Wer ich gerne wäre

Nach wie vor räume ich. Aus. Es ist eine (interessante) Sache, was das in anderen Menschen macht. Und in mir. Ich staune für mein Leben gern!

Wer noch weiß, wie das Konzept funktioniert, ahnt, dass ich gehörig hinterher hinke. Hatte ich nicht gesagt, dass ich mir Freiheiten nehme?! Es braucht doch tatsächlich auch Zeit und ein gewisses Maß an Achtsamkeit, 22 Dinge oder mehr auszusortieren. Ein Maß an Zeit und Achtsamkeit, welches mit einem Zweijährigen am Hosenbein (und überall anders auch) schwer aufzubringen ist. Also splitte ich völlig frei nach meinen Möglichkeiten. Gerade höre ich mich durch meine CDs und will wissen: Regt sich da noch etwas in mir?

Ein interessanter Aspekt beim Sortieren waren und sind ein paar wenige Zeilen im Artikel, welcher die Idee überhaupt erst zu mir brachte. An manchen Dingen haftet der Wunsch, eine bestimmte Person zu sein. Jemand der Spanisch spricht. Oder dermaßen interessante Kalender(einträge) besitzt, dass sie später lesenswert sind. Eine Frau, die sich für dieses engagiert und jenes unternommen hat. Viele Ecken habe ich schon mehr als einmal angesteuert. Da geht noch mehr – und das sage ich ohne Stress. Aber es braucht einige Anläufe, um so manchen emotionalen Kleb zu lösen.

 

 

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Worauf wir achten

Wir kennen das Phänomen. Plötzlich sind alle schwanger. Haben Krebs. Heiraten oder lassen sich scheiden.

Erlebe ich Menschen im Straßenverkehr, welche sich mir zuvorkommend verhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch ich so reagieren werde. Kann. Will.

Auf den Punkt gebracht kann man sagen: Worauf wir achten, wird mehr.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein achtsames Jahr 2018, in dem wir vermehren, was uns wichtig ist!

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Nebenwirkungen

Mitten drin stecke ich in meiner Aktion 475 und ich präsentiere an dieser Stelle mögliche Nebenwirkungen.

Täglich wird eine Sache mehr dazu bestimmt, den Haushalt zu verlassen. Dadurch ändert sich der Blick und man geht Ecken an, die lange in Ruhe vor sich hindümpeln durften.

Aber Dinge werden nicht nur ausrangiert.

Nebenwirkung Nr 1: Ich beginne, Kaputtes zu reparieren. Und bei Gott, ich weiß nicht erst seit heute, dass sie momentan nicht gebrauchstüchtig sind.

Nebenwirkung Nr 2: Es gibt tatsächlich Gegenstände, welche sich heimisch anfühlen, im Grunde aber nicht mir gehören. Ich bringe diese Platzhalter also nach Hause und ja, wenn sie sich wirklich schon eigen anfühlten, dann zähle ich sie mit. (Wie gesagt, mit dem genauen und offiziellen Regelwerk habe ich mich nicht befasst.)

Nebenwirkung Nr 3: Mir wird klar, was sich überhaupt in unserem (momentanen 😉 ) Besitz befindet und ich beginne es erneut zu nutzen. Überschrift könnte sein: Use it or lose it. (Nutze es oder verliere deinen Anspruch darauf. – Hey, glaubt es oder nicht, es gibt Sachen, die laufen doch wirklich mit den Jahren ab oder funktionieren nicht mehr!) Wobei ich auch gerne sagen würde: Use it or loose it! (Nutze es oder lasse es frei!)

Nebenwirkung Nr 4: Wenn ich mich entscheide, dass etwas bleibt, dann braucht es einen Platz. Es kommt Ordnung ins System.

Nebenwirkung Nr 5: Ein Flow-Gefühl, welches es an einem Punkt sehr leicht macht, auszusortieren. 10 CDs zählen plötzlich nur noch als ein einzelnes Hauruck-und-Weg.

 

 

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Minus 475

Es war ein kurzer Artikel und er lässt mich nicht mehr los. Ein Erfahrungsbericht über eine Aktion mit einem schönen Titel, an den ich mich nicht mehr erinnern. Ziel ist es auf- bzw. auszuräumen. Die Aktion dauert einen Monat. Am ersten Tag wird ein Element weggegeben, weitergegeben, entsorgt. Am zweiten Tag zwei Dinge, am fünfzehnten des Monats fünfzehn und so weiter. Nach dreißig Tagen ist man 475 Dinge leichter.

Dazu gibt es Regeln und Anleitungen, die ich nie nachgelesen habe. Der Gedanke an sich aber beflügelt mich und ich lasse mich gerne anstoßen. So werde ich also mein Umfeld erleichtern und auch wenn die Zahl wahnsinnig aussieht und einen leichten Schub an Stresshormonen auslöst, werde ich mich darauf einlassen. Die Regeln schreibe ich selber. So viel Freiheit darf sein.

Den Anfang macht ein kaputter Wecker, bei dem ich mich sowieso frage, wie der es so lange im Regal hat schaffen können…!

 

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Ich kann alle sein

Was mir am Reisen so gefällt ist das Gefühl, dass alles hinter mir wegfällt, ich in die Richtung blicke, in die es geht, und dabei alle sein kann. Niemand kennt mich. Wir laufen uns über den Weg. Zum ersten Mal. Keine Ideen, Theorien oder Konstrukte um die Person herum. Es ist klar, dass der Fensterplatz  nur für gewisse Stunden belegt ist, dann geht es weiter. Kein Grund anhänglich zu werden. Kein Grund zu trauern und doch ist der Moment ein Fest.

 

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Zum Lächeln verführt

Für mich war es ursprünglich das Abhaken einer weiteren Notwendigkeit.

Empfangen wurde ich mit höfischer Geste und einem großen, freundlichen Lachen. Als wäre das Auswechseln einer kaputten Glühbirne, noch dazu nach offizieller Öffnungszeit der Werkstatt, das Highlight – oder besser noch: eines von vielen Highlights – des Tages.

Beim Wegfahren bemerkte ich, dass ich mit einem fragenden Lächeln im Auto saß. Warum war er so freundlich? So gut aufgelegt? Hilfsbereit und charmant?

Und warum, WARUM, stelle ich mir Fragen, wenn ich einem Menschen begegne, der die Aura eines Frischverliebten um sich trägt und andere damit berührt?

 

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Sterne gucken

Das ist etwas vom Schönen in der dunklen Hälfte des Jahres: Man kann zu regelmäßig wachen Zeiten das Glitzern und Leuchten im Himmel bestaunen. Besonders toll, wenn man abseits von (zu vielen) Laternen oder Fensterlichtscheinen steht.

Wer dabei seine Hände in den unteren Rücken legt und dabei die Fingerspitzen nach unten richtet, hat ein feine Unterstützung und kann sich genüsslich zurückbeugen. Hoffentlich! Es ist ein gutes Zeichen, wenn das gelingt und zudem Training für die Bandscheiben.

Sterne gucken ist also nicht nur was für Herz und Seele, ganz körperlich gesehen für den Rücken äußerst empfehlenswert.

 

 

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Der Oper immer wieder eine Chance geben

Das solle man, habe ich gehört. Und es kann sich rentieren.

Ich war in der MET. Metropolitan Opera House in New York. So direkt und physisch wäre das wohl ein Wow-Erlebnis gewesen, für Pfützenhüpfer wie mich gibt es auch andere Möglichkeiten. Diese heißen ganz banal Cineplexx. In Live-Übertragung durfte ich Die Zauberflöte genießen. Mozart wurde schon als Robbie Williams der Klassiker bezeichnet und hey, bei Robbie Williams sage ich nicht nein.

Im Ernst: Es war ein Erlebnis, das nachwirkt. Ich bestaune immer die Kreativität und die Möglichkeiten, wenn man nur groß denkt (und das passende Budget dazu hat) und die Künstler:innen sind einfach phänomenal. Was mit der Stimme/dem Körper alles machbar ist! In der Pause gab es Interviews mit Sänger:innen und Produzenten, außerdem ist ein Blick hinter die Kulissen möglich. Dirigiert von James Levine. Wer ihn kennt, weiß um die Ehre, wenn auch nur über Live-Schaltung dabei gewesen zu sein.

Ich empfehle das Große im Kleinen also uneingeschränkt.

 

 

 

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Wie schreibt man das?

Es gibt Fragen, die tauchen in ganz bestimmten Momenten auf. Wenn man einen Satz schreiben will und plötzlich nur noch rätselt.

Folgendes vorangestellt:

Der Künstler malt.

Der Müller mahlt.

ABER: Beide ma??en!

Wie würdet ihr die letzte Aussage schriftlich festhalten? Bzw. kennt jemand die korrekte Antwort?

 

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Angeflogen

Noch erzählt mir jemand, wie wenig Ironie geschätzt wird. Wie unnötig, fehlplatziert und nicht dienlich sie empfunden wird.

Dann lese ich in einem Buch den Satz: ‚Yep, Ironie ist ’ne feine Sache.‘

Ein Lächeln fliegt mich an. War eine schöne (wenn auch ironielose) Zeit.

 

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