Hätte ich doch…

Lange fiel es mir schwer Wünsche oder Träume zu formulieren. Was ich noch erleben oder erledigen wollte, bevor… ja, was? – die Welt untergeht, ich den Löffel abgebe, der nächste runde Geburtstag ansteht. Es war für mich leicht, genau so, wie es war, die Rechnung zu unterschreiben, Trinkgeld drauf und gut.

Im Wesentlichen hat sich daran nicht viel geändert. Außer, dass mir der Gedanke gefällt, so in den letzten Minuten von was auch immer an ein, zwei Hätte in meinem Leben zu denken. Ein kleines Portiönchen sehnsuchtsvolles „Danke trotzdem“.

Mit der Suche nach etwas Passendem habe ich mittlerweile zwei Schätze in mir.

Eines davon ist Lindy Hop.

Mir gefällt die Musik, die Stimmung, die Bewegung.

Es ist ein Hätte und kein Abgehakt, weil

  • ich genau wie die meisten Menschen in meinem nächsten Umfeld eine überschaubare Beweglichkeit in der Hüfte geerbt habe. Wer Pech hat, schlägt sich mit der Steifheit eines Berges durchs Leben, wer Glück hat, erinnert an eine Tanne im Wind (mittlere Stufe).
  • mein motorisches Vermögen bescheiden ist. Das heißt: langsam. Langsamer als der Durchschnitt möchte ich zumindest vermuten. Was im Kopf noch klar ist, wird im Stille-Post-Spiel mit den Extremitäten zu… Matsch.
  • es familiär gesehen nicht gerade die unkomplizierteste aller Zeiten für die Organisation eines Tanzkurses ist, der
  • zudem mindestens eine Stunde Fahrt entfernt stattfindet. Wenn überhaupt. Ich habe noch keinen gefunden (zugegeben: auf die Schnelle).
  • ein Tanzpartner fehlt.
  • angenommen, ich komme bis hierher… Nach dem Kurs und dem Können wider alle biologische Wahrscheinlichkeit stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Oder lerne ich ins Blaue hinein, als ob ich Suaheli studiere, ohne jemals in die Nähe einer Situation zu kommen, in der mir das was bringen könnte?

Nichts desto Trotz! Keine Sorge, keinen Punkt sehe ich als absolutes Hindernis. Und wenn ich mit Samba im Blut zur Welt gekommen wäre, direkt neben einer Lindy-Hochburg wohnen würde und einen Partner hätte, der sich nichts sehnlichster wünscht als mit mir diesen Tanz zu lernen und fortan regelmäßig zu praktizieren, dann wär’s ja eben nicht der Schreibe wert.

Es darf also mein Hätte bleiben. Mit roter Schleife als gern gesehener Begleiter. Eines Tages wird das Paket vielleicht noch aufgeschnürt (dann brauche ich ein anderes Seufz-Hach-Hätte-Sehnsüchtlein für den Schluss). Ansonsten geht es mit durch die Pforte und wir sehen, was im nächsten Leben daraus wird.

 

 

 

Advertisements

5 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

5 Antworten zu “Hätte ich doch…

  1. Liebe Marga,
    Ich glaube, du hast ganz recht mit dem „hätte ich“ , das verbleiben muss.
    Nicht nur, um die Sehnsucht zu haben, un weiter zu leben,
    sondern auch um Träume haben zu können. Träume braucht man nämlich immer.

    Liebe Grüße
    vom alten 🎪🐎 Kai

  2. Liebe Marga,

    sorry, aber ich habe dir gerade einen Blogaward verpasst:
    https://finbarsgift.wordpress.com/2017/02/06/mondins-liebster-blogaward/

    Machst du mit?
    Herzlich, Lu

Dazu möchte ich gerne sagen:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.