Priorität der Probleme

Nach dem ein Unglück nach dem anderen geschehen war, tropften die Tage wie Eis von einer Kinderhand; zäh und langsam. Bald aber mischte sich ein anderer Rhythmus darunter. Hin und wieder und immer öfter das Tempo von Schneeschmelze im Frühling. Einige Leute fragten sich, wann sie denn wieder endlich von den eigenen Problemen sprechen durften. Von Scheidung, Affäre, Krebs und Depression. Von Gewichtszunahme, Knieoperationen und einer Schwiegermutter zur Pflege. Nichts davon kam gegen den riesigen Berg, das abgrundtiefe Meer, den tödlichen Sumpf an, den die Ungewissheit eines verschwundenen Kindes mit sich brachte.

Lag es am Mangel, eigene Befindlichkeiten austauschen zu können? An Neugier oder detektivischen Neigungen? An der menschlichen Natur im Allgemeinen oder nur an der Aktualität? Vermutlich an allem und das in unterschiedlicher Gewichtung. Jedenfalls begannen schon bald die Theorien rund um Olivias Verschwinden zu sprießen.

 

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12 Kommentare

Eingeordnet unter a G'schichtle

12 Antworten zu “Priorität der Probleme

  1. Das klingt wie bei Elena Ferrante. BTW, meine E-Mail geht nicht mehr.

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