Ein System hinter dem Schenken

Im Grunde ist schenken nicht kompliziert. Man muss sich nur die Einzelheiten merken.

Für den einen ist Zucker eine moderne Droge. Fast schon weißer Tod.

Die andere mag keine Blumenstöcke, weil unhygienisch und unnatürlich.

Die nächste verwehrt sich gegen Schnittblumen. Verwesung braucht sie nicht in den eigenen vier Wänden.

Einer liest so viel, da ist Literatur an sich ein schwieriges Pflaster.

E-Book-Leser beenden das Thema von vorneherein.

Bei Düften sind manche extrem kritisch. Kaum zufrieden zu stellen.

Das Haus ist gerade von Grund auf ausgemistet. Bitte nichts, das in irgendeiner Form Platz braucht.

Die Diät läuft in unübersichtlichen Phasen. Essen kein gutes Thema.

Alkohol ein frisch entwickeltes No-Go.

Terminkalender bis März schon voll. Ein neuer Termin in Form von gemeinsamer Zeit unerwünscht.

Gutscheine? Wie einfallslos für diese.

Kein Geschenk auch keine Lösung. Für jenen.

 

Vielleicht muss alles nur um eine Stelle verschoben werden?!

 

 

 

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24 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

24 Antworten zu “Ein System hinter dem Schenken

  1. Auf die Spitze getriebener Individualismus, untermauert mit Ideologie. Schwer gegen anzukommen. Dazu müsste mensch sich zurücknehmen. Kann/tut/will nicht jede/r. Schon gar nicht (ha!) an Weihnachten.
    Eher pessimistische Grüße
    Christiane

    • Ging es dir schon immer/lange so mit Weihnachten?

      • Nein. Ich halte das, was du beschreibst, für eine Veränderung in der allgemeinen Grundhaltung, die zu Weihnachten extreme Blüten treibt und daher sichtbarer als sonst wird. Und das entwickelt sich ca. seit den 90ern (in Deutschland), würde ich sagen. Also ja, schon ganz schön lange, Tendenz steigend.

      • Wie und wann schenkst du?

      • Wann: So, dass der Empfänger sein Geschenk zu Weihnachten hat, falls wir uns nicht sehen, falls wir uns sehen, halt dann.
        Wie: Die, die ich beschenken möchte, kenne ich länger. Da weiß ich dann, was gerade geht und was nicht. Ansonsten frage ich (z. B. konsequenterweise bei Leseratten oder Musikliebhabern) oder denk mir was aus. Mir fällt kein Zacken aus der Krone, wenn ich jemanden frage, womit ich ihm/ihr eine Freude machen kann. Denn das sind Weihnachtsgeschenke für mich: jemandem, den ich mag, eine Freude machen.
        Liebe Grüße
        Christiane

      • Klingt, als ob du zumindest in deinem Umfeld eine gute Variant abseits von auf die Spitze getriebenem Individualismus und Ideologie gefunden hast.
        Ich wünsche dir viel Freude beim Schenken und Beschenkt werden.
        Herzliche Grüße,
        Marga

      • Kommunikation ist alles! Und begreifen, dass man sich viel Stress auch selbst macht. (Und hoffen, dass die eigene Ruhe abfärbt, es ist ja nicht immer nur man selbst. :-))
        Die Freude wünsche ich dir auch.
        Liebe Grüße
        Christiane

      • Ach, und dieses Ideologie-Ding, das bemerke ich erst seit wenigen Jahren so massiv.

      • Extreme Ausläufer scheinen das Ding einer Generation zu sein, die alles im Überfluss hat/haben kann.

  2. Was für eine köstliche (No-Go-)Geschenkliste,
    ich hab mich beim Lesen, liebe Marga, echt schlapp gelacht! 😆

  3. Bin da ganz bei dir. Wobei ich Drogen in kleineren Mengen ja schon nicht uninteressant finde 😀

  4. textstaub

    Wenn schenken nichts von müssen sollen und anderem Zwang hat ist es durchaus schön. Daneben liegen kann man immer. Auch ohne Geschenk.
    Manchmal ist sogar danebenliegen ein Geschenk.
    Herzlich dir gutes Schenken.

  5. Das Thema liegt mir auch auf der Seele …

    • Wie machst du es? Wie gehst du damit um?

      • Jedes Jahr die gleiche Frage. Sage ich ihnen, ich will nix und gebe nix, wird das nicht respektiert. Also schenke ich meinen Eltern ein halbes Reformhaus, weil sie ja mindestens 100 werden wollen. Mein Sohn kriegt irgendwas zum kochen, Gewürze oder so, weil er Spaß dran hat.

        Und so weiter.

        Eigentlich möchte ich „nur“ Zeit schenken und geschenkt bekommen. Vi
        Vielleicht Wörter. Geschriebene Wörter …

      • Im ersten Jahr waren wir auch überrascht, dass das mit dem Nichtschenken sogar funktioniert 🙂 Wir sind doch irgendwie alle in diesem Strudel und wissen nicht, wie man gegen den Strom schwimmen könnte.

  6. Eintrittskarten: stehen nicht rum, stauben nicht voll, machen nicht dick
    oder Kalender; kann man nach einem Jahr getrost entsorgen oder ihn, wenn nötig weil schrecklich „mit ins Büro nehmen“
    Schöne Weihnachten :-).

Dazu möchte ich gerne sagen:

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