Der Mensch denkt und Gott lenkt

Da komme ich nur unregelmäßig auf dem Blogspielplatz vorbei und fange dann ausgerechnet mit Gott an?
Man wird es mir verzeihen. Das eine wie das andere.

Nicht nur ich kenne das. Wenn Unglaubliches, Schreckliches, Erschreckendes, Trauriges passiert, so ist es mitunter die (letzte) Konsequenz (die Rangordnung hängt ein bisschen von der persönlichen Glaubenskonstitution ab), dass man es als gottgegeben, Gottes Willen, göttlichen Weg und ähnliches beschreibt. Eine legitime Variante, um damit umgehen zu können. Beispiel fürs leichtere Mitdenken? Ein Kind, das nur acht Jahre alt wird.
Im Grunde wissen wir ja alle, dass dieses Leben ein temporäres Vergnügen ist, aber in der praktischen Umsetzung bzw. im direkten Erleben ist das nicht immer ganz so locker aus der Hüfte zu schütteln. Da braucht es Beistand. Göttlichen mitunter.

Glaubende sehen es also – darauf will ich hinaus – als möglich, dass ein Leben mit acht Jahren beendet und trotzdem vollkommen ist. Vollkommen, obwohl wir uns 90 leidensfreie Jahre mit Tod im Schlaf ausdenken. Nicht unsere Wünsche und Vorstellungen sind die letzte Instanz. Eine Kraft, die man Gott, Buddah usw. nennt, weiß es besser und wir nehmen das Los an – wie man so schön sagt.

Kleiner Themenwechsel mit einer Frage zur Haltung bei nicht ganz so drastischem Auseinanderdriften von Vorstellung und Realität:

Wenn diese eine göttliche Kraft beim Bemessen der Lebensspanne schon mehr weiß, warum besteht man so verbohrt darauf, dass eine Ehe anderen Spielregeln unterliegt?

 

 

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36 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

36 Antworten zu “Der Mensch denkt und Gott lenkt

  1. Das Leben ist Wandlung. Täglich. Sie zum Guten zu wenden schafft man mit der Kraft der Liebe. Du kannst diese gern Gott nennen.

  2. textstaub

    Nicht alles ist mit Liebe zu schaffen.
    Zuweilen Illusionieren wir das herbei.

  3. Der Tod eines geliebten Menschen ist die stärkste Form des verlassen-werdens … ein Vorgeschmack darauf, sich von sich selbst zu verabschieden. Der ewige Kreislauf …

    Die Ehe – dass Scheitern meiner ersten Ehe hat mich sehr mitgenommen, obwohl es sich lange angekündigt hat. SEIN Wille und mein Wille … letztendlich war es zu meinem Besten – und zu dem meiner ersten Frau, glaube ich.

    Grüße !

  4. Wenn ich mir so ansehe, wie es auf der Welt zugeht …… Das soll Gottes Wille sein ? Wenn das so sein sollte, muss man sich einen gleichgültigen, kleinlichen ja sadistischen Gott vorstellen oder aber einen, der einen Plan verfolgt, der für Menschen nicht nur unverständlich ist sondern auch unendlich viel Leid verursacht. Der „liebe Gott“ ?
    Da gibt es natürlich das intellektuell geniale Konstrukt des freien Willens. Wessen freier Wille soll es aber sein, dass 8 jährige und noch viel jüngere Kinder sterben ?
    Dass die Ehe ein unwiderrufliches Zusammenschmieden von zwei Menschen sein muss, gehört auch zu den sehr viel Leid erzeugenden kirchlichen Vorschriften. Ein großer Teil des Leids entsteht ja schon dadurch, dass Menschen glauben, dass sie jede Art von Ehehölle durchhalten müssen. In Gottes Namen ?

    • Ich vermute und gehe davon aus, dass ganz viel von meiner Vorstellung von Gott nicht zutrifft. Viel zu „menschlich“ gedacht. Ein Freund von mir meinte, er würde sich schon einmal eine göttliche Erscheinung wünschen, aber die dürfte nie so ausfallen, wie er sie es sich ausmalen könnte. Sonst würde er es nicht glauben. Es müsste außerhalb seiner Vorstellung und Phantasie liegen. Macht das Sinn? Damals war das plausibel.
      Ich finde es sehr eigenartig, wie Menschen auf das Ende einer Ehe reagieren. Das findet dann durchaus außerhalb meiner Phantasie statt. Aber ohne göttliche Erscheinung (also davon gehe ich fest aus!). 🙂

    • Gottes Wille – findet jenseits von unserem Verstand statt. Ich glaube, das Gott uns fortschreiten sehen möchte, in unserer Entwicklung. Da wir nun mal keine einsichtigen Geschöpfe sind (Ausnahmen gibt es wohl …), geht das nur mit unsäglichen Leid, bis hin zur Gefährdung der Gattung. Das ist bestimmt nicht Gottes Wille. Das ist Evolution …

      • Hmmm, einerseits sagst du, dass Gottes Wille jenseits von unserem Verstand stattfindet, andererseits stellst du die Theorie auf, dass Gott uns fortschreiten sehen möchte. Das lässt sich nicht wirklich vereinbaren, wenn Gott außerhalb unseres Fassungsvermögens liegt, können wir auch keine Theorien über seine Absichten aufstellen oder diese gar verstehen.
        Für mich ist der agnostische Standpunkt der einzig sinnvolle: wir können es nicht wissen. Weder die Existenz Gottes noch seine Nicht-Existenz können wir irgendwie beweisen. Lassen wir uns überraschen …..

      • Aber – ich kann doch wissen, dass ich nichts weiß 😉 Glaube eben … das Gefühl sagt, dass es mehr als nur ein Gedankenkonstrukt sein muss.

      • Natürlich ist das Subjektive absolut legitim. Und wenn dieses Gefühl alle Menschen in die gleiche Richtung ziehen würde, könnte ich mich dem vielleicht anschließen, aber leider sagt mir mein Gefühl völlig anderes und aus dem Gefühl von Milliarden von Menschen sind hunderte verschiedene Religionen entstanden.
        Wer könnte entscheiden ob nun die Christen Recht haben oder vielleicht doch die Animisten, die Hindus mit ihrem Kastensystem, die Voodoo-Anhänger, die Muslime, die Taoisten oder womöglich die Anhänger des Spaghettimonsters 🙂

      • Da gibt es doch die Überlegung dazu: Wenn es Gott gibt und man an ihn glaubt: bestens.
        Wenn es ihn nicht gibt und man nicht an ihn glaubt: bestens.
        Wenn es ihn nicht gibt und man an ihn glaubt: nichts vertan.
        Wenn man aber nicht an ihn glaubt und es ihn doch gibt, das könnte einen reuen.
        😉

      • Das ist genau mein Ansatz

      • Passt zu dir 🙂

      • Ah ja, Pascal. Tja ……. 😉 Aber der gute Pascal hat die Wette eigentlich zu einfach gestaltet und nicht miteinbezogen, dass es ja einen Haufen Götter gibt an die man glauben oder nicht glauben kann und die es geben oder nicht geben kann. Das macht die Sache nicht einfacher ….

      • Ach, ich schätze, jeder findet selbst die Tiefe zum Thema, die zu ihm passt. Am Ende heißt es vielleicht nur tief durchatmen und springen!

  5. Wer leider denn wenn ein kleines Kind stirbt? Die Eltern, Verwandte, Freunde, etc. Es ist schrecklich. Je nachdem wie das Kind stirbt und je nach Glauben wie es nach dem Tod weiter geht geht es dem Kind u U gar nicht schlecht. Aber für die, die in dieser Welt bleiben ist es ein Albtraum.
    Ich hatte mal gehört, dass Gott nicht dafür da ist, die Last von den Schultern zu nehmen, sondern die Schultern zu stärken. Ich fand das sehr plausibel. Man sieht wie der Glaube an Gott vielen Menschen hilft. Andere wiederum können damit nichts anfangen.

    • In einem Film heißt es: Wenn man Gott um Mut bittet, glaubst du, er gibt dir Mut oder Situationen, um Mut zu lernen?
      Das fand ich auch plausibel.

      • Sehr plausibel. Diese Situationen sind letztlich nichts anderes als Erfahrung. Irgendwann merkt man das die Sonne wieder aufgeht auch wenn man es sich nicht vorstellen konnte. Dieses Wissen hilft bei 95% der Schicksalsschläge. Aber am Ende bleiben 5 oder 10 oder 1%, auf die einen nichts vorbereitet. Manche gehen daran zugrunde und andere schaffen es irgendwie damit weiter zu leben.

  6. Man kann alles darauf abschieben, dass es Gottes Wille ist.
    Demnach wäre ich nur ausführender Gehilfe einer höheren Macht, die alles im Vorfeld entschieden hat.

    Ich glaube aber, dass er uns grenzenlose Freiheit und einen eigenen Willen schenkt, verbunden mit dem klaren Auftrag unsere Talente zum Guten zu nutzen und das Beste zu geben. Dazu gehört aber auch das Scheitern – daran sollen wir aber nicht verzweifeln, sondern daraus lernen, besser zu werden.

    • Mit dem umfassenden Willen von vorne bis hinten kann ich auch nicht. Aber es gibt ganz sicher mehr, als wir wissen!
      Was wir daraus machen, darauf kommt es an!

  7. thiessenjak

    Ich möchte noch einen Gedanken in den Raum werfen: Wenn es nach dem Tod ein ewiges Leben gibt unn dieses Leben danach davon abhängt wie man sein Leben auf der Erde gelebt hat. Kann sowas sein? Ist das nicht unglaublich unproportional? Spielt es dann überhaupt eine Rolle wie lange man hier auf der Erde lebt?

    • Interessante Frage. Spontan sage ich, dass das Danach nicht hiervon abhängt. Dann wäre es auch nicht viel anders als dieser Planet und ebenso gedacht, wie es wir eben gewohnt sind.
      Die Länge? Nein, ich denke, auch die spielt im Grundgrundgrunde keine Rolle.
      Aber was weiß schon ich.
      Deine Überlegungen interessieren mich aber schon.

      • thiessenjak

        Was meinst du damit, dass es nicht viel anders wär? Es könnte doch sein dass der Geist, der uns bewohnt, auf der Erde noch den letzten Schliff bekommen muss.

      • Ich gehe davon aus, dass er keinen Schliff mehr braucht 🙂 Somit dann in seiner Perfektion und Vollkommenheit weilt.

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