Schlagwort-Archive: Freude

Geständnis

Ich mag keine Spielsachen, welche beim schlichten Anfassen (sprich: Aufräumen) Töne/Melodien/Geräusche von sich geben.

Und weil sich Eltern heutzutage so leicht ein schlechtes Gewissen einreden lassen ergänze ich: Nein, bei uns gibt es nicht nur einer bestimmten pädagogischen Richtung entsprechendes Spielzeug aus nachwachsenden und/oder kompostierbaren Materialen. Genau darum, weiß ich ja, wovon ich spreche.

Und ja, ich weiß auch, wie es sich anfühlt, wenn man CO2, Wasser, Plastik und dergeleichen (viel) mehr in die Rechnung aufnimmt und die bloße Existenz als eine Minuszahl als Ergebnis aufscheint. An einem bestimmten Punkt richtet sich aber mein Trotz auf. Ich bin Trotz-dem hier. Ich lebe Trotz-dem gerne. Und leicht! Und in Freude!

So take it (the sound) and go on!

Ich vermute ganz stark, es geht um etwas ganz anderes!

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Wie man sich bürstet, so lebt man

Auf Krawall gebürstet.

Aus unerfindlichen Gründen wabert diese Floskel durch meine Gehirnwindungen.

Aha. Ja, ja. Irgendwer wird irgendwo…

Ich lass mich gedanklich weitertreiben.

Wir suchen jeden Morgen mehr oder weniger achtsam unsere Kleidung aus, wählen vielleicht Make-up, legen Hand an die Bürste und entscheiden im Spiegel, ob es ein good oder bad hair day ist.

Reflektieren wir genauso oft unsere Gedanken, wie wir täglich in den Spiegel sehen?

Es gibt Ansichten, nach denen die Umweltverschmutzung in 3D nichts ist im Vergleich zu der Verunreinigung durch Gedanken und Emotionen.

Da würde es sich lohnen, statt auf Krawall zum Beispiel auf Vergebung zu bürsten. Oder Zufriedenheit. Freiheit. Mut. Freude. Leichtigkeit.

Für uns und alle.

 

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Arm an Gefühlen (noch)

Hin und wieder benutze ich meine Vorstellungskraft, um ein inneres Chaos überblicken zu können oder gar mit manchen Querdenkern und -schlägern in Kontakt zu kommen. Dann sitzen wir an einem Sonnentisch auf einer Terrasse. Die einen essen Eis, die anderen mäkeln rum, andere wollen gar nicht da sein. Es gibt ein kleines quirliges Margilein und eine ganz schwarz gekleidete mit Kapuze über dem Kopf. Nicht gerade gesprächig diese eine. Sitzt nicht selten lieber alleine am Nachbarstisch. Noch ein, zwei andere und das war’s. Wir finden locker an einem Tisch Platz und damit ist die Gefühlswelt auch schon abgebildet. Viel Abwechslung ist da nicht.

Das heißt: Ich funktioniere alltäglich mit vier, fünf Gefühlen. Vermutlich gewohnheitsmäßig.

Heute meine ich, es könnte doch interessant sein, den Kreis ein wenig größer zu machen. Angst, Wut, Liebe, Freude – das kann doch nicht alles sein, oder?

Darum krame ich eine Gefühlsliste heraus. Ja, so etwas gibt es. Besonders wertvoll: Die Nichtgefühle stehen auch da, weil man die so gerne und oft fühlen mag. Dabei lohnt es sich, darüber nachzudenken (meine ich). Beleidigt worden zu sein – ist ein Beispiel für ein Nichtgefühl.

Ab heute wird also mehr gefühlt. Wer die Terrasse wohl alles bevölkern wird?

 

 

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Eigentlich

Verwendet jemand das Wort „eigentlich“, streiche ich das zumindest für mich aus dem Satz heraus und höre noch einmal hin.

Eigentlich will ich nicht zurückblicken.

Ich will nicht zurückblicken.

Warum nicht?

 

Es drängt nach vorne und nach Zurücklassen. Deswegen.

 

Wie ein Abschiedshauch fliegen vage Erinnerungen vorbei. Ich winke ihnen.

Als das Jahr praktisch bewegungslos begann. Unter wohlwollenden Händen wurde ich gebogen und getestet. Alles kein Problem. Gell, ich hab in Grunde einen ganz tollen Rücken, scherzte ich und bekam als Geschenk die Worte, die mich bis heute begleiten: Weißt du, wenn es nicht physisch ist, dann ist es psychisch.

Bjäch! rief ich dem des Öfteren entgegen – auch eine Vokabel aus diesem Jahr.

Ich winke dem Wochenende, das mich in die Knie gezwungen hat und mich dadurch lehrte, dass ich wieder aufstehen kann.

Es ziehen vorbei geflüsterte Willkommensgrüße und geseufzte Worte des endgültigen Abschieds.

Hochzeiten, Taufen, Geburtstage und Feiern, bei denen der Bundespräsident nun wahrlich der uninteressante Teil war.

Geld, das viel Freude beim Hergeben gab.

Ein Konzert, das meinen Eins-pro-Lebensjahrzehnt-Schnitt gesprengt hat und mehr als Musik darstellte.

Mut, zum Bleiben und Ansprechen; zum Helfen, ohne sich dessen bewusst zu sein.

Kinderaugen, die wieder zu strahlen beginnen, huschen vorüber und sind Wärmendes, das ich weitertrage.

Da klingen Fanfaren, die in Morgenstunden mit Blumentopf-Verstärker das Ein und Alles waren.

Ein Farewell dem Zusammensitzen, Zeitvergessen, Lachen, Tanzen und Singen.

Adieu ihr Schmerzen, Zweifel und Ängste.

Ein letztes Hoch auf die vielen Glücksmomente.

Danke für all die Antworten, die immer kommen und im selben Atemzug für die Fragen, die nie versiegen.

Kusshände für jedes Zeichen der Zuwendung und des Gesehenwerdens, wenn ich grad gar nicht daran glauben konnte.

Ein Macht‘s-Gut an alle Stolpersteine, die mich unsichtbar werden ließen, sobald ich Gefahr lief, mich im Schein zu verlieren.

Ich habe an Feuern gestanden, bin im Regen gelaufen, auf der Erde gelegen und habe die Arme im Wind ausgebreitet.

Alles und jedes auf vielfältigtste Weise mit Menschen verbunden. Und wer denkt, das könnte auch ich sein, hat recht!

Eigentlich habe ich nichts getan, außer gelebt.

Ich habe gelebt.

 

Als Hauch zieht dies vorüber, dann wende ich mich um.

Lasse es ruhig still mit Schnee zudecken und bin dankbar für die Stille, die dadurch einkehrt.

Schnee

Das ist alles vorbei.

Es drängt nach vorne und nach Zurücklassen.

Den Blick gen Osten.

Aufbruch.

Hin zum Licht, wo noch Platz für mich ist.

 

 

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Eine Frage der Entscheidung

Wie viel in unserem Leben wird durch mehr oder weniger bewusste Entscheidungen bestimmt? Darüber schon mal nachgedacht? Vielleicht/Womöglich/Wahrscheinlich/Sicherlich jammern, wünschen und beneiden wir an Stellen, die zu einem erheblichen Teil in unserer Hand liegen?/!

 

Geburtstag

Sie feiert gerne ihren Geburtstag, nimmt sich dafür – wenn möglich – auch einen Tag frei. Manchmal ist es gut einen konkreten Anlass zu haben, um daran zu denken, sich selbst und das Leben zu bejubeln.

Er überlegt jedes Jahr, ob er den Glückwünschen, dem Kuchen und dem Zusammensein nicht entfliehen sollte. Einfach Ruhe haben, lautet der Wunsch, der nie umgesetzt wird.

Sie beginnt ihren Geburtstag eine Woche früher zu feiern. „Weil ich schon bald Geburtstag habe“, lautet die nun oft genannte Erklärung auf alle möglichen Bitten und Ideen hin. Freude und Feierlaune bauen sich auf, Lächeln werden versprüht, das Leben ist wunderbar.

Er versteht das nicht so ganz, nimmt es amüsiert zur Kenntnis und lässt sie gewähren. Auch Marotten kann man gern haben, ihre ganz besonders.

Sie wird schon Tage vorher zu Mittag zum Essen eingeladen, weil sie ja bald Geburtstag hat – und kaum einer kann das vergessen.

Er meint, so schön möchte er es auch einmal haben. Eine ganze Woche lang gefeiert werden.

 

An dieser Stelle bricht der Funkkontakt zwischen meinen Synapsen ab. Anfang und Ende widersprechen sich. Oder?

 

Ach, und einmal wünschte sie sich, ihr Geburtstag würde vergessen werden. Nur, um das erlebt zu haben. Gute Freundinnen machen auch das möglich.

Genauso wie ein anderes Mal die Schokotorte im Gesicht.

 

Ich wünsche mir, ich wünsche mir…

 


 

das bildliche P.S.

das bildliche P.S.

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Unsichtbare Mütter

Voller Freude, Hoffnung groß,

wächst Herz an Herz.

Es schwingt und singt all um sie,

Leben von jetzt bis in hundert Jahre.

Einzel war, Familie wird,

das Innere wandelt sich damit.

herz

Klein kann nicht mehr werden,

was so gerne wuchs.

Trauer und Schmerz füllt allen Raum,

die Hände greifen leer.

Der Sprung gelang grad ziemlich gut,

Materie erreicht nicht mehr.

 

Mutter ward und Mutter ist,

Perle im Auge glitzert sternenhell.

Unsichtbar wird sie so leicht,

wenn große Herzen dimensionenweit nicht zählen.

Wertvolleren Schatz gibt keinen es zu finden,

trag voll und stark so gut du kannst.

 

Funke kam um Liebe überall zu spüren,

was Mutterherz nur geben kann.

Hab Dank, oh Dank singt alle Welt,

weil du nun Mutter bist.

 

Für alle Mütter und mütterlichen Wesen.

 

(Ja, damit können durchaus auch Männer angesprochen sein.)

 

 

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Warum Regen langsam macht

 

respektive: Warum Regen langsam machen kann

  • Der Blick kann nicht mehr so weit in die Weite schweifen, wir bleiben auch in Gedanken näher am jetzigen Moment.
    Pläne und Vorhaben fallen ins Wasser.
  • Aquaplaning macht vorsichtiges Autofahren sinnvoll.
  • Der Tatendrang wird weggewaschen, Buch und Couch rücken in attraktives Licht.
  • Wer noch nicht verlernt hat, den Regen zu genießen, wird mitunter die Arme ausbreiten und sich die Energiedusche gerne schenken lassen.
  • Brillenmenschen sehen noch weniger als ohne Sehhilfe und verlangsamen die Schritte – vor allem auf unbekannten Wegen.
  • Regen bringt Gerüche und so schnuppern wir aufmerksam in unserer Welt, was da zum Vorschein kommt.
  • Manche Wald- und Wiesenwege können nicht begangen werden, die bekannten Routen variieren sich und Neues zu entdecken lässt uns Zeit nehmen.

 

Und überhaupt: Wer wie ich eine seltsame Verwandtschaft zum Reagatierle/Regentierchen verspürt, der muss nicht lernen, was wechselwarm bedeutet.

 

 

Where I am standing, the sun is shining all over the palce.

 

 

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Mai, 2014 · am

Sehnsucht

Noch mehr vom Suchen.

 

Steckt auch in der Sehn-sucht.

Was sucht unsere Seele? Wohin zieht sie? Aus welchem Grund drängt sie?

Mitunter ist es nur ein ungnädiges und unruhiges Gefühl. Wer den Weg nicht wagt, hat nichts zu gewinnen.

Wer sich allerdings auf die Suche begibt, findet viel.

Nicht immer das, was ursprünglich als Gesuchtes definiert wurde. Die Sprache der Seele hat mehr Weite und Größe, als ihr vom Verstand zugute gehalten wird.

 

Das wundersame Leben von Timothy Green fällt mir dazu ein. Ein bezaubernder Film von einem Ehepaar, das sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind und mit der Nachricht konfrontiert wird, dass sie diesen Traum begraben müssen.

Eine schreckliche Botschaft, wenn doch die Sehnsucht so groß ist.

Aus einer alkoholgeschwängerten, mutigen und außergewöhnlichen Idee erwächst ein Abenteuer fürs Herz, das alle Menschen verwandelt, die damit in Berührung kommen.

 

Trailer

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Von ganz alleine geht es nicht

Es gibt keine Leute, die nichts erleben, es gibt nur Leute, die nichts davon merken.

– sagt Curt Goetz und Rainer Maria Rilke scheint es ähnlich zu sehen:

Wenn Ihr Alltag Ihnen arm scheint, klagen Sie ihn nicht an; klagen Sie sich an, sagen Sie sich, daß Sie nicht Dichter genug sind, seine Reichtümer zu rufen;

(aus seinen Briefen an einen jungen Dichter)

Zwei von vielen, die sich einig zu sein scheinen: Man muss schon etwas dazu tun. Schönheit, Freude und Glück muss man auch sehen und spüren wollen, sonst gibt es sie nicht für uns.

Darum wünsche ich allen ein Wochenende mit offenen Augen und empfangsbereitem Herzen!

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Februar, 2014 · am