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Lasciate ogni speranza!

(Lasst alle Hoffnung fahren! – Zitat aus Dante Alighieris Die göttliche Komödie)

 

Janice Jakait – die Frau, die über den Atlantik gerudert ist – hat mich zu diesem Thema gebracht. Sie macht den Vorschlag, nicht in der Hoffnung zu leben. Ja, ich weiß. Anfangs fragte ich mich auch, was daran falsch sein soll.

Stattdessen wähle man das Vertrauen. Es befriedet die Zukunft.

Je mehr ich es in meine Tage einfließen lasse, umso mehr staune ich über diese Wahrheit, die so einfach ist.

Übrigens: Vergebung befriedet die Vergangenheit. Frieden ist möglich!

 

 

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Einfach liegen

Man könnte beim schnellen Drüberdenken meinen, zu liegen ist die einfachste Sache der Welt.

Vielleicht manchmal. Meistens.

Wenn man liegen muss, sieht es anders aus; für mich ist auch das Treibenlassen im Meer eine weitere Kategorie.

„Du musst dich nur hinlegen und nichts tun!“ – Ja, toller Rat.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich an diesen Punkt kam und noch heute erobere ich bei den seltenen Meerbesuchen die Wasserweite langsam und Atemzug für Atemzug. Ich werde besser und mutiger.


Im Yoga gibt es eine Asana genannt Savasana. Man nennt sie umgangssprachlich auch die Totenstellung.

Einfach nur daliegen ist es natürlich nicht. Obwohl es schon vorkommt, dass jemand bei der Endentspannung in Morpheus‘ Arme gleitet. Ziel ist der Schlaf jedenfalls nicht.

In Savasana liegt man auf dem Rücken, die Beine etwa schulterbreit geöffnet, die Füße fallen locker nach außen. Die Arme liegen bequem mit etwas Abstand neben dem Körper, die Handflächen zeigen nach oben.

Es können nacheinander (von den Füßen bis zum Kopf) noch einmal sämtliche Muskelpartien angespannt und dann aktiv gelockert werden. Danach liegt man bequem (wem dabei eine gerollte Decke oder ein Kissen an gewissen Stellen hilft, darf diese gerne verwenden) und gönnt dem Körper Entspannung.

Der Atem fließt ruhig und tief, der Geist wird auf einen Punkt konzentriert. Ohne sich anzuspannen – versteht sich. Beliebt ist dafür der Punkt über der Nasenwurzel/zwischen den Augenbrauen, die Brust auf Herzhöhe oder das Sonnengeflecht (Oberbauch) sind ebenfalls Möglichkeiten.

Savasana ist üblicher Weise der Abschluss der Asanapraxis, kann an gewissen Tagen aber auch ganz für sich stehen – meine ich.

 

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Eine Frage des Gewichts – oder wie war das noch Gleich?

Hab ich schon erwähnt? Kinderfreundliches Hotel. Bedeutet: Meer mit vielen Metern zum Waten bis das Schwimmen beginnen kann und noch weiter, bis es beginnen muss.

Ideal!

Ideal, um meinen Bond-Girl-Auftritt zu üben. Das nannte Clemens damals (damals!) so. Den passenden Bikini gibt es mittlerweile nicht mehr, doch die Aufgabe lautet immer noch, trotz heranrollender Wellen und unebenem Boden eine möglichst gute Figur zu machen.


 

Gleichgewicht halten.

Ich mag alles vieles, was dazu gehört. Als mein nicht mehr ganz komplett besehnter Fuß das erste Mal wieder voll mithalten konnte, war das ein Grund zur Freude.

Sehr gerne mag ich zum Beispiel die Asana Baum.

Ein Bein steht fest verwurzelt, das andere wird abgewinkelt und die Fußsohle rutscht je nach Vermögen am Standbein nach oben. Die Hände gefaltet und nach oben gestreckt oder weit ausgebreitet.

Darüber hinaus stelle ich mir vor, wie ich mit der Erde verwurzelt bin, wie stabil und tragfähig mein Bein (Stamm) ist und wie beweglich und belebt die Äste.

Selbst wenn die Position ruhig zu sein scheint, der Atem bringt eine ganz natürliche Bewegung mit sich.

 

Und manchmal, wenn ich mich selbst vergesse, schließe ich auch die Augen.

 

 

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Für Ungelenke, Gelenkige, Gelenke per se und andere:s

Von der kleinen, hübschen Arabierin wurden Samen ausgelegt, die über Nacht zu sprießen begannen. Ich sehe schon einen Garten vor mir. Eine eigene Kategorie ist jedenfalls sicher.

Namasté, du!


Am Strand steht ein etwa drei Jahre altes Mädchen. Sie strahlt dem Mittelmeer entgegen, wie die Sonne auch auf es herunterscheint. Zu ihren Füßen rollen schwache Wellen an und laufen an ihren Zehen aus. Dann kommt der Moment. Die Knie leicht gebogenen holt sie mit den Armen Schwung und nimmt einen Fünfzehnzentimetersatz in das flache Wasser. „Arschbooombeeee!“, ruft sie dabei mit Inbrunst.

 

Yogis lachen immer.

Diesen Satz habe ich mir von meiner allerersten Yogastunde vor Jahren gemerkt. Nein, Yogis grinsen nicht dümmlich in die Welt. Das innere Lächeln strahlt aber von ihnen aus.

>> Also mit einem inneren Lächeln stehen (sitzen oder liegen) und den Atem einige Züge lang schlicht beobachten.

So also atme ich. Auf diese Weise verbindet sich von der ersten bis zur letzten Minute meines Lebens das Äußere mit dem Inneren.

>> Die Atmung wird tiefer, die Ausatmung etwas länger als die Einatmung. Ein bisschen dabei verweilen.

Auch etwas, das unumgänglich ist, kann durch mich verändert werden. Ich bin Bewegung.

>> Tief einatmen. So, als würdest du im nächsten Moment ein „Arschbooombeee!“ singen wollen (und keine:r hört dich dabei). Zuerst fließt die Luft in den Bauch, dann öffnen sich die Rippen zur Seite, das Brustbein hebt sich. Im Liegen spürst du, wie sich der untere Rücken dem Boden nähert. Ein sanfter Wechsel in die Ausatmung folgt. Diese darf bis zu doppelt so lang dauern.

>> Atempause, bis sich der nächste Atemzug von alleine einstellt.

 

Atemübungen sind immer angenehm. Ein Nach-Luft-Schnappen oder Schwindelgefühle zeigen dir, dass du noch sanfter (mit dir) werden darfst.

Je mehr und je länger ich Yoga praktiziere, umso bedeutsamer wird mir der Atem. Deswegen fange ich mit dem Arschbooombeeee-Mädchen und nicht mit einer Zehe-in-das-Ohr-auf-einem-Finger-Balancierübung an.

 

 

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