Natur pur aber nach Norm bitte

Es scheint mir schon, dass viele Menschen Schritte zurück zu mehr Natürlichkeit suchen und machen. Beim Essen, bei der Kleidung, in Bezug auf Pflegeprodukte oder bei der Nutzung von Ressourcen.
Nicht nur, weil mich das Schneckenproblem, bzw. die Lösung eines solchen, scheuen lässt, es ist auch der fehlende Platz, der mich von einer größeren Gemüsezucht abhält. Stattdessen habe ich mich für die Gemüsekiste entschieden. Wöchentlich frisch, keine Maschinen involviert, überschaubarer Lieferweg.
Unter Gleichgesinnten wird dann darüber gesprochen. Da ist zu viel Salat und zu groß. Schon wieder Kraut! Ich kann keinen Mangold mehr sehen! Wer braucht so viel Sellerie? Und warum sind die Salate jetzt so mickrig?

Wir leben in Luxus pur und daran gewöhnt man sich leicht. Es müssen nicht die viel besprochenen Erdbeeren im Winter sein. Wir wollen die Dinge einfach so, wie wir sie uns vorstellen, weil wir wissen, dass es möglich ist.

Ich persönlich reorganisiere mein Denken in Richtung Gemüsekiste, indem ich mir vor Augen halte, dass ein Garten im Frühjahr anderes und in anderen Mengen hervorbringt, als im Hochsommer oder Herbst. Es tut gut, sich im Folgen der Natur zu üben. Und in neuen Rezepten.

Natürlichkeit ist nicht immer abenteuerlich und Frohsinn pur. Was nicht bedeutet, dass man ihr nicht mit ebendiesen Qualitäten begegnen kann.

 

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10 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

10 Antworten zu “Natur pur aber nach Norm bitte

  1. Es nervt mich schon lange, wie Menschen reifes Obst/Gemüse aus dem eigenen Garten wegwerfen/verrotten lassen, weil sie die Menge nicht aufbrauchen können, aber zehn Sorten Tomaten anbauen *kopfschüttel*
    Bei uns hat sich das Konzepts des nachbarschaftlichen Tausches über die letzten Jahre eingeschlichen…Salat gegen Eier, Milch gegen Kräuter, frischgebackenes Brot gegen Gurken…usw. Das genieße ich sehr.

    • Das klingt tatsächlich nachahmenswert! Ich erinnere mich an eine Idee: Wenn wir Nachbarschaftlichkeit und Gemeinschaft leben, brauchen wir keine Versicherungen mehr. – Wir sollten lernen, für unseren Überfluss neue Wege zu finden anstatt neuen anzubauen!

  2. Ich muss grad ein wenig grinsen …

  3. Stichwort Mangold: jaaaaaaa genau, ich kann ihn auch nicht mehr sehen, genauso wenig wie die roten Rüben, aber sonst bin ich mit meiner Waldviertel-Gemüsekiste sehr zufrieden. Es ist für mich sehr ungewöhnlich saisonal zu kochen und ich muss gestehen, ich kaufe öfter unsaisonales dazu …

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