Das Leben ist nicht fair

Diesen Satz hört man hin und wieder, manchen ist er auch selbst schon durch den Kopf gegeistert.

Wenn ausgerechnet vor mir der älteste und langsamste Traktor aller Zeiten plus Heuanhänger in die Straße einfährt, wenn ich den Job verliere, mein USB-Stick mit einer zweihundert Seiten langen Dissertation unter einen Spielzeughammer gerät, wenn meine Tasche gestohlen wird, wenn eine Diagnose die Welt auf den Kopf stellt, wenn irgendwie immer mein Essen von der Bestellliste verschwindet.

Das ist nicht fair. Das ist nicht fair!

Wie ein Hilferuf kann es klingen, wie eine Anklage, wie ein paar Worte, wo sonst keine gefunden werden.

Meist aber heißt es (frei übersetzt): „Das soll nicht mir passieren!“

Oder nicht? Denkt nach. Forscht in euch.

 

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23 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie, faszinierend

23 Antworten zu “Das Leben ist nicht fair

  1. Tut mir leid Mag, was da alles augenscheinlich alles dein Leben auf den Kopf stellt. Ersteres noch lapidar, letztes, ich drück die Daumen.

    Zur Frage , geht es zumindest mir so, es sind mir viele Dinge passiert, die mein so ganz unüberlegtes Urvertrauen ein wenig anknackste. Sowas passiert dir doch nicht…. Als ich das erste Mal wetterbedingt die Kontrolle über mein Auto verlor. Als selbiges aufgebrochen wurde. Der erste Hörsturz..nur drei Beispiele.

    Bei anderen Dingen ist deine infrage gestellte Aussage sicher auch oft richtig. Wenn auch erst bei der zweiten Überlegung erkannt… Hoffentlich passiert dir das nicht. Ich hege öfters diesen Gedanken. Genauso oft passieren jedoch auch Dinge, die mich ins Wanken geraten lassen weil sie unverhofft geschehen und ich mich echt oft Frage, warum kommt eins selten allein…

    • Und außerdem die Frage: Wer hat überhaupt einmal behauptet, das Leben sei fair? Na?
      Danke für deine Erzählungen bzw. kurzen Umrisse. Sie zeigen noch eines deutlich: Jede und jeder hat seine eigenen Hürden zu nehmen. Also alles in allem doch wieder gut verteilt. Hoffen wir zumindest.

      P.S.: Besonders gern denke ich an deine Erzählung rund um die Gießkanne in der Dusche 😀

      • Hehe, erzähl doch noch mal, weiß das gar nicht mehr 🤓
        Apropos, duschen und wannen sind ja auch so ein Thema. Wir zogen ja um. In meinem Bad ist eine Gastherme in der Badewanne. Ich schrieb schon mal.drüber. Ein paar Wochen nach Einzug, fiel mir während ich duschte die Gastherme in die Wanne. Ich sag dir. Das war ein Schock. Ich schreiend den Duschvorhang ausersehen noch mit runter gerissen und raus aus dem Bad. Hatte voll Schiss. Gas. Kinder daheim… das war was 😀

      • Ach, du erzählst so schön lustig und anschaulich!
        Irgendwie vergaßt du die Gießkanne, die zum Befüllen in der Dusche stand. Mit der Öffnung aus der Dusche rausragend (nun ja…) und dann war da noch der Part mit dem Waschmittel, das im Bad stand und Schaumparty oder so ähnlich 😉
        (Ich hoffe, das habe ich jetzt nicht nur gut fantasiert! :D)

      • Yessss, jetzt weiß ich es wieder. Diese Matschepampe von Waschmittel. Ganz übel 😂

  2. Das müssten ja Milliarden von Chinesen, Indern, Afghanen, Afrikanern sagen, wenn sie unseren „Wohlstand“ sehen. Aber nur wenige von uns empfinden noch etwas, wenn sie hungernde Kinder aus Somalia im Fernsehen sehen, die zerbombten Städte in Syrien. Vielleicht ist „das Leben ist nicht fair“ ja auch nur Ausdruck des Nicht-wirklich-helfen-Könnens, der Ohnmacht vor Interessen der Politik und Wirtschaft.

    • Danke für dein Weiterdenken. Ja, ich kann deinen Kommentar nickend lesen. Außerdem frage ich mich, wie oft sehen wir noch hungernde Kinder und zerbombte Städte? Da muss schon ein bisschen mehr an der Geschichte dran sein, um „Nachrichtenwert“ zu haben – oder täuscht mich da meine Wahrnehmung…

  3. Eben, auf den Gedanken, dass das Leben fair ist und einem dies und jenes zusteht, muss man ja erst mal kommen. Gut verteilt? Das kommt mir nicht so vor, manche Menschen haben eindeutig mehr zu tragen als andere und manche haben so viel Glück, dass man es gar nicht glauben kann. Und doch muss man, das was einem widerfährt zur Kenntnis nehmen und so gut wie möglich damit umgehen. Was soll man sonst machen?

  4. My fair Lady, alles ist wie es ist.
    Gut so.

  5. Das Leben ist alles andere als fair, liebe Marga, es ist zumeist eher unangenehm und vor allem niemals gerecht…
    Liebe Grüße zur Nacht vom Lu

  6. Leben ist nicht fair.
    Leben ist.

    Was ich ausstrahle, ziehe ich an. Dort, wo ich meine Defizite habe, bekomme ich Gelegenheit zum üben. Auch mir mangelt es immer noch des öfteren an Geduld, und was liegt näher, als dass mir meine mich liebende höhere Macht einen fetten LKW oder dergleichen vor die Nase setzt ? 😉 Oder Aufgaben, die Geduld und Beharrlichkeit erfordern. Bin ich wenig strukturiert, werde ich gefordert, durch die daraus entstehenden Schwierigkeiten. Ersticke ich in Strukturen, geschieht das gleiche, dann soll ich wohl eher Flexibilität lernen.

    Das zieht sich durch alle Lebensbereiche, glaube ich. Partnerschaften, soziale Kontakte, Familie, jagen und sammeln. Den härtesten Widerspruch ernte ich meist, wenn ich das auch auf gesundheitliche Probleme übertrage. Und dennoch. Überfordere ich mich über einen längeren Zeitraum, öffne ich allen möglichen Infekten Tür und Tor. Lasse ich zu, das tiefer Groll sich in mir festsetzt. riskiere ich bei entsprechender Veranlagung schwerste Erkrankungen. Zuviel sorge um`s Geld produziert Herzinfarkte, heißlaufende Gedanken und Hektik Schlaganfälle … und so weiter. die Liste wäre endlos.

    Ich bekomme, was ich brauche. Nicht immer, was mir kurzfristig gut tut. Konnte ich meine Lektionen annehmen, durfte ich echten Wandel erfahren. So hat sich vieles aufgrund veränderter körperlich-geistig-seelischer Lebensführung aufgelöst oder auf ein erträgliches Maß reduziert. Mal sehen, was noch geht 😉

    Herzlichen Gruß Dir.

    • Da hast du viele Lebensberater nun auf ein knackiges Ergebnis zusammengeführt. Ich kann dir grundsätzlich zustimmen – nur dann ist das schwer, wenn man mittendrinsteckt. Aber da bleibt man ja zum Glück nicht ewig!
      Vielen Dank für deine Ausführungen!
      Marga

      • Ich weiß – steckt man mittendrin, klingen solche Weisheiten wie Sarkasmus. Aber nichts bleibt ewig, genau. Das zu wissen hilft mir, wenn ich wieder mal mitten im Feuer stehe.

      • Geht mir ganz genau so!

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