Schnell noch

Kennt ihr das? Aussagen wie:

„Ich gehe noch schnell einkaufen.“
„Kannst du mir schnell mal helfen?“
„Bringst du noch schnell die Wäsche runter?“
„Wir essen noch schnell, dann kommen wir.“

Es gäbe wohl noch einige Beispiele dazu und sie gehen so schne… leicht von den Lippen.

Meine Oma ist da ganz besonders. Was allerdings auch dem Dialekt zugeschrieben werden muss. Dieses „Schnell“ gibt es als „gnot“ sehr wohl, doch man kann es auch anders ausdrücken.

So hieße es bei meiner Oma zum Beispiel:

„I gang no luschtig go innkoufo.“
„Kascht d’mear luschtig helfo?“
„Tuoscht no luschtig d’Wösch abe?“
„Mear eassod luschtig, dinn kund mear.“

Dabei hat dieses „Lustig“ nichts mit Humor zu tun (womit es genau zusammenhängt, weiß ich allerdings auch nicht). Für mich persönlich ein Aspekt, den ich in meinen Sprachgebrauch einpflegen möchte. Es gehen eh so viele alte Worte verloren, dieses möchte ich für mich bewahren. Da steckt viel Potential darin.

 

 

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34 Kommentare

Eingeordnet unter faszinierend, just Life

34 Antworten zu “Schnell noch

  1. mickzwo

    Heutzutage wird auch gern das ’schnell‘ mit ‚kurz‘ ausgetauscht. Wohl weil es die Sache noch fixer machen soll. Da kommt mir das ‚lustig‘ der Oma viel eher zu pass. LG,mick 🙂

  2. Grandios! Welcher Dialekt ist das?

  3. Geil ist auch: „Mensch, ich verlang doch nicht so viel, kann doch nicht so schwer sein, ne kleine Schüssel Essen mal eben zu Middach“ . 😀

  4. Oder: „Schaaatz, kannst mal eben ganz kurz halten“ . 😀

  5. Fix aoufessen, mir wolln in Gardn.

  6. Ist das Witzige nicht, in meinem Fall auf jeden Fall, dass solchen Aussagen zumeist das genaue Gegenteil folgt in puncto „schnell“ und „mal eben“? Nun, beim Essen habe ich eine charakteristische Grundschnelligkeit. Aber sonst?
    Es soll wohl „leicht“ bedeuten. Und dass es die Pläne, die vorliegen, nicht gleich zum Scheitern bringt, wenn man mal eben und eben „schnell“ diese andere Sache erledigt.

    Denkste. Ich komme oft genug dabei völlig aus dem Tritt und unter „schnell“ dies und „eben mal“ das verflüchtigt sich oft genug, was „eigentlich“ mein Plan war.

    „Eigentlich“, auch so ein Wort.

    Putzmuntere Grüße
    Wuff

    P.S. Jetzt muss ich aber schnell frühstücken, denn ich muss los.

    • Da hoffe ich dann doch, dass nach dem Frühstück das „Los!“ nicht vergessen wurde!
      Darüber hinaus stimme ich eigentlich ziemlich zu.

  7. Luschtig. Habe die Sätze deiner Oma mehrmals lesen müssen, um sie zu verstehen. Doch da gingsch.
    Die Schnell-Sätze kenne ich und denke manchmal, das „schnell“ ließen sich gut durch „in Ruhe“ ersetzen. „Wir essen noch in Ruhe, dann kommen wir.“
    Luschtig innkoufe oder luschtig helfo sollten unbedingt im Sprachgebrauch aufgenommen werden. Auf dass diese Worte nicht verloren gehen!

    • Eine feine Idee, liebe maribey. In Ruhe all diese Dinge zu tun und erleben. Was wir uns dadurch alles zu erzählen haben werden!

  8. „einpflegen“ ist auch ein interessantes Wort 🙂

  9. Hm #1.
    Den Wortgebrauch deiner Oma finde ich kreativ und trendsetzend. „luschtig“ ist herrlich positiv (assoziativ gesehen). Gibt es eigentlich eine Tätigkeit, die schnell und positiv zugleich ist?
    Hm #2.
    Ich glaube, das „schnell“ bezeichnet Taten, denen man mehr Zeit widmen sollte, aber es nicht tut, weil man seinem Gegenüber versichern will, daß man nicht zuviel Zeit mit Genießen ebendieser Tätigkeit „verschwendet“. Kommt das hin?
    Hm #3.
    Ich habe vor langer Zeit mal getestet, wie sehr ich mich mitteilen kann, ohne Worte zu verwenden, die mich zwingen, etwas zu tun. Sprich auf „müssen“ und „sollen“ verzichtet. „ich muss dies und das…“ Das war schwieriger als Vegetarier zu werden. Aber wenn es klappt, ergibt sich plötzlich eine natürliche Gelassenheit in allem, wie durch ein Wunder. Mein Experiment nun in diesem Zusammenhang: „schnell“ und „eben“ mit… Oh, wie wäre es mit „leidenschaftlich“?? zu ersetzen. „genüsslich“ geht auch. Oder einfach „bewusst“.

    • ad #1
      Kennst du das Spiel, bei dem man versuchen muss dem Gegenüber auf die Hände zu tippen, während der andere diese durch Wegziehen davor beschützen kann? Gilt das vielleicht als Tätigkeit? Oder ein rasanter Purzelbaum? Wobei „leidenschaftlich“ und „genüsslich“ gefielen mir bei letzterm noch besser zur Beschreibung…
      ad #2
      Mit dieser Umschreibung kann ich gut mit. Was mich persönlich nicht aus der bewussten Beachtung der verwendeten Worte und deren Wirkung entlässt.
      ad#3
      Experimente, die zu kleinen Wundern führen, schätze ich sehr.
      Was solch kleine Worte doch für Folgen bringen können!

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