Träume von Gipfeln und Glück

Spielkind hat ausdrücklich mich dafür ausgesucht, Fragen zu beantworten (dich übrigens auch). Und weil meine Fragen mich stets zu Antworten führen, mache ich das auch hin und wieder umgekehrt ganz gerne und versuche mich im Formulieren.
Bis auf einmal ist mir das in diesem Fall gelungen.

1. Glaubst Du, dass Amerika unser Freund ist?
Auf die eine oder andere Weise, mehr oder weniger kenne ich meine Facebookfreunde. Einen Bruchteil davon lade ich auf eine persönliche Feier ein und wenigste wissen, wie ich zur Gattung Fliegen stehe.
Was ich sagen will? Ich kenne eine Frau, die in Amerika wohnt und der ich mich herzlich verbunden fühle. Sie ist eine entfernte Variante von Freundin.
Amerika selbst ist mir weder Freund noch Feind. Wenn es hier politisch werden soll: In diesem Bereich spielt so viel anderes eine Rolle, dass diese Vokabel absolut keinen Zusammenhang für mich darstellt. Befreundet bin ich mit einzelnen Menschen.

2. Wie kann es Frieden geben?
Was, wenn es ihn gibt? Einfach so, immer schon und längst? Ich erinnere…

3. Warum teilen die reichen Menschen nicht mit den Armen?
Ich erlebe, dass sie das sehr wohl tun. (Wenn die Frage allgemein bleibt, dann darf es die Antwort auch.)

4. Was bedeutet Nächstenliebe für dich?
Mich selbst als Teil zu sehen.
Mein Lieblingssatz dazu, weil ich ihn sehr gut nachvollziehen kann: Der Mensch wird am Du zum Ich (Martin Buber).

5. Hast du ein Vorbild und warum?
Ich habe viele Vorbilder. Immer wieder, neue und alte. Mein Leben richtet sich nicht direkt auf sie aus und ich habe auch nicht täglich mit ihnen zu tun.
Auf einem langen Weg braucht es hin und wieder – und sei es nur ein altes Farbzeichen an einem Baum oder auf einem Stein – ein Zeichen, dass man sich noch auf dem ausgesuchten Weg befindet. Es ist auch erbaulich jemanden zu treffen, der einem ein wenig davon berichten kann, was auf der Strecke noch warten wird und mitunter Tipps zum Umgehen von Hindernissen geben kann. Oder jemand, der schon einen Gipfel erklommen hat und dadurch schlicht ausstrahlt: Es ist möglich. Wenn ich auf meinen Gipfel komme, dann du auch auf deinen. Es kann allerdings ein ganzes Leben dazu brauchen.
Für mich ist auch wichtig, dass nicht für alle ein Gipfel das Ziel ist. Es gibt viele wichtige Wirkorte und das zeigen mir meine Vorbilder, die unterschiedlichst sind und gerade dadurch so viel ausdrücken, was mir Leitung ist.

6. Kennst du die Verfassung der Franzosen von 1793?
Kann es sein, dass ich die bei dir – Spielkind – kürzlich angelesen habe? Wenn ja, dann kenne ich die ersten Absätze. Insgesamt muss ich wohl mit nein antworten, weil „kennen“ ein zu großes Wort dafür wäre (abgesehen davon würde ich mir niemals merken, aus welchem Jahr welche Verfassung käme, die ich vielleicht und nur zufällig läse).

7. Gibt es ein Recht auf Glück?
Glück ist in meiner Wahrnehmung nichts, worauf ich bestehen kann. Ebenso wenig darauf, dass mich andere verstehen, mögen, morgen die Sonne scheint oder mein Auto niemals einen Platten hat.
Wir nehmen oft Dinge persönlich, die nicht persönlich sind.
Glück sehe ich eher im Zusammenhang mit einer Haltung. Der eine kann es leichter erleben, die andere nur schwer und das hat weniger mit den äußeren Umständen zu tun.

8. Wer darf aus deiner Flasche trinken?
Wer halbwegs gepflegt aussieht, keine Ausschläge im Mundbereich hat und frägt (wobei es von letzterem nahestehende Ausnahmen gibt).

9. Gibst du Bettlern Geld?
Manchmal – sehr situationsbezogen

10. Wie viel?
Meistens im Münzbereich. Ich gestehe: Straßenmusiker können da – wenn ich angetan bin – mehr erwarten.

11. Was ist Dir wichtig?
Dass Zeit und Raum zum Träumen bleibt, Familie, Natur, Werden, Miteinander – ach, so viel und es wird immer mehr. Vermutlich wird das sowieso mit „Träumen“ alles zusammengefasst. Was ich träumen kann, kann ich auch erleben.

 

 

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17 Kommentare

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17 Antworten zu “Träume von Gipfeln und Glück

  1. „Glück sehe ich im Zusammenhang mit einer Haltung“… das unterschreibe Ich sofort.

  2. Vielen Dank! Es ist schön das zu lesen! M.

  3. Wie immer, tolle Antworten, liebe Marga.
    Gerald Hüther, ein Neurobiologe, hat einmal in einem Interview mit Malaika e.V. gesagt: „Glück ist eine Haltung. Sie zeigt sich in der Begeisterungsfähigkeit eines Menschen, in seiner Offenheit und Neugier dem Leben gegenüber und in seiner Fähigkeit zu lieben.“ Finde ich eine wunderbare Definition des Wortes Glück.

    • Finde ich auch sehr stimmig.
      Danke für deine Worte – liebe Grüße, Marga

    • Du-u. Ich bin ja ein bisschen langsam und hintendran (wenn man das mittlerweile als üblich anzunehmende Alltagstempo zum Vergleich nimmt) – aber ich entdecke gerade überall Glück und keine geringe Menge davon bei dir!
      Wie wunderbar!

      • Langsam und hintendran ist vollkommen gut, nehmen wir das Alltagstempo raus.
        Ganz lieben Dank für deine Worte, die mich sehr erfreuen, liebe Marga!

  4. Nr 7 ist mal wieder sensationell. Kann ich mehrfach lesen und immer wieder etwas neues entdecken

  5. Seeeehr interessant, vor allem eins, fünf und sieben 🙂
    Liebe Sommersonnengrüße vom Lu

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