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Ich hätte gern von anderen, was ich brauche…

Da werden einmal Räder angehalten, die als unanhaltbar angesehen wurden; Zeit wäre als Geschenk für viele (beileibe nicht alle) derzeit greifbar.

Und was machen wir?

Wir suchen neue Schwungräder und schieben und ziehen, um nur ja nicht das Gefühl zu verlieren, dass vierundzwanzig Stunden für einen Tag zu wenig sind.

Noch nie habe ich so viele Nachrichten/Videos/Audiofiles innerhalb einer Woche geschickt bekommen. Nicht nur eine WhatsApp-Gruppe sieht von ihrem ursprünglichen Verbindungsgrund ab und ich bekomme von bekannten und unbekannten Menschen Dinge geteilt, die dafür reichen, fünfzig Personen mit je einer eigenen Ansicht auszustatten.

Mir ist das zu viel. Ich merke, dass ich mich tatsächlich auf diese Extraportion Ausnahmezustand à la Zeitfüretwas,wassonstimAlltaguntergeht, gefreut habe.

Und ich frage mich: Warum gefreut habe? Warum brauche ich überhaupt einen äußeren Grund dafür?

Offenbar hege ich das Bedürfnis, gewissen Dingen und Handlungen weniger (oder mehr – je nach Perspektive) Raum zu geben. Also mache ich das. Und die Verantwortung liegt prächtiger Weise (auch das ist Ansichtssache 😉 ) in meiner Hand.

Und so fordere ich nicht von anderen oder irgendwelchen universellen Kräften, was ich brauche, sondern ich handle so, wie es mir entspricht. Schließlich wird Selbstverantwortung schon immer groß geschrieben.

 

 

 

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Nur ein bisschen Sicherheit

Ich wünschte, ich hätte Schwimmflügel, damit mir das Wasser nie über den Hals reicht.

Und dazu eine Halteleine, um mich möglichst schnell aus jeglichem Unbill hinauszuziehen.

Ein Airbag-Lawinenrucksack, damit mir auch im Schnee nichts geschieht.

Das Ortungsgerät umgeschnallt, nur so als Sicherheit.

Ich wünschte, ich hätte eine Armbanduhr mit Kompass, damit ich immer den Weg finde.

Für die ganz große Verirrung ein GPS-Gerät in meine Trinkflasche integriert.

Eine Notfallration in meiner Windundwetterjacke, wobei letztere bei Bedarf zu einem Zelt umfunktioniert werden kann.

Leuchtraketen zur Absicherung – man weiß ja nie.

In der linken Innentasche was zum Feuer machen.

Rechts die Versicherungspolizzen, bei denen ich nichts ausgelassen hab.

Die Wunderlampe für die letzten drei Wünsche.

Ersatzbatterien, Superkleber und ein Extrapaar Schnürsenkel.

Ich wünschte, ich hätte ein Radargerät für missgünstige Menschen und Tratschtanten.

Meine persönliche Falt-Toilette und den Defi im Gepäck.

Ein Backup für alles Wichtige, das mir abhanden kommen könnte und Erinnerungsdublikate tiefgekühlt.

Dazu noch eine Master-Control-Fernbedienung fürs Stoppen, Zurückspulen und die Zeitlupe.

Einfach nur ein bisschen Sicherheit, fürs Leben in der Unsicherheit.

 

Fein fühle ich mich. Sicher. Nichts kann mir mehr passieren.

 

Und dann sehe ich mich im Spiegel.

Eingepackt und abgesichert.

Aufgeblasen und schwer beladen.

Wahrscheinlichkeiten erfindend und schon fast verrückt.

Jedenfalls: Unbeweglich in mehrerlei Hinsicht.

Ein neuer Wunsch erwacht.

Losgelöst von alledem wie damals, als ich mich noch ohne eine Millisekunde zu zögern abstieß und lachte, weil ich wusste, ich werde aufgefangen.

 

 

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