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Eine Kiste ist eine Kiste. Wirklich?

Im Wald taucht urplötzlich eine große Holzkiste auf. Der wahre Empfänger liegt noch im Winterschlaf und so spekuliert ein Tier nach dem anderen über Sinn und Inhalt. Schatztruhe? Gefahr? Notfall? Ärgernis? Kunst? Ein jeder hat seine eigene Sicht auf die Dinge und die ist ziemlich schlüssig. Faszinierend auch der Schluss. Selbst als das große Geheimnis gelüftet wird, ist und bleibt eine jede Erklärung bestehen. Es spielt keine Rolle, was die Tatsache ist, für den einzelnen bleibt es Schatz, Angstauslöser, Zwangslage, Stein des Anstoßes oder Kunstwerk.

Und so regt ein Bilderbuch zum Denken an. Wie sehr stecken wir jeweils in unserer eigenen Welt fest? Wie schwer ist es für die Wahrheit, durch den Nebel unserer vorgefertigten Bilder zu dringen? Wo wäre ein Perspektivenwechsel mal große Erleichterung?

Denn daran glaube ich: Die wirkliche Wahrheit, die bleibt. Egal von welcher Ecke man sie betrachtet. Dass nämlich ein (nein, das verrate ich nicht) … in der Kiste ist, das kann keines der Tiere leugnen. Oder doch! Der sprichwörtliche Angsthase bleibt nämlich zu Hause eingeschlossen. Für ihn bleibt wahr, dass dort zu sein, viel zu gefährlich gewesen wäre.

Saskia Hula: Eine Kiste für den Bären

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Be where you are

Es gab Zeiten, da war meine Yogapraxis zeitlich und physisch herausfordernder als im Moment.

Let got of the past – and I know it is meaningful.

Ich gehe davon aus, dass ich wieder längere Einheiten machen werde, dass ich an bestimmten Stellen bzw. Asanas feilen kann. Irgendwann.

Let go of the future – although it is important.

Aktuell habe ich eine andere, überaus entspannende und dadurch umso bereicherndere Umsetzung gefunden. Der große Benefit: Durch den überschaubaren zeitlichen Umfang mache ich mehr Yoga als vielfach zuvor.

Don’t worry about being perfect. Yoga never was about being perfect and it will never be.

Aber von Anfang an. Ich kenne Jackie Mahrou schon einige Jahre lang. Durch eine Schwangerschaft nahm ich allerdings eine Abzweigung und wollte zu ihr zurückkehren. Leider hatte sie ihr Angebot in dieser Zeit verändert. Trotz mehrmaliger Suche ließ sie sich nicht mehr streamen. Sehr schade! Aus einer Laune heraus probierte ich es eines Tages auf youtube und wurde fündig. Überaus reich gesegnet bin ich seither im wahrsten Sinne des Wortes mit ihren verschiedenen Angeboten. Durchschnittlich dauern die Einheiten etwa dreißig Minuten und passen gut in einen Abend, der den Feierabend nicht zu spät bringt. Ja, es sind keine Überfliegerpoweryogaklassen, ich begreife jedoch gerade durch die Regelmäßigkeit des (relativ schlichten) Tuns, welche Schätze tatsächlich für mich darin enthalten sind.

Ein wiklich großer Fan bin ich von Jackie Mahrou, wegen ihrer Worte. Sie begleitet die Bewegungen derart feinfühlig, leicht und humorvoll, dass sie mir damit die Seele streichelt. Und das ist der eigentliche Grund, warum ich sie hier teilen mag. Wer weiß, womöglich schätzt noch jemand ihre herzliche Art, Yoga in seiner Essenz im Wohnzimmer erleben zu können.

Viel Freude damit!

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Flügge Gedanken

Wen interessiert, ob sie küssen kann?
Sie kann durch die Wolken sehen.

Tja, Davis, da staunst du! Dass dem, der so gerne zitiert, nun die Worte entliehen werden.

Ein wenig gibt mir zu denken, dass Teenager bzw. junge Erwachsene so viel tiefgründiger sind, als ich. Liegt es an dem Alltagstrott der Erwachsenen? Dass sie so viele Muss‘ und Solls in ihren Tag packen, dass sie mit einer halbfertigen To-Do-Liste ins Bett fallen und sich dadurch… was? wichtig fühlen? Wobei es auch ältere Ausnahmen gibt. John Green zum Beispiel.

Ich vergesse zu fragen oder gelegentlich auch auf die Antwort zu hören, darum gibt es für mein inneres Tempo einen einfachen Test. Ich lese Poesie und ob sie bei mir ankommt oder mir wie Weißes Rauschen erscheint, sagt mir einiges. Domig und Rilke werden bevorzugt.

Derzeitiges Motto: Nur lesen, was mir daran Spaß vermittelt, ich selbst zu sein.

 

John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken.

 

 

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Bei der Erdmutter (2/6)

Dem Korn, das in der Erde ruhte,

Entsteigt der Keim, des Stengels Schaft.

Ich nährte ihn mit meinem Blute,

Ich treibe ihn mit meiner Kraft.

(Marie Luise Kaschnitz)

 

 

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Ein Herz ist zum Schlagen da

Spanien, Frankreich, Chile, Venezuela, Chile

Die Art und Weise einer Erzählung kann sowohl Nähe wie auch Distanz erzeugen. Thema und persönliche Vorliebe mögen ausschlaggebend dafür sein. Ich bemerkte auf dieser Reise, dass ich in der letzten Zeit sehr viel Intimität erleben durfte, denn Viktor Dalmau war von geradezu verblüffender Zurückhaltung. Dass ausgerechnet eine Person wie er ein Leben lebt (und er lebt tatsächlich – gerade weil er es für andere tut), das einen jungen Mann dazu bringt, sich diesen Namen auf die Brust tätowieren zu lassen, schien mir grotesk. Zu Beginn. Je besser ich ihn kennenlernte, desto klarer wurde für mich, dass Zurückhaltung nicht automatisch Distanz bedeutet. Seine Geschichte und die bewegten Stationen seines Lebens haben mich im Gegenteil sehr berührt. Durch Bürgerkrieg, Flucht und Exil (und das fast mit Wiederholung) leitet ihn das Mitgefühl, die Ehre, seine aufrechte, klare Haltung und – mit jedem Jahr mehr – die Liebe. Ich hätte ihn gern als meinen Nachbarn. Wir würden uns wunderbar in Ruhe lassen und dennoch einander zugeneigt sein.

 

Isabel Allende: Dieser weite Weg

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Bei der Erdmutter (1/6)

In mir beginnen alle Pfade

Und münden wieder in mich ein.

Ihr sollt am nächtlichen Gestade

Für eine Zeit wie schlafend sein.

(Marie Luise Kaschnitz)

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Vom Unbeschreibbaren und essentiellen Erkenntnissen

Der Aufhänger für die letzten Beiträge waren meine gelesenen Reisen. Weit bin ich ja noch nicht gekommen. Und überhaupt: Wo war ich in den Wochen seither?

Ich habe mich in Europa und Amerika getummelt und dabei etliche Erkundungen unternommen. Selbiges mit Claire und Jamie und wer sie kennt, der weiß alles. Wer die Highland-Saga nur vom Fernsehen kennt, ahnt ein bisschen und den anderen kann ich es nicht beschreiben. Auf den objektiven Punkt gebracht handelt es sich um eine acht (bzw. neun in englisch) bändige Serie mit jeweils 1000 Seiten+. Anfangs ging ich ja von drei Bänden aus und habe mich darauf eingelassen. Dass es dann mehr war und ich nicht aufhören konnte/wollte, bedeutet, dass ich überall und in fast jeder freien Minute gelesen habe. Anders schafft man so ein Pensum nicht und das ist auch der Grund, warum ich nach einer mehrbändigen Lesereise immer froh bin, wenn ich wieder Boden unter die Füße bekomme. Ein Teil meines Hirns bleibt nämlich für die Dauer der Reise stets in der Geschichte und das ist schön und anstrengend zugleich. Meine Söhne mögen es mir verzeihen und ich werde versuchen mich daran zu erinnern, wenn sie mir auch erst beim fünften Mal Rufen ihr Ohr leihen.

Wobei wir schon bei meiner aktuellen Station sind. Wieder Deutschland. Ausschlaggebend war die Frage: Wie in aller Welt gehe ich mit diesen speziellen Ausdrucksweisen meines Sohnes um? Und noch dringender: Was mache ich mit den Seiten von mir, die das hervorruft? Ich kenne mich zuweilen selbst nicht mehr, stecke bis über die Ohren in Altlasten oder ich wundere mich einfach nur noch (Kurs in Wundern also frei Haus!). Danielle und Katja haben Erfahrung und geben diese gerne weiter. Ich mag den Austausch mit ihnen und ich lache sehr gerne, wenn ich erkenne: So einzigartig wie man gerne meint, ist man gar nicht. Und es gab auch das erleichterte Aufatmen, wenn ich erkennen durfte, dass es erzieherische Baustellen gibt, die mich nicht betreffen *dreimalaufholzgeklopft*.

Es hilft mir tatsächlich, die Perspektive durch ihre Anregungen zu ändern und an mir und meinem Sohn wiederum neue Seiten zu erkennen. Was es nicht ist – und ich zum Glück nicht erwartet habe – ist eine völlige „Heilung“ oder Änderung hin zu Sommersonnesonnenschein all over. In solchen Momenten, wenn ich im Nachhinein bemerke, da ist noch Platz für Alternativen, merke ich deutlich eines: Sind meine Speicher leer, nützt alles Verständnis nichts. Dann ist da meine Grenze und wer darüber geht, der bekommt die Zähne gezeigt. Somit danke ich den beiden Frauen für ihre Anregungen zu wertschätzender und bedürfnisorientierter Erziehung und halte für mich fest: Selbstfürsorge ist der Schlüssel!

 

Outlander von Diana Gabaldon

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn – Der entspannte Weg durch Trotzphasen von Danielle Graf und Katja Seide

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Kreativität ist alles

Und wenn Kreativität nicht alles alles ist, dann zumindest sehr viel.

Da reißen Nervenstränge, Tonlagen werden angesteuert, die man noch nicht kannte, Emotionen gleichen einem Sommergewitter (immerhin das kann ich sagen, dass sie auch schnell wieder vorbei sind), man tut, was man nicht erwartet hatte jemals zu tun.

Kurzum: Kindererziehung. Oder: Die Auseinandersetzung mit den eigenen Grenzen die von kleinen Menschen mit einer Vehemenz ignoriert werden, die man für Gehaltsverhandlungen gut brauchen könnte.

Und die eine (?!) Lösung lautet außerhalb der gewohnten Pfade (bzw. Autobahnen) zu denken UND zu handeln.

Das hätte mir auch selbst einfallen können. So wirklich auf diesen Gedanken gestoßen hat mich allerdings Hanna. Und Sigrun. Und Barbara. Es war also ein Quartetttreffen. Mit einer Zauberin (Hanna), einer Entdeckerin (Sigrun sagt gern Sowas!), einer Kritzlerin (Barbara) und mir. Mit den drei Frauen tauche ich ein in eine liebevolle Welt des Durcheinanders. Wo einer allein sein will und der andere Angst im Dunkeln hat. Wie geht das zusammen? Mitdenken ist erlaubt bis gefragt – und doch. Wer das denken (UND handeln) in Trampelpfaden noch nicht gewohnt ist, bekommt für den Anfang einen kleinen Schubser in Richtung Möglichkeiten. Einen sehr liebevollen Schubser.

Unter dem Tisch saß bei dem Treffen mein Sohnemann und der mag die drei Frauen auch. Sehr. Auf die eigenen Ideen ist er dabei besonders stolz.

Mein Fazit: Kreativität ist in der Kindererziehung alles. Ach, bleiben wir offen. Sagen wir: Kreativität ist in der Kindererziehung sehr viel.

 

Was brauchst du? Mit der Giraffensprache und Gewaltfreier Kommunikation Konflikte kindgerecht lösen. (SOWAS!) – Hanna Grubhofer, Sigrun Eder, Barbara Weingartshofer

 

 

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Katja

Europa, Deutschland

Wir treffen uns in einem Café. Es ist selten, dass Katja und ich uns sehen. Gerne würde ich die geflügelten Worte nutzen, dass es trotzdem immer so ist, als wäre keine Zeit vergangen. Nur: Es ist nicht wahr. Tatsächlich brauchen wir eine gewisse Zeit, bis wir uns auf einander eingestimmt haben. Katja trinkt Cola mit Eiswürfeln, ich wärme meine Hände an einem Kaffee Latte. Während ich etwas ruhiger bin, meinen Alltag aber nach dem Tempo zweier Kinder richte, die mitunter um sechs Uhr morgens ihren Schalter auf ON stellen, ackert sie ihre Nächte durch und weiß genau, was sie von den Menschen und Dingen hält. Wir unterhalten uns über „intakte Familiensysteme“ – was man darunter verstehen sollte. Was man darunter verstehen könnte. Was, wenn sich da jemand rausschreibt, der dem eigenen empfinden nach dazugehört? Was, wenn sich jemand reindrängt, obwohl keine Stimmen zu vergeben waren? Wir kommen von einem Thema zum anderen und von einem Getränk zum anderen. Die Geschichte von ihrem letzten Vollrausch amüsiert mich – so anders als meine Welt. Gag reel, sag ich nur. Mittlerweile ist auch mir warm geworden und ich trinke einen alkoholfreien Caipirinha. Der schmeckt so gut und so ähnlich, dass ich mich fast beduselt meine. Placebo angetrunken. Katja nennt mich bemitleidenswert, was mich in meinem Rausch nicht stört.
Ich baue Zelte im Garten auf und nicht im Wohnzimmer. Doch bei ihr hat viel Platz. Ritalingesteuerte Erwachsene, Transvestiten, bunt zusammengewürfelte Familienstrukturen, Klischees und fantastische Wendungen. Da fühle ich mich angenommen, auch wenn ich mit Milchflecken auf dem Shirt vor ihr sitze.

 

Bis zum Himmel und zurück – Catharina Junk

 

 

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Die schnelle Fünfzehn

Egal ob im Büro oder Haushalt, bei der Kinderbetreuung oder einem Wohnungsumzug. Alle kennen diese Phasen, da kann man sich drehen und wenden, überall warten nur Dinge, die zu erledigen sind. Die Entscheidung, wo man anfangen soll, fällt schwer und der ganze Berg macht einen vom Ansehen (bzw. Erspüren) allein schon müde. Am besten liegenbleiben und gar nichts tun. Alte Überlebenstaktik: tot stellen.

Irgendwann und irgendwo hab ich ein Prinzip aufgeschnappt, das für mich in dieser Situation sehr erlösend funktioniert. (Die beiden „irgend…“ am Satzanfang deuten darauf hin, dass ich leider zu keiner korrekten bzw. genauen Quellenangabe in der Lage bin. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass es trotzdem funktioniert!)

Die schnelle Fünfzehn nennt sich die Taktik, welchee einen quasi von den Toten erweckt und sie ist in einem Satz erklärbar.

Fünfzehn Minuten lang erledigt man nur Dinge, die maximal eine Minute in Anspruch nehmen.

Also Altpapier vom Tisch in den Sammelbehälter (kommt natürlich darauf an, ob der unterm Tisch steht oder zwei Straßen weiter…), Füße rasieren, klebrige Hände waschen, Termin in der Werkstatt vereinbaren, zur Toilette gehen, Waschmaschine füllen und einschalten, Tisch abwischen, Stifte in den Stiftbehälter, Fenster auf, umziehen (ohne den Auswahlprozess gerechnet!), erledigten Arbeitsauftrag vom eigenen Schreibtisch zum nächsten bringen, Kompost entsorgen, Augen zu und durchatmen, hinsitzen und eine Entscheidung fällen, Blumen gießen.

Waren das fünfzehn? Jedenfalls ist schon wieder einiges erledigt und man (ich zum Beispiel) kommt wieder in den Schwung, um etwas anzugehen.

 

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