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Hingabe an das Werden und Vergehen

Garten

Obwohl oder gerade weil der Schnee alles zudeckt und ich mich ausschließlich gedanklich mit dem Garten beschäftigen kann, war es so schön, sich mit Marlene in den Garten zu setzen. Analogien Raum nehmen zu lassen, Erkenntnisse wachsen sehen, vermeintlich Greifbares sich auflösen spüren, im Frieden sein und gleichzeitig von der Tatkraft geschüttelt zu werden.

Sehr ansprechend fand ich diese ihre Worte:

Wir umhegen und pflegen nur das Wunderbare. – was für ein Satz! Das möchte ich tatsächlich von meinem Garten lernen: dass alle Niederlagen Teil eines Ganzen sind, ein Teil von Wachsen und Welken. Und dass ich manchmal die Rückseite, also das Wachsen, gar nicht sehe, sondern nur das Welken beobachte und denke, das sei die einzige Weise, es anzuschauen.

Worauf wir unseren Blick werfen, das nehmen wir als wahr. Wie oft hinterfragen wir unsere Schlussfolgerungen? Unsere Be-Wertungen von Menschen, der Welt als Ganzem? Könnte man den Schein der Taschenlampe auch auf etwas anderes richten? Was würde das mit meinem Weltbild machen? Warum glaube ich eines lieber als das andere?

Es war ein wertvolles Sitzen. Danke, Marlene!

 

Marlene Fritsch: Mein grünes Glück. Vom Garten fürs Leben lernen.

 

 

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Weitwinkelobjektiv

Manchmal schaue ich auf ein Land und sehe nur Vorurteile.

Muss nicht abwertend sein oder bösartig. Ein Vorurteil bedeutet nur, dass ich schon ein Bild in mir habe, das ich als gegeben annehme.

Und ich mag sie gerne, die Momente, in denen  ich auf meine eigenen vorgefertigten Ideen stoße oder bemerke, wie klein mein Ausschnitt bisher war. Winzig mitunter. Mikrig.

So habe ich erst kürzlich Bilder aus Afghanistan bewundert. Selbst war ich noch nicht dort und gleichzeitig interessiert. Aha, ach so sieht es dort aus. Die Fotos gaben einen speziellen Einblick, der offenbar zu einigen meiner Vorstellungen von dem Land passte. Zum Glück hat mich der Fotograf tigerfour gleich selbst aufgeklärt. „Grün ist normal“, sagt er. Ich bedenke das nun mit, wenn ich die wunderbaren Landschaftsformationen und unterschiedlichen Farbtöne bestaune.

Und bei Steve McCurry’s Blog fand ich einen weiteren Einblick in das Land. Faces of Afghanistan nennt er seine Bildersammlung, die durch kleine Worte der Poesie geschmückt sind. Nein, Schmuck braucht es nicht mehr. Sie werden begleitet und umrahmt.

 

Und ja, der Titel bedeutet laut Onlinerecherche, dass der Blickwinkel größer als normal wird. So weit bin ich noch lange nicht. Aber der Weg dorthin macht mich jetzt schon reicher.

 

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