Minus 475

Es war ein kurzer Artikel und er lässt mich nicht mehr los. Ein Erfahrungsbericht über eine Aktion mit einem schönen Titel, an den ich mich nicht mehr erinnern. Ziel ist es auf- bzw. auszuräumen. Die Aktion dauert einen Monat. Am ersten Tag wird ein Element weggegeben, weitergegeben, entsorgt. Am zweiten Tag zwei Dinge, am fünfzehnten des Monats fünfzehn und so weiter. Nach dreißig Tagen ist man 475 Dinge leichter.

Dazu gibt es Regeln und Anleitungen, die ich nie nachgelesen habe. Der Gedanke an sich aber beflügelt mich und ich lasse mich gerne anstoßen. So werde ich also mein Umfeld erleichtern und auch wenn die Zahl wahnsinnig aussieht und einen leichten Schub an Stresshormonen auslöst, werde ich mich darauf einlassen. Die Regeln schreibe ich selber. So viel Freiheit darf sein.

Den Anfang macht ein kaputter Wecker, bei dem ich mich sowieso frage, wie der es so lange im Regal hat schaffen können…!

 

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24 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

24 Antworten zu “Minus 475

  1. …weint er schon? 🤤

  2. Dreißig Dinge an einem Tag zu entsorgen, finde ich sehr ehrgeizig …..

  3. Ab und an zu entrümpeln tut gut und befreit, schafft Platz. Aber jeden Tag eine Steigerung – wird das dann nicht eher ein Zwang?

    Allerdings könnte ich mal meinen zwar funktionstüchtigen, aber ausgeschalteten Wecker weg räumen … 😉

    • Bei der Einhaltung der Regeln werde ich nachsichtig mit mir sein. Ein Zwang wird es sicher nicht; Anregung darf es sein.
      Ich sehe auch plötzlich viel Zeug, das in die Hand zu nehmen ich zu bequem war. Jetzt „spare“ ich es sogar auf 🙂

    • Wie das? Ich lande plötzlich auf einer für mich ganz unbekannten Seite von dir?! Älter…

  4. Ach das freut mich ja, dass du dich hast einladen lassen.
    Schön, wenn es Kreise zieht.
    Die ersten Tage fand ich leicht, später wurde es schwieriger, doch es war spannend, da ich viel achtsamer geschaut habe, was mich umgibt und immer wieder überlegt habe, brauche ich das wirklich.

    • Du hast das auch gemacht? Wusste ich gar nicht! Ja, ich merke jetzt schon, wie es arbeitet. Manche fürchten, danach hätte ich ja gar nichts mehr. So eine Vorstellung hat man von der Menge, die einen umgibt…

      • Ach, ich dachte, ich hätte dir davon erzählt. : )
        Ich habe das im Monat November gemacht. Erstaunlich finde ich, dass ich nichts von den Teilen wirklich vermisse.

      • Schön, das zu lesen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man zu dem Zeitpunkt, da man beginnt auch bereit ist loszulassen.

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  8. Ach, welch´ schöne Anregung. Ich reduziere nun bereits im dritten Jahr. Allerdings nicht bloss Dinge, die mich umgeben. Sondern mir geht es auch die Reduktion vieler Aspekte im alltäglichen Leben.
    Kritische Prüfung beispielsweise, mit Rilke zu reden, über das „verzogene Treusein einer Gewohnheit, der es bei uns gefiel, und so blieb sie und ging nicht.“
    Es erscheint mir passend zum beginnenden Frühling, jeden Tag etwas wegzugeben mit steigender Tendenz. Eine schöne sportliche Herausforderung. Jedoch ohne den Zwang der unbedingten Zielerreichung. Der Weg sei das Ziel.
    Schöne Grüsse, Herr Ärmel

    • Sehr geehrter Herr Ärmel! Das Leben hat mich intensiv in das Analoge geschubst, aber noch heute lese ich Ihre Worte mit Freude und merke, auch jetzt ist wieder ein Frühling zum Aussortieren. Und ja, mit Rilke und den Gewohnheiten, da treffen Sie gerade einen Nerv. Wir gewöhnen uns auch an Emotionen bestimmten Menschen oder Situationen gegenüber. Wenn Sie einen hilfreichen Tipp für die Überwindung – quasi aus der Erfahrung haben – ich freue mich darüber.
      Herzlichst, Marga

      • Sehr geehrte Frau Marga, Schönen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Grüsse.

        Mir gab vor vielen Jahren ein erfahrener Mensch einen Rat zur Gewohnheitsüberwindung. Es ist meiner Erfahrung nach eine wirkungsvolle Übung. Viel mit der Hand schreiben. Und dabei bestimmte Buchstaben verändern. Das liest sich leicht. Es weckt die Schläfrigkeit der Gewohnheit und ermöglicht das Unterlassen. Dabei sind auch schöne Erkenntnisgewinne möglich.
        Also: in der Handschrift drei oder vier Buchstaben konsequent verändert schreiben.

        In der Fachliteratur zur Erwachsenenbildung gibt sind mannigfaltige Übungen beschrieben. Am langen Ende läuft alles auf die gleiche Anstrengung hinaus: die Schulung des eigenen Willens. Das ist die Medizin gegen unerwünschte Gewohnheiten.

        Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und erhellende Erkenntnisse bei der Kündigung unerwünschter Gewohnheiten.

        Herzliche Grüsse, Herr Ärmel

      • Verehrter Herr Ärmel, diesen Versuch mit der Handschrift werde ich gerne machen. Und ja, ich kann mir lebhaft vorstellen, dass sich dies leichter liest als schreibt. Wobei ich das als Jugendliche ja auch dann und wann geschafft habe. Irgendwo schlummert womöglich das rebellische Dornröschen und warten auf die Wiedererweckung.

        Ich danke Ihnen!
        Marga

      • Ich handle noch nach einem anderen hilfreichen Satz. Den habe ich in einem für mich wichtigen Buch gefunden.

        „Versuche nicht, das Schlechte zu verbessern, sondern stärke das Gute.“

        Dieser Satz kommt so unauffällig daher. Und wenn man im Sozialen arbeitet, kann er sogar leicht unsozial erscheinen.
        Bei der Ausübung wird man aber rasch seine Wirkkraft wahrnehmen können.

        Ihnen ein erfreuliches Wochenende,
        Herr Ärmel

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