Schlagwort-Archive: Glück

Ohne Worte

Beim letzten Durchsuchen der Hosentaschen vor der Wäsche findet sie einen Fünfeuroschein. Klein zusammengelegt aus vergessener Zeit. Für den Moment legt sie ihn vor dem Spiegel im Badezimmer ab.

Tags darauf liegt das Geld auf der gegenüberliegenden Seite. Neben der Niveadose. Seine Hälfte. Sie holt den gefalteten Schein, positioniert ihn erneut und eindeutig am ganz anderen Ende der Ablage.

Zwölf Stunden später wiederholt sich das Spiel.

Danach noch einmal und noch einmal.

Sie hält das kleine Quadrat in den Händen und ändert die Taktik. Faltet das Papier auseinander und ganz neu zusammen. Zu einem kleinen Herzen. Nun legt sie es für ihn auf seine Seite.

Was folgt?

Beim nächsten Badezimmergang befindet sich das Herz eingeklemmt in ihrem Schränkchen.

Nebst fünf Euro gibt es Freude und Lächeln an Zinsen dazu.

Und die Moral von der Geschicht?
Da berufe ich mich auf die Überschrift…

 

 

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Wirrsinn [18]

Beim Betrachten von Gänseblümchen kann man Mut nicht lernen.
GRENZENLOS glücklich
Absolut FURCHTLOS
IMMER in Schwierigkeiten
(GEA-Heft)

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Träume von Gipfeln und Glück

Spielkind hat ausdrücklich mich dafür ausgesucht, Fragen zu beantworten (dich übrigens auch). Und weil meine Fragen mich stets zu Antworten führen, mache ich das auch hin und wieder umgekehrt ganz gerne und versuche mich im Formulieren.
Bis auf einmal ist mir das in diesem Fall gelungen.

1. Glaubst Du, dass Amerika unser Freund ist?
Auf die eine oder andere Weise, mehr oder weniger kenne ich meine Facebookfreunde. Einen Bruchteil davon lade ich auf eine persönliche Feier ein und wenigste wissen, wie ich zur Gattung Fliegen stehe.
Was ich sagen will? Ich kenne eine Frau, die in Amerika wohnt und der ich mich herzlich verbunden fühle. Sie ist eine entfernte Variante von Freundin.
Amerika selbst ist mir weder Freund noch Feind. Wenn es hier politisch werden soll: In diesem Bereich spielt so viel anderes eine Rolle, dass diese Vokabel absolut keinen Zusammenhang für mich darstellt. Befreundet bin ich mit einzelnen Menschen.

2. Wie kann es Frieden geben?
Was, wenn es ihn gibt? Einfach so, immer schon und längst? Ich erinnere…

3. Warum teilen die reichen Menschen nicht mit den Armen?
Ich erlebe, dass sie das sehr wohl tun. (Wenn die Frage allgemein bleibt, dann darf es die Antwort auch.)

4. Was bedeutet Nächstenliebe für dich?
Mich selbst als Teil zu sehen.
Mein Lieblingssatz dazu, weil ich ihn sehr gut nachvollziehen kann: Der Mensch wird am Du zum Ich (Martin Buber).

5. Hast du ein Vorbild und warum?
Ich habe viele Vorbilder. Immer wieder, neue und alte. Mein Leben richtet sich nicht direkt auf sie aus und ich habe auch nicht täglich mit ihnen zu tun.
Auf einem langen Weg braucht es hin und wieder – und sei es nur ein altes Farbzeichen an einem Baum oder auf einem Stein – ein Zeichen, dass man sich noch auf dem ausgesuchten Weg befindet. Es ist auch erbaulich jemanden zu treffen, der einem ein wenig davon berichten kann, was auf der Strecke noch warten wird und mitunter Tipps zum Umgehen von Hindernissen geben kann. Oder jemand, der schon einen Gipfel erklommen hat und dadurch schlicht ausstrahlt: Es ist möglich. Wenn ich auf meinen Gipfel komme, dann du auch auf deinen. Es kann allerdings ein ganzes Leben dazu brauchen.
Für mich ist auch wichtig, dass nicht für alle ein Gipfel das Ziel ist. Es gibt viele wichtige Wirkorte und das zeigen mir meine Vorbilder, die unterschiedlichst sind und gerade dadurch so viel ausdrücken, was mir Leitung ist.

6. Kennst du die Verfassung der Franzosen von 1793?
Kann es sein, dass ich die bei dir – Spielkind – kürzlich angelesen habe? Wenn ja, dann kenne ich die ersten Absätze. Insgesamt muss ich wohl mit nein antworten, weil „kennen“ ein zu großes Wort dafür wäre (abgesehen davon würde ich mir niemals merken, aus welchem Jahr welche Verfassung käme, die ich vielleicht und nur zufällig läse).

7. Gibt es ein Recht auf Glück?
Glück ist in meiner Wahrnehmung nichts, worauf ich bestehen kann. Ebenso wenig darauf, dass mich andere verstehen, mögen, morgen die Sonne scheint oder mein Auto niemals einen Platten hat.
Wir nehmen oft Dinge persönlich, die nicht persönlich sind.
Glück sehe ich eher im Zusammenhang mit einer Haltung. Der eine kann es leichter erleben, die andere nur schwer und das hat weniger mit den äußeren Umständen zu tun.

8. Wer darf aus deiner Flasche trinken?
Wer halbwegs gepflegt aussieht, keine Ausschläge im Mundbereich hat und frägt (wobei es von letzterem nahestehende Ausnahmen gibt).

9. Gibst du Bettlern Geld?
Manchmal – sehr situationsbezogen

10. Wie viel?
Meistens im Münzbereich. Ich gestehe: Straßenmusiker können da – wenn ich angetan bin – mehr erwarten.

11. Was ist Dir wichtig?
Dass Zeit und Raum zum Träumen bleibt, Familie, Natur, Werden, Miteinander – ach, so viel und es wird immer mehr. Vermutlich wird das sowieso mit „Träumen“ alles zusammengefasst. Was ich träumen kann, kann ich auch erleben.

 

 

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Deal mit dem Teufel inklusive

Wenn du eine halbe Stunde Zeit hättest, was würdest du tun?
Zolaskis Fragen beantworten. Anlass war übrigens die Kofferfrage, die mich nicht losließ.

1• bestücke einen Koffer mit 11 Dingen für eine 11 tägige Reise.
3 Unterhosen, 2 Shirts, 1 Jacke, 1 Hose, 2 Paar Socken, 1 Zahnbürste, 1 Apfel

2• welche 3 Bücher würdest du ohne Zweifel empfehlen?
Momo, Narziss und Goldmund, Das Herzenhören

3• wenn das Glück in Bildern darstellbar wäre welche würdest du wählen?
glitzernder Schnee, strahlend blauer Himmel, sprudelnder Wasserfall
(frag mich in einer anderen Jahreszeit wieder und zumindest das erste Bild ist ein anderes)

4• was unterscheidet für dich zwischen Zufall und Schicksal?
der Grad der Unausweichlichkeit

5• du kannst mehr Zeit bekommen im Tausch gegen:
klingt im ersten Moment wie die ganzen Seele-Teufel-Tauschhandel-Geschichten;
ich biete eine ungebrauchte Schachtel Zündhölzer

6• glaubst du an das Unmögliche und wie könnte es beschrieben werden?
ja; als die Grenzen des Denkens und Wissens Überschreitendes (wie zum Beispiel eine fliegende Hummel)

7• welchen Sinn macht für dich Philosophie?
sie lässt Teile in mir schwingen und lebendig sein, die ohne sie vertrocknen würden

8• du könntest nicht die Welt retten aber 3 Möglichkeiten hast du dennoch. Nenne sie.
drei Möglichkeiten wofür? ich bin mir nicht sicher, in welche Richtung die Aufforderung geht;
wenn ich etwas ändern könnte, würde ich die Augen für die Farben der Menschen öffnen, gleichzeitig die Farben des Inneren anknipsen und Ohren für die Harmonie des Seins empfänglich machen

9• es werden Personen gesucht für eine BrainReise ins Jahr 3050. Ausgang ungewiss. Würdest du daran teilnehmen?
Nein

10• nenne 3 Begriffe/ Bereiche die dein Denken * durcheinander bringen.
* ich ergänze ein „Zuweilen“
das menschliche Tun mit Vorsatz zum Schaden von anderen/-m, Gerechtigkeit, To-Do‘s

11• was würdest du nie tun?
ich denke an Balut und sage: das kann ich nicht beantworten; manches kann man (ich) nur in der entsprechenden Situation herausfinden

 

 

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Glück ist ein Wort

„Sie spenden Blut?“, fragte die junge Frau.
Er fand das blöde, denn alle Menschen hier kamen nur, um an der Aktion teilzunehmen.
„Danach bitte viel trinken und vor Inbetriebnahme eines Fahrzeugs eine Stunde warten“, plauderte sie weiter, ohne aufzusehen.
„Ich bin mit dem Fahrrad hier“, gab er unmotiviert zurück.
Er bekam eine Nummer auf seinen Anmeldebogen gedruckt und wanderte in der Schlange weiter. Wie immer war die Männerquote deutlich höher, als der Frauenanteil. Sein Freund, der Arzt, sagte – und das war ein Zitat: „Frauen sind dafür nicht gemacht.“
Anja war ganz und gar nicht mit dieser Aussage einverstanden, doch heute war sie zu Hause bei der kleinen Tochter geblieben.
Während die Ärztin sichtlich unwohl ob seiner dicht behaarten Arme eine Stelle zum Einstechen suchte, konnte er ein Lächeln auf seinem Gesicht fühlen. Erst heute Morgen hatte die Kleine mit ihren feinen, warmen Fingern durch sein Rückenhaar gekämmt und erklärt, sie würde einen Garten jäten.
Diese beiden Frauen hatten sein Leben verändert. Einst hatte er wie im Wahn versucht, jedes behaarte Körperteil zu verstecken, weil er die angewiderten Reaktionen und das Lachen nicht aushalten konnte. Heute trug er selbstbewusst T-Shirts und seine Tochter oben ohne auf den Schultern über den Strand.
Die Liebe der beiden hatte ihn erlöst und während das Blut aus seinen Venen pumpte, übersah er die Blicke der anderen und hielt im Stillen für sich fest, dass er danach nicht vergessen durfte, das Katzenfutter zu kaufen.
Katzenfutter, ja, das war der Inbegriff für sein Glück geworden.

 

Zehnwortgeschichte mit einer unbewussten Abwandlung, die ich dann doch stehen ließ.

 

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Eingeordnet unter a G'schichtle, ein bisschen Philosophie

„Aha. Klingt so…

„Aha. Klingt so, als wären Sie glücklich.“
„Bin ich auch“, sagte sie schnell. „Sie nicht?“
„Meistens schon. Nur manchmal drehe ich durch.“

Spontanes Zitat, weil… einfach weil

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April, 2014 · pm

Was ist Glück für dich?

Eine Freundin hat mir heute aus dem Nichts heraus diese Frage geschrieben.

Ohne lange zu überlegen, zählte ich Beispiele auf. Momente und Umstände, die in mir ein Glücksgefühl auslösen. Es war viel und wurde immer mehr. Mittlerweile lächelnd tippte ich weiter.

Zurück blieb der Eindruck, dass ich täglich mehrere Gelegenheiten für Glück in meinem Leben finde.

Es steht jedem frei, sich von dieser Frage ansprechen zu lassen und zu sehen, was passiert.

Ich wünsche jedenfalls viel Spaß damit und … viel Glück!

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Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

15 Cent – ein Denkmal

Es gibt unzählige Sprüche und Weisheiten zum Thema Glück. Etwa: Glück verdoppelt sich, wenn man es teilt.

Irgendwann liest man diese Sachen nur noch, die Botschaft kommt aber nicht an.

Vor einiger Zeit schrieb mein Arbeitskollege in seiner Kolumne, dass es eine Untersuchung zu den Glücksgefühlen bei Menschen gegeben hatte. Vorab bekamen die Probanden den Auftrag, Unterlagen zu kopieren. Für einige von ihnen waren zehn Cent beim Kopiergerät abgelegt worden, die sie finden durften. Diese Menschen beschrieben sich in der nachfolgenden Befragung signifikant glücklicher, als jene, ohne diesen „zufälligen“ Fund.

Ich las also darüber und einer spontanen Idee folgend, überraschte ich meinen Kollegen mit zehn Cent in seinem Fach, ohne einen Hinweis darauf zu geben, von wem das Geld kam.

Wesentlich überraschter war allerdings ich, als am nächsten Tag fünfzehn Cent in meinem Fach lagen. Ich lachte laut auf – war glücklich.

So einfach kann es sein. Und wenn es sich monetär gesehen auch nicht verdoppelt hat, das Glücksgefühl war greifbar. Die fünfzehn Cent liegen seither als Denk-mal an meinem Arbeitsplatz.

Darum mein Ansporn für heute: Überrasche jemanden mit einer winzigen Kleinigkeit und staune, was daraus werden kann.

Ein Besuch bei Willow Tree lohnt sich immer – auch wenn man sich nur umsieht und berühren lässt.
Bildquelle:http://www.willowtree.com – Pruducts

Mit folgendem Gedicht wurde ich übrigens beschenkt, als ich bei Willow Tree eingekauft hatte:

Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert,
vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen,
Glück ist bunte Blumenpracht,
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Regen, wenn es heiß ist,
Glück ist Sonne nach dem Guss,
Glück ist, wenn ein Kind ein Eis isst,
Glück ist auch ein lieber Gruß.

Glück ist Wärme, wenn es kalt ist,
Glück ist weißer Meeresstrand,
Glück ist Ruhe, die im Wald ist,
Glück ist eines Freundes Hand.

Glück ist eine stille Stunde,
Glück ist auch ein gutes Buch,
Glück ist Spaß in froher Runde,
Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden,
Glück kennt keine Jahreszeit,
Glück hat immer der gefunden,
der sich seines Lebens freut.

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Von ganz alleine geht es nicht

Es gibt keine Leute, die nichts erleben, es gibt nur Leute, die nichts davon merken.

– sagt Curt Goetz und Rainer Maria Rilke scheint es ähnlich zu sehen:

Wenn Ihr Alltag Ihnen arm scheint, klagen Sie ihn nicht an; klagen Sie sich an, sagen Sie sich, daß Sie nicht Dichter genug sind, seine Reichtümer zu rufen;

(aus seinen Briefen an einen jungen Dichter)

Zwei von vielen, die sich einig zu sein scheinen: Man muss schon etwas dazu tun. Schönheit, Freude und Glück muss man auch sehen und spüren wollen, sonst gibt es sie nicht für uns.

Darum wünsche ich allen ein Wochenende mit offenen Augen und empfangsbereitem Herzen!

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Februar, 2014 · am