfahrt. Trockene Straße, wenig Verkehr…

Was ist passiert?

Nichts ist passiert. Passende Musik, keine Radarkontrollen…

Stehen die Bullen vor der Tür?

Nein. Sag ich doch. Ich war wirklich gut unterwegs.

Hmm.

zwei Stunden später

Warum hast du mir das mit der Heimfahrt so erzählt?

Weil ich wissen wollte, wie es ist, wenn gute Nachrichten überbracht werden.

Du hast mich erschreckt.

 

 

 

 

50 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie, just Life

50 Antworten zu “Warum positive Berichterstattung nicht funktioniert

  1. Super!
    Sie soll es weiter machen!

    • Tatsächlich, ein paar Tage später:

      Und am Abend sehen wir uns und dann kannst du mir von deiner guten Fahrt erzählen.

      Womöglich könnte man sich daran gewöhnen 🙂

      • Was dann mal eine gute Gewöhnung wäre.

      • Zumindest eine abseits des Allgegenwärtigen.

      • Kannst du das mal bitte den Zeitungen vorschlagen? Ich vermisse die guten Nachrichten.

      • Ich habe immer noch im Kopf, dass es mal einen Radiosender gab, der sich damit versuchte. Es gab keine Nachfrage bzw. keine (nicht genug) Hörer:innen, so dass der Betrieb wieder eingestellt werden musse.
        Ich weiß aber nicht mehr wie, wo, wann, was…

  2. Mal schauen, ob es sich mit positiven Kommentaren ebenso verhält:

    – Der Beitrag ist Dir gelungen.

    Mögliche Entgegnungen:

    a) – Aber?
    b) – Die anderen nicht?
    c) – Hast Du ihn auch richtig gelesen?
    d) – Du flunkerst auch nicht?

    wahrscheinlich aber:

    e) – Ja, ganz nett. Danke.

    • Memo an den Sekretär im Vorzimmer: Allzu positive Kommentare werden gelöscht, bringen nicht den nötigen Schwung in die Sache.
      Memo Ende.

      ad d) Nur, wenn es sein muss, ich es will oder Spaß damit verbunden sein könnte. In diesem Fall: Nüschte davon, Manche Experimente müssen einfach sein. Einzig das Wörtchen „wieder“ habe ich an einer Stelle herausgelöscht.

  3. Das ist so aufrütteln, das bekommt ’nen Reblog, meine (liebe) Liebe. Ich weiß, ich bin ein kleiner Zankapfel
    🙂

    Liebe Grüße,
    Silvia

  4. Hat dies auf Tüpflischiesser rebloggt und kommentierte:
    Mal drüber nachdenken!

  5. Monika-Maria Ehliah

    .. es gibt Menschen die können Positives nur schwer glauben
    oder sogar ertragen ….
    Mit Herz und Segen!
    M.M.

    • Es ist auch so ungewohnt. Als sei es kaum wert, darüber gesprochen zu werden.
      Wir können uns ja gegenseitig darin üben.

      Danke dir!

      • Das erinnert mich an eine kürzlich geführte Diskussion über ein Passbild.
        – Das ist ein schönes Bild von dir.
        – Echt? Nee, ich guck da blöd drauf.
        – Mir gefällt’s.
        – Quatsch, guck doch mal, wie ich guck.
        – Nein, das sieht gut aus. Ich mag es.
        – Ok …
        Tags drauf:
        – Hier, ich hab dir das Passbild mitgebracht. Findste das wirklich so gut?
        – Ja, ich find das wirklich so gut. Darf ichs behalten?
        – Echt jetzt? Aber guck doch mal, … (Endlosschleife)

      • Stimmt. So was kennen wohl viele (von sich und anderen).
        Was die Frage aufwirft, ob wir in Bezug auf schlechte Nachrichten in einer Art Endlosschleife hängen…

      • … oder die Erwartungshaltung haben: Es ist ja immer was.

      • Monika-Maria Ehliah

        Ja und das Üben ist so wertvoll…
        Segen!
        M.M.

  6. Aller Anfang ist schwer…

  7. ©lz

    Schön und Wunschvoll gedacht. Ich selbst denke ja die Masse kann mit dem guten wenig anfangen. Schlechte Nachrichten haben sich schon immer besser verkauft. So will es mir scheinen.

  8. Der Kaffee schmeckte wunderbar. Der Lidstrich brachte den nötigen Schwung ins noch träumende Gesicht, die Luft kalt tief und erfrischend auf dem Weg ins Büro. Wedelne Hunde um die Füsse und die Arbeit tat sich von selbst. Die Strumpfhose blieb da wo sie sein sollte. Ach ja und der Hund schiß nicht vor die Tür der Kollegin, die sie nicht mag 😀 Alles total positiv heute.
    Ähm ja… ich habs mal versucht.

  9. Absolut lebensecht.
    Eine exakte Beschreibung eines alltäglichen Phänomens.
    Aber welche Schlüsse sind daraus zu ziehen?
    Das wir auf positive Nachrichten mittlerweile fast automatisch misstrauisch reagieren?
    Das man, will man Wirkung mit einer Nachricht erzielen, sie schrittweise pointierter und schärfer (ergo negativer) formulieren muss?
    Sind wir bereits so konditioniert (von wem auch immer), dass wir die negative Nachricht für glaubwürdiger halten als die positive?
    Mir gefällt Ihr Beitrag, er regt mich zum neuerlichen Nachdenken zu diesem Thema an.

    Vormittäglichfastsonnige Grüsse aus dem leuchtenden Bembelland

    • Vielen Dank, Herr Ärmel, für das Teilen Ihrer Gedanken. Wir kreisen um Ähnliches.

      Zartsachtschneeflockenschwebende Grüße aus dem verhangenen Tal

  10. Die Welt ist nicht heil. Unterstellen wir deshalb automatisch allen positiven Nachrichten verschwiegenes Negatives? Ist es das Gefühl, bei positiven Nachrichten „nochmal davongekommen“ zu sein, denn morgen könnte ja schon …?
    Ich weiß, dass ich mich immer häufiger frage, wem ich glauben kann. Im übrigen denke auch ich: je greller (negativ oder positiv), desto mehr Aufmerksamkeit, Aufregung, Adrenalin, Ablenkung. Hauptsache grell. Und auch ich glaube, dass das bewusst zur Manipulation eingesetzt wird.

    • Ständiges Geblendetwerden macht blind für die zarten Farbtöne und das Pastellene.

      Warum funktioniert das vor allem in die eine Richtung? Warum unterstellen wir dem Negativen nicht unterschwellig etwas Gutes?
      Diese Woche war ich zwei Mal in einer verkehrstechnischen Situation, in der ich dachte: „Puh, nochmal davongekommen!“ Da werfe ich doch sofort ein beherztes „Danke!“ in die Runde, ohne an Morgen oder nächstes Mal zu denken.

      Danke für deinen Kommentar. Es sind genau Fragezeichen und Überlegungen in diese Richtung, die mich zu den Zeilen gebracht haben.

      • Danken ist wichtig, es verändert die eigene Haltung. Es verbindet. Es entspannt. Und genau das passiert durch das Geblendetwerden: der Druck wächst. Und wenn das passiert, bleiben die (pastelligen) Zwischentöne auf der Strecke.

        Warum lässt sich „das Gute“ „dem Bösen“ nicht als Block entgegensetzen? (Ich behaupte das jetzt einfach.) Ich denke mal verwegen, sie wären sich dann zu ähnlich (die Sache mit dem „Reich des Guten“ und dem „Reich des Bösen“ hatten wir ja auch schon). Vielleicht muss die Konsistenz ungleich sein?

        Nur meine Gedanken. Spannend. Danke dir für den Anstoß.

  11. Dazu passende Alltagsunterhaltung, gerade eben wieder vorm Brötchendealerladen:
    Hallo, lange nicht gesehen, wie geht es denn?
    Danke gut, sehr gut sogar.
    Wirklich?

    Ich meine, ist es so absurd, daß es mir gut geht, daß eine Nachfrage not tut? Und wird mir da nicht unterschwellig Unglaubwürdigkeit angetragen? Dieses Negativdenken, ist das die neue Normalität. Bjäch, ich mag das nicht…
    Herzfeine Grüße, die Ihre.

    • In der Zwischenzeit durfte ich auch schon ein Gespräch führen, in dessen Verlauf wir darüber nachdachten, wie oft auch gute Neuigkeiten durchaus Platz haben (Du, mein Vortrag ist heute wirklich gut gelungen, die Gäste waren heute Morgen wirklich nett, gestern haben wir gelacht, bis uns die Bäuche weh taten…). Ich bin immer froh, wenn sich manche Überschriften oder Aussagen von mir relativieren. Es stimmt dann gleich besser.

      Ich kenne das Wiegehtesdir umgekehrt. Wie geht es dir? – und während ich noch überlege – Eh gut, oder?
      Da brauche ich dann gar nicht mehr in Worte zu gießen, was ich gerade empfinde und sage Jaja oder Immer doch.
      Ich freue mich, dass Sie ein Sehrgutsogar sagen können/konnten!

  12. Welch guten Kommentare und Gedanken hier! Sehr erfreut gelesen!

  13. Ich lese dein Blog noch nicht lange, aber dafür sehr gern! Auch wenn du solchen Support kaum nötig hast, nominiere ich dich für den Liebster Award!

    Auf dass dein Blog weitere zahlreiche Leser und Leserinnen finden möge! 🙂

    Mehr Infos findest du hier:
    https://durchallemeinewelten.wordpress.com/2015/01/24/liebster-award-ich-wurde-nominiert/

    Viel Spaß!
    Soylani

    • Liebe Soylani, danke für deine lieben Zeilen. Das freut mich.
      Ich werde nachsehen, was du über dich erzählst und im Gegenzug gerne von mir wissen möchtest.
      Herzliche Grüße, Marga

Dazu möchte ich gerne sagen:

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