Schlagwort-Archive: Frühling

Bei der Erdmutter (2/6)

Dem Korn, das in der Erde ruhte,

Entsteigt der Keim, des Stengels Schaft.

Ich nährte ihn mit meinem Blute,

Ich treibe ihn mit meiner Kraft.

(Marie Luise Kaschnitz)

 

 

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Schluss mit lustig

Der Frühling ist die Zeit der Besinnung auf sich selbst. Auf die persönlichen Rhythmen, Träume, (Vor)Lieben. Kein Samenkorn blickt nach rechts und links um abzuklären, ob es genau jetzt keimen darf. Nicht zuletzt spielen auch die jeweils gesonderten Umstände eine Rolle und da fallen mir in Hinsicht auf den Menschen nur die Worte mit den Mokassins und den Meilen ein. Wer nicht ein paar Meilen in den Mokassins eines anderen gegangen ist usw. Jede und jeder hat also das eigene Tempo und niemand kann sagen, wann es für wen Zeit ist, irgendetwas umzusetzen oder wegzulassen.

Zum Glück gibt es Lachen – Ellen Müller

 

Der Frühling ist die Zeit des Putzens und Lüftens. Es kommt wieder Schwung in die Sache. Was schlummern und wachsen durfte, kommt nun ans Licht. In vielerlei Hinsicht. Bei mir steht ein körperlicher Putz an. Denke vegan heißt die Überschrift, obwohl es da ein paar Besonderheiten gibt, die wegfallen oder hinzukommen. Ich freue mich auf dieses Abenteuer, eröffnet es mir doch den Blick auf ein Stück Welt, das ich bislang getrost den Augenwinkeln überlassen durfte. Glücklich und mit Vorfreude stimmen mich die Helferlein, die mich schon jetzt mit Rezepten, Tipps und Erfahrungen versorgen. Was für eine Fülle!

Ganz freiwillig geschieht diese temporäre Umstellung nicht und so könnte es Anlass sein, die Sache mit regelrechtem Ernst zu betrachten. Wie es so sein soll, folgt meine Leseliste einem gewissen vorgegebenen Pfad (über den ich bei aller Prädestination die Handlungshoheit behalte). So lese ich derzeit täglich über Hasya-Yoga. Auch dieses bislang nur aus den Wahrnehmungsrandbereichen bekannt. Worum es dabei geht? Um das Lachen! Lachen wie ein Gorilla, Lachspritze, Bayrisches Lachen, Rasenmäherlachen und viel Drumherum, Vorher, Nachher, Innendrin. Schon die Lektüre stimmt mich fröhlich.

Frühling ist die Zeit des Beginnens. Lachen, Fröhlichkeit, Abenteuergeist und Hoffnung, Vertrauen sowie Dankbarkeit nähren meine Samen.

Schluss mit lustig habe vermutlich nicht nur ich von klein auf im Ohr.

Ich ändere meine Ausrichtung hin zu Oscar Wilde: Das Leben ist viel zu wichtig, um es ernst zu nehmen.

 

 

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Hinterhältiges Biest

Liebevoll umschmeichelte Rilke die dreifärbige Krokus. Wie jedes Frühjahr roch sie unwiderstehlich und wie immer war Tango sein größter Konkurrent.  Das bedeutete, die Zeit eilte. Denn Krokus liebte es, anfangs die Frigide zu spielen, bevor es dann zur glücklichen Vereinigung kam.

Doch dieses Mal wurden sie anderweitig gestört. Ein Kampf spielte sich ganz in ihrer Nähe ab und kam hörbar näher. Wenn es der alteingesessene Tango schwer hatte, das konnte Rilke eindeutig vernehmen, dann hatte das auch mit ihm zu tun. Dieses Revier gehörte ihnen beiden. Schlimm war, dass Krokus ebenfalls interessiert mit ihm in die Scheune blickte. Bevor sie die kämpfenden Kater in Natura erblickten, beobachteten sie groteske Schattenspiele, die durch das Licht in der offenen Tür an die gegenüberliegende Wand geworfen wurden. Es sah aus, als würden zwei ausgewachsene bengalische Tiger aufeinander losgehen.

„Email“, seufzte Krokus neben ihm und er fühlte, dass das schlimmer war, als jeder verlorene Kampf. Diese verräterische Fellzusel neben ihm hatte sich bereits in Emil, das Vieh von der anderen Dorfseite verliebt. Vermutlich war sie auch noch die Strippenzieherin, die ihn mit gelegten Duftspuren überhaupt hierher gelockt hatte. Wenn sie zu ihm affektiert Railke schnurrte oder gar Tango als Tangou ansprach, ging das ja noch. Aber Emil als Email anzuschmachten, das war zu viel. Wie ein Greifvogel stürzte sich Rilke von oben auf den Eindringling. Das hier war Ehrensache.


Die zehn Worte für die Geschichte gab es in alter und liebgewonnener Manier bei westendstorie

 

 

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Wie sieht das Gras aus?

Weil ich diese Frage gestellt bekommen habe, wurde meine Aufmerksamkeit in den vergangenen Tagen ein wenig in diese Richtung gelenkt.
Die Antwort ist mehrschichtig.

Viele Wochenstunden verbringe ich in Bregenz, da ist schon ziemlich grün und wird auch bunt. Klassisch eben.

Noch mehr Stunden verbringe ich in den Bergen (im Vergleich das meiste davon schlafend, aber rein rechnerisch stimmt das so).
Hier muss ganz deutlich zwischen Sonn- und Schattseite unterschieden werden. Ich wohne fast mein ganzes Leben auf der Sonnseite und egal was wer sagt, ich bin ein Sonnseitenkind. Wie hieß es doch bei Maribey: Ich glaube, ich habe eine Solarzelle in mir. Ja, zu dem Satz nicke ich. Dass ich einst im Jänner in Finnland war, ist und bleibt ein unerklärliches Mysterium und, wenn überhaupt, eine andere Geschichte.

Doch zurück zur Sonnseite. An den Sonnenhängen, da ist es schon ordentlich braun-grün und erste Farbtüpfelchen finden sich. Nicht ungern tigere ich da hinauf, um mich auf ein windstilles Bänkle zu legen und zu lesen/träumen.
Im Tal sieht man die Unterschiede auch, nur nicht ganz so eklatant. Langlaufen ist noch möglich, doch Fahrräder und Rollerblades werden auch schon eifrig ausgepackt.

Schattseite ist ein anderes Thema. Nichts für Solarzellenweicheier. Der Lift läuft noch, wenn möglich bis Ostern.

Und es bleibt dabei: Nebst Vogelgezwitscher hört man den Frühling vor allem am Tropfen.

Terrasse im Winter

Unsere Terrasse im Winter.

lesen oder traeumen

Auf dem windstillen Bänkle. Lesen oder träumen? Wirklich eine schwere Entscheidung, nicht wahr?

Terrasse im Frühling

Die Terrasse im Frühling – ganz aktuell. Welche Farbe das Gras hat, ich denke, das ist jetzt verständlich, kann ich noch nicht genau sagen.

 

 

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Mein Frühling heißt

Aaaaateeeemhoooolen

Ja, das tut gut!

luft

Und der Hintergrund zu dieser „Taufe“ beschreibt ein.wort.blog.parade – wobei sinn.wort.spiel noch mehr Lesenswertes finden lässt.

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Österliche Frühlingsgrüße

Von allen Bergen zutaleOstergruß
ist ein Leuchten erwacht –
flammende Frühlingsfanale
durch die Osternacht!

Von allen Türmen zusammen
läutet es landhinein –
Herz, mit Glocken und Flammen
bricht der Frühling ein!

(Lulu von Strauß und Torney)

———–

Ein besonderer Brauch.

Am Morgen des Ostersonntags findet man im ganzen Dorf Spuren von Sägemehl. In der Nacht wurden von jungen Burschen alle Häuser „markiert“, in denen Mädchen wohnen, die in diesem Jahr 18 werden. Somit im heiratsfähigen Alter… (so will es der Brauch).

Bei uns wohnt auch eine 🙂

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Manchmal

Manchmal bekommt man mitten im Alltag eine Pause geschenkt.

Manchmal lächelt gleichzeitig die Sonne gnädig auf einen herab.

Manchmal steht man dabei in einer neubegrünten Fußgängerzone.

Manchmal setzt man sich an einen der bunten Tische eines Cafés.

Manchmal vermisst man eine Tasse Kaffee ganz besonders.

Manchmal spürt man schon, welch großartiges Fest diese erste Tasse nach vierzig Tagen sein wird.

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Rausch der Jahreszeit

Der Frühling kam in seinem betörenden Tanz. Männlein und Weiblein in grünem Kleid, Kränze auf ihrem Kopf. Sie wirbeln herum, bringen Düfte, Geräusche und Leben mit sich. Der Höhepunkt ist noch lange nicht erreicht, doch kaum einer kann ihrer Anziehung entgehen.

Das junge Kätzchen Shiva ist seinem Namen gemäß fasziniert vom Tanz des Lebens, neugierig, wenn auch vorsichtig. Am Tage schon erlebt sie das Frühlingspaar und schließt sich ihnen für ein paar Schritte an.

Wirklich interessant wird es jedoch in der Nacht. Wenn die Geräusche natürlicher werden, das Feine und Geheimnisvolle präsent wird. Erneut macht sie sich auf den Weg, um dem Tänzer und der Tänzerin, die ihr so viel Neues bieten können, zu folgen.

Ein Hauch von Magie begleitet sie, es wird gelacht und herumgewirbelt, wie es Shiva, der Verkörperung der Veränderung, nur gefallen kann. Weiter führt der Weg. Hinein in Dimensionen und Gebiete, von denen das Kätzchen nie zu träumen gewagt hätte. Farben, Formen, Gerüche und Wesen von liebreizender und verführerischer Gestalt.

Noch ist unklar, ob es den beiden bis in jene Gefilde gefolgt ist, die den Geist und die Erinnerung in Nebel hüllen und den Weg zurück verschleiern.

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Frühlingsgefühle auf der Arche Noah

Eine Freundin schrieb mir folgende Zeilen:

Hast du auch schon wieder Lust auf frische Salate direkt aus dem Garten, den Duft und den Anblick frischer Kräuter?

Auf sattes Grün und Gänseblümchen?

Den feuchten erdigen Geruch im Frühling?

Ein feines Getränk auf der Terrasse mit frischer Minze?

Wahrlich, bei geöffnetem Fenster und Sonnenschein können solche Frühlingsgefühle aufkommen (obwohl am Morgen noch Schnee gefallen ist).

Das nehme ich zum Anlass, allen, die bereits gerne diese Impulse aufnehmen und in Vorfreude schwelgen, die Arche Noah vorzustellen.

Nicht das alte Schiff aus der Bibel, sondern eine ganz besondere Gesellschaft, die sich nicht weniger für den Erhalt von Leben einsetzt.

Ihr Anliegen ist es, die Vielfalt der Kulturpflanzen zu hegen, zu pflegen und zu entwickeln.
Über das Sortenhandbuch kann viel über seltene Pflanzen, deren Anbau und Nutzung gelernt werden, ganz zu schweigen von der Möglichkeit, den Garten in alter/neuen Vielfalt erblühen zu lassen.

Feiern wir die Vielfalt! (Motto der Arche Noah)

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