Archiv der Kategorie: just Life

Minus 475

Es war ein kurzer Artikel und er lässt mich nicht mehr los. Ein Erfahrungsbericht über eine Aktion mit einem schönen Titel, an den ich mich nicht mehr erinnern. Ziel ist es auf- bzw. auszuräumen. Die Aktion dauert einen Monat. Am ersten Tag wird ein Element weggegeben, weitergegeben, entsorgt. Am zweiten Tag zwei Dinge, am fünfzehnten des Monats fünfzehn und so weiter. Nach dreißig Tagen ist man 475 Dinge leichter.

Dazu gibt es Regeln und Anleitungen, die ich nie nachgelesen habe. Der Gedanke an sich aber beflügelt mich und ich lasse mich gerne anstoßen. So werde ich also mein Umfeld erleichtern und auch wenn die Zahl wahnsinnig aussieht und einen leichten Schub an Stresshormonen auslöst, werde ich mich darauf einlassen. Die Regeln schreibe ich selber. So viel Freiheit darf sein.

Den Anfang macht ein kaputter Wecker, bei dem ich mich sowieso frage, wie der es so lange im Regal hat schaffen können…!

 

Advertisements

16 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Ich kann alle sein

Was mir am Reisen so gefällt ist das Gefühl, dass alles hinter mir wegfällt, ich in die Richtung blicke, in die es geht, und dabei alle sein kann. Niemand kennt mich. Wir laufen uns über den Weg. Zum ersten Mal. Keine Ideen, Theorien oder Konstrukte um die Person herum. Es ist klar, dass der Fensterplatz  nur für gewisse Stunden belegt ist, dann geht es weiter. Kein Grund anhänglich zu werden. Kein Grund zu trauern und doch ist der Moment ein Fest.

 

5 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Sterne gucken

Das ist etwas vom Schönen in der dunklen Hälfte des Jahres: Man kann zu regelmäßig wachen Zeiten das Glitzern und Leuchten im Himmel bestaunen. Besonders toll, wenn man abseits von (zu vielen) Laternen oder Fensterlichtscheinen steht.

Wer dabei seine Hände in den unteren Rücken legt und dabei die Fingerspitzen nach unten richtet, hat ein feine Unterstützung und kann sich genüsslich zurückbeugen. Hoffentlich! Es ist ein gutes Zeichen, wenn das gelingt und zudem Training für die Bandscheiben.

Sterne gucken ist also nicht nur was für Herz und Seele, ganz körperlich gesehen für den Rücken äußerst empfehlenswert.

 

 

10 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Angeflogen

Noch erzählt mir jemand, wie wenig Ironie geschätzt wird. Wie unnötig, fehlplatziert und nicht dienlich sie empfunden wird.

Dann lese ich in einem Buch den Satz: ‚Yep, Ironie ist ’ne feine Sache.‘

Ein Lächeln fliegt mich an. War eine schöne (wenn auch ironielose) Zeit.

 

22 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Ein Gläschen in Ehren…

… so klingt gefühlt die Einleitung zu: „Hallo, mein Name ist Marga und ich bin…“

Es ist ziemlich schwierig jemanden zu finden, der auch mal mit sich selbst ein Glas Wein trinkt. Um ehrlich zu sein, fand ich bislang nur eine Person. Wir beide gleichzeitig erleichtert, nicht die einzigen zu sein. Soll ja wie ein Warnschild blinken, dieses Alleine-Alkohol-Trinken. Dummerweise gehört diese eine Person zur Familie. Könnte also in der Verwandtschaft liegen. Nicht gerade hilfreich. Aber bei so einer großen Familie findet sich wiederum fast alles. Denk dir etwas aus und lass uns mit den Familienchronisten recherchieren. In den dunklen Ecken lauert so manches und bestimmt sind und waren wir nicht die einzigen zwei, die in der reduzierten Zweisamkeit mit einem Glas so etwas wie Wein trinken mögen.

Einem Weinbroker zeige ich sowieso die kalte Schulter. Erstens ist mein Bedarf nicht groß genug, zweitens hat er in meiner Akte vermutlich bis zu meiner Schuhgröße und meinen Allergien alles gespeichert, aber die Notiz, mich ein Jahr lang in Ruhe zu lassen, ignoriert er derart schamlos, dass ich einfach nicht mehr reagiere. Der Wein ist schon gut, aber der reicht ja noch ein Weilchen hin. So in Ehren…

 

37 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Dummer Schrank

Ab und zu hilft es, Dinge zu beschimpfen. – Um ein Kind vom Weinen abzubringen. Durchaus ein lustiges Spiel sogar und ich gebe zu, diesen Weg schon gegangen zu sein.

Erst einmal dessen bewusst geworden, fällt mir das praktisch überall auf. Der ist schuld, nur wegen ihr, wenn das nicht gewesen wäre, ginge es mir immer noch wie Gott in Frankreich. Politik, Religion, Beziehungen, Krankheiten – Schuldzuschreibungen verringern offenbar Schmerzen unterschiedlichster Art.

Das einzige, was wir uns fragen dürfen ist, ob wir mit einem Kleinkindverhalten zufrieden sind.

 

 

 

10 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Lesen – die andere Seite

Lesen ist gesellschaftlich grundsätzlich anerkannt und zählt zu Zeitvertreiben, die positiv konnotiert sind. Viel lesen ist gut und bestimmte Sachen umso besser.

Ebenso en vogue ist Achtsamkeit und das Leben im Jetzt. Bewusstheit im Alltag, Yoga, Tai Chi, Zen, Meditation, achtsames Selbstmitgefühl und viele Angebote und Wege mehr.
Sie bieten – zum Teil auch explizit – eine andere Sichtweise auf das Lesen; vor allem von Romanen. Dieses Eintauchen in Geschichten nämlich ist ein Entfernen vom Hier.

Ja, ich kann das verstehen. Wurde schon darauf hingewiesen, dass ich ein Buch endlich beiseite legen soll. Nicht zuletzt trippeln jetzt auch kleine Füße schnell herbei und klappen den Deckel zu.

Vielleicht eine Überlegung wert.

 

9 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie, just Life

Zarte Chancen

Scheideweg am Inskriptionsbüro.

Operationstechniken entwickeln, mit Schülern und Innen über den Sinn von Mathematik im Curriculum diskutieren, Entwicklungshilfelogistik leiten, Vielfalt und Reibeisen der Pflichtverteidigung erleben, Manifeste fürs Gender Mainstreaming verfassen.

Chancen als zarte Knospen erahnbar.

Einem frostigen Wettereinbruch im Frühling gleich wird nur eine erblühen.

Der Gang des Lebens.

Nur hin und wieder sieht man Bäume später noch voller Träume hängen.

 

Angeregt in dieser Form von Caroline

3 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie, just Life

Zum Lesen verführt

Lange sah ich mich als großen Glückspilz bei Gewinnspielen. Als müsste ich nur mitmachen und dürfte innerlich schon jubeln. Ausschlaggebend dafür war wohl, dass ich im Kindergarten und im Jahr darauf gleich noch einmal für mich völlig überraschend und ohne Zusammenhang Bücher gewonnen habe. Ein wandelnder Glückspilz – das war meine Selbstwahrnehmung.

Die hielt lange an. So lange, bis ich einmal nachdachte, wann ich das letzte Mal etwas wirklich gewonnen hatte. Da waren ein Amsterdamflug, ein Hexenkochbuch und vielleicht noch zwei, drei vergessene Begebenheiten (auch jetzt noch meine ich, das war bestimmt mehr; bestimmt!). Jedenfalls wurde mein Selbstbild nüchterner. Dann bekam ich ein Abo geschenkt, Buchgutscheine und ein Buch über Lachyoga wurde mir völlig losgelöst von irgendeiner Teilnahme mit Glückwünschen zugestellt. Eine Kinderbuchaktion brachte drei neue Pappfamilienmitglieder und schließlich trudelte in letzter Zeit wieder vielfältiges Lesefutter ein.

Ich muss mein Selbstbild erneut revidieren. Tatsächlich bin ich ein Glückspilz!

 

18 Kommentare

Eingeordnet unter faszinierend, just Life

Der Mensch denkt und Gott lenkt

Da komme ich nur unregelmäßig auf dem Blogspielplatz vorbei und fange dann ausgerechnet mit Gott an?
Man wird es mir verzeihen. Das eine wie das andere.

Nicht nur ich kenne das. Wenn Unglaubliches, Schreckliches, Erschreckendes, Trauriges passiert, so ist es mitunter die (letzte) Konsequenz (die Rangordnung hängt ein bisschen von der persönlichen Glaubenskonstitution ab), dass man es als gottgegeben, Gottes Willen, göttlichen Weg und ähnliches beschreibt. Eine legitime Variante, um damit umgehen zu können. Beispiel fürs leichtere Mitdenken? Ein Kind, das nur acht Jahre alt wird.
Im Grunde wissen wir ja alle, dass dieses Leben ein temporäres Vergnügen ist, aber in der praktischen Umsetzung bzw. im direkten Erleben ist das nicht immer ganz so locker aus der Hüfte zu schütteln. Da braucht es Beistand. Göttlichen mitunter.

Glaubende sehen es also – darauf will ich hinaus – als möglich, dass ein Leben mit acht Jahren beendet und trotzdem vollkommen ist. Vollkommen, obwohl wir uns 90 leidensfreie Jahre mit Tod im Schlaf ausdenken. Nicht unsere Wünsche und Vorstellungen sind die letzte Instanz. Eine Kraft, die man Gott, Buddah usw. nennt, weiß es besser und wir nehmen das Los an – wie man so schön sagt.

Kleiner Themenwechsel mit einer Frage zur Haltung bei nicht ganz so drastischem Auseinanderdriften von Vorstellung und Realität:

Wenn diese eine göttliche Kraft beim Bemessen der Lebensspanne schon mehr weiß, warum besteht man so verbohrt darauf, dass eine Ehe anderen Spielregeln unterliegt?

 

 

36 Kommentare

Eingeordnet unter just Life