Archiv der Kategorie: just Life

Ein Gläschen in Ehren…

… so klingt gefühlt die Einleitung zu: „Hallo, mein Name ist Marga und ich bin…“

Es ist ziemlich schwierig jemanden zu finden, der auch mal mit sich selbst ein Glas Wein trinkt. Um ehrlich zu sein, fand ich bislang nur eine Person. Wir beide gleichzeitig erleichtert, nicht die einzigen zu sein. Soll ja wie ein Warnschild blinken, dieses Alleine-Alkohol-Trinken. Dummerweise gehört diese eine Person zur Familie. Könnte also in der Verwandtschaft liegen. Nicht gerade hilfreich. Aber bei so einer großen Familie findet sich wiederum fast alles. Denk dir etwas aus und lass uns mit den Familienchronisten recherchieren. In den dunklen Ecken lauert so manches und bestimmt sind und waren wir nicht die einzigen zwei, die in der reduzierten Zweisamkeit mit einem Glas so etwas wie Wein trinken mögen.

Einem Weinbroker zeige ich sowieso die kalte Schulter. Erstens ist mein Bedarf nicht groß genug, zweitens hat er in meiner Akte vermutlich bis zu meiner Schuhgröße und meinen Allergien alles gespeichert, aber die Notiz, mich ein Jahr lang in Ruhe zu lassen, ignoriert er derart schamlos, dass ich einfach nicht mehr reagiere. Der Wein ist schon gut, aber der reicht ja noch ein Weilchen hin. So in Ehren…

 

37 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Dummer Schrank

Ab und zu hilft es, Dinge zu beschimpfen. – Um ein Kind vom Weinen abzubringen. Durchaus ein lustiges Spiel sogar und ich gebe zu, diesen Weg schon gegangen zu sein.

Erst einmal dessen bewusst geworden, fällt mir das praktisch überall auf. Der ist schuld, nur wegen ihr, wenn das nicht gewesen wäre, ginge es mir immer noch wie Gott in Frankreich. Politik, Religion, Beziehungen, Krankheiten – Schuldzuschreibungen verringern offenbar Schmerzen unterschiedlichster Art.

Das einzige, was wir uns fragen dürfen ist, ob wir mit einem Kleinkindverhalten zufrieden sind.

 

 

 

10 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Lesen – die andere Seite

Lesen ist gesellschaftlich grundsätzlich anerkannt und zählt zu Zeitvertreiben, die positiv konnotiert sind. Viel lesen ist gut und bestimmte Sachen umso besser.

Ebenso en vogue ist Achtsamkeit und das Leben im Jetzt. Bewusstheit im Alltag, Yoga, Tai Chi, Zen, Meditation, achtsames Selbstmitgefühl und viele Angebote und Wege mehr.
Sie bieten – zum Teil auch explizit – eine andere Sichtweise auf das Lesen; vor allem von Romanen. Dieses Eintauchen in Geschichten nämlich ist ein Entfernen vom Hier.

Ja, ich kann das verstehen. Wurde schon darauf hingewiesen, dass ich ein Buch endlich beiseite legen soll. Nicht zuletzt trippeln jetzt auch kleine Füße schnell herbei und klappen den Deckel zu.

Vielleicht eine Überlegung wert.

 

9 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie, just Life

Zarte Chancen

Scheideweg am Inskriptionsbüro.

Operationstechniken entwickeln, mit Schülern und Innen über den Sinn von Mathematik im Curriculum diskutieren, Entwicklungshilfelogistik leiten, Vielfalt und Reibeisen der Pflichtverteidigung erleben, Manifeste fürs Gender Mainstreaming verfassen.

Chancen als zarte Knospen erahnbar.

Einem frostigen Wettereinbruch im Frühling gleich wird nur eine erblühen.

Der Gang des Lebens.

Nur hin und wieder sieht man Bäume später noch voller Träume hängen.

 

Angeregt in dieser Form von Caroline

3 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie, just Life

Zum Lesen verführt

Lange sah ich mich als großen Glückspilz bei Gewinnspielen. Als müsste ich nur mitmachen und dürfte innerlich schon jubeln. Ausschlaggebend dafür war wohl, dass ich im Kindergarten und im Jahr darauf gleich noch einmal für mich völlig überraschend und ohne Zusammenhang Bücher gewonnen habe. Ein wandelnder Glückspilz – das war meine Selbstwahrnehmung.

Die hielt lange an. So lange, bis ich einmal nachdachte, wann ich das letzte Mal etwas wirklich gewonnen hatte. Da waren ein Amsterdamflug, ein Hexenkochbuch und vielleicht noch zwei, drei vergessene Begebenheiten (auch jetzt noch meine ich, das war bestimmt mehr; bestimmt!). Jedenfalls wurde mein Selbstbild nüchterner. Dann bekam ich ein Abo geschenkt, Buchgutscheine und ein Buch über Lachyoga wurde mir völlig losgelöst von irgendeiner Teilnahme mit Glückwünschen zugestellt. Eine Kinderbuchaktion brachte drei neue Pappfamilienmitglieder und schließlich trudelte in letzter Zeit wieder vielfältiges Lesefutter ein.

Ich muss mein Selbstbild erneut revidieren. Tatsächlich bin ich ein Glückspilz!

 

18 Kommentare

Eingeordnet unter faszinierend, just Life

Der Mensch denkt und Gott lenkt

Da komme ich nur unregelmäßig auf dem Blogspielplatz vorbei und fange dann ausgerechnet mit Gott an?
Man wird es mir verzeihen. Das eine wie das andere.

Nicht nur ich kenne das. Wenn Unglaubliches, Schreckliches, Erschreckendes, Trauriges passiert, so ist es mitunter die (letzte) Konsequenz (die Rangordnung hängt ein bisschen von der persönlichen Glaubenskonstitution ab), dass man es als gottgegeben, Gottes Willen, göttlichen Weg und ähnliches beschreibt. Eine legitime Variante, um damit umgehen zu können. Beispiel fürs leichtere Mitdenken? Ein Kind, das nur acht Jahre alt wird.
Im Grunde wissen wir ja alle, dass dieses Leben ein temporäres Vergnügen ist, aber in der praktischen Umsetzung bzw. im direkten Erleben ist das nicht immer ganz so locker aus der Hüfte zu schütteln. Da braucht es Beistand. Göttlichen mitunter.

Glaubende sehen es also – darauf will ich hinaus – als möglich, dass ein Leben mit acht Jahren beendet und trotzdem vollkommen ist. Vollkommen, obwohl wir uns 90 leidensfreie Jahre mit Tod im Schlaf ausdenken. Nicht unsere Wünsche und Vorstellungen sind die letzte Instanz. Eine Kraft, die man Gott, Buddah usw. nennt, weiß es besser und wir nehmen das Los an – wie man so schön sagt.

Kleiner Themenwechsel mit einer Frage zur Haltung bei nicht ganz so drastischem Auseinanderdriften von Vorstellung und Realität:

Wenn diese eine göttliche Kraft beim Bemessen der Lebensspanne schon mehr weiß, warum besteht man so verbohrt darauf, dass eine Ehe anderen Spielregeln unterliegt?

 

 

36 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Wider die Samthandschuhe

Ironisch, dass ein sprichwörtliches Anfassen mit Samthandschuhen zu einem buchstäblichen Verlust von Fingerspitzengefühl führt.

Es gibt Dinge, über die denkt man erst nach, wenn sie einen betreffen. Ein eingewachsener kleiner Zehennagel zum Beispiel. Oder Flecken, die vor den Augen tanzen. Auch so etwas: Kennst Du Deine Handschuhgröße? Da fängt die Sache nämlich an. Und dann gibt es nebst Zahlen auch die S/M/L-Variante. Nicht zu schweigen von der Tatsache, dass M nicht M ist und so weiter.

Die ganzen (alten) Höfischen oder (alten) Diener oder Einbrecher oder Magier oder Menschen in Hygienejobs oder Menschen in Dreckjobs oder mit Verletzungsgefahr; sie alle haben mein Mitgefühl (die Einbrecher brauchen es vielleicht weniger), weil sie Handschuhe tragen (müssen). Meiner Erfahrung nach bleiben viele kleine und große, jedenfalls wichtige Informationen außen vor, wenn man seine Finger einpackt. Das reicht schon, um mich auf Dauer unleidlich werden zu lassen. Es fehlt schlicht das Fingerspitzengefühl.

Denkt daran und seid froh, über uneingeschränkte Empfindsamkeit.

 

 

 

 

15 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Ghörig

Ja, fürs Online-Leben bleibt gerade nicht viel Zeit, aber mir geht’s ghörig – und eine Kollegin von mir meinte einst, mehr bzw. besser bekommt man es von einem Wälder/einer Wälderin nicht.

Hier noch der richtige Beat dazu.
Allfällige Textfragen können per Kommentarfunktion gerne geklärt werden.

(Ghörig von Penetrante Sorte – für alle, die mal wieder nichts sehen…)

 

9 Kommentare

Eingeordnet unter gefunden, just Life

Schon mal gut angefangen

Wie in den letzten Jahren erwähnt, soll es bezeichnend sein, wie man das neue Jahr beginnt. Stimmungsbarometer für die Zukunft. Sozusagen.

Dieses Jahr reicht es erst jetzt für einen Rückblick. Wenig überraschend war es eine Nacht mit wenig Schlaf. Die ersten „neuen“ Stunden war ich wach und im Dienst – könnte man sagen. Wenn das Kind nicht schläft, tut es die Mama auch nicht.

Sehr überraschend waren wir nicht nur zu zweit. Zehn Minuten vor der Jahressiebzehn hat er die Party verlassen und ist daheim aufgetaucht.

„Meine Neujahrswünsche haben alle mit euch zu tun, wo soll ich also sonst sein?“

Gibt es schönere Worte? Soll da noch ein Wunsch hinzugefügt werden?

Na, vielleicht die Sache mit der Gesundheit. Das wäre hilfreich und wir dankbar.

 

4 Kommentare

Eingeordnet unter just Life

Neujahr ist ein Montag

Nun, die Genauen unter den Leser:innen wissen, dass das rein faktisch gesehen nicht stimmt. Zumindest nicht in diesem Jahr.

Die Sache mit dem Neujahrsvorsatz liegt mir im Sinn. Ja oder Nein? Schließlich geht das Leben weiter, ein Tag folgt auf den anderen. Warum solle ich krampfhaft für diesen Tag einen Plan schmieden, der achselzuckend oder belächelt ganz leicht auch wieder fallengelassen wird? Fast schon rituell möchte ich meinen.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Bekannte Zeile von Hermann Hesse. Und diesen Zauber kann ich in Bezug auf Neujahr sehr wohl spüren. Eine taufrische Siebzehn erwartet uns. Ein Erster. Und Jänner.

Artverwandt sind Montage. Ja, doch. Versuch es einmal. Eine neue Woche liegt vor dir. (Was das mit dir macht, ist natürlich nicht festgeschrieben.) Ein klein wenig wollte ich im Berufsleben jede Woche etwas besser als die letzte machen. Den Stapel abarbeiten. Früh genug für Termine aufbrechen. Weniger Kaffee. Ein persönliches Gespräch mit einer Kollegin/einem Kollegen führen. In der Mittagspause spazieren. Den Jahresbericht lesenswert gestalten.

Der Zauber umspielt jeden neuen Morgen, jeden Wochenendbeginn, Geburts- und Todestage. Es sind Ringe, die sich vollenden (um mit Rilke zu sprechen) und wieder weiterkreisen.

Ich will hier niemanden Narr nennen, doch fehlt mir gerade eine andere prägnante Bezeichnung für jene, die mit Vollendung auch ein Ende, Schluss und Fertig erwarten.

Das wusste ich schon vor dem Milleniumssprung und dem 21.12.2012 (Stichwort Mayakalender). Wie gesagt. Nur Narren…

Auf den Zauber hingegen, auf den verzichte ich nicht. Darum habe ich auch Ideen für 2017. Mit Freude erwarte ich, was daraus wird.

 

9 Kommentare

Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie, just Life