Schlagwort-Archive: Mut

Wie man sich bürstet, so lebt man

Auf Krawall gebürstet.

Aus unerfindlichen Gründen wabert diese Floskel durch meine Gehirnwindungen.

Aha. Ja, ja. Irgendwer wird irgendwo…

Ich lass mich gedanklich weitertreiben.

Wir suchen jeden Morgen mehr oder weniger achtsam unsere Kleidung aus, wählen vielleicht Make-up, legen Hand an die Bürste und entscheiden im Spiegel, ob es ein good oder bad hair day ist.

Reflektieren wir genauso oft unsere Gedanken, wie wir täglich in den Spiegel sehen?

Es gibt Ansichten, nach denen die Umweltverschmutzung in 3D nichts ist im Vergleich zu der Verunreinigung durch Gedanken und Emotionen.

Da würde es sich lohnen, statt auf Krawall zum Beispiel auf Vergebung zu bürsten. Oder Zufriedenheit. Freiheit. Mut. Freude. Leichtigkeit.

Für uns und alle.

 

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Wirrsinn [24]

Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Nur eine andere Schreibweise.

 

 

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Wirrsinn [18]

Beim Betrachten von Gänseblümchen kann man Mut nicht lernen.
GRENZENLOS glücklich
Absolut FURCHTLOS
IMMER in Schwierigkeiten
(GEA-Heft)

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Trainingsprogramm Mut

Ich murmle: „Trainingsprogramm Mut“, und er pflückt kleine Stückchen von seinem Muffin, die er gedankenverloren isst.

„Hm?“, fragt er nach, ohne aufzusehen.

„Trainingsprogramm Mut“, wiederhole ich meinen Gedanken mit festerer Stimme.

„Hm.“

„Mir ist klar geworden, dass, wer nach Mut fragt, beängstigende Situationen finden wird.“

„Ach!“ Er lehnt sich zurück und sieht mich an. In seinen Augen funkelt ein wenig der Schalk und ich ahne, warum. „Wovor hast du denn Angst?“

„Darum geht es doch gar nicht. Ich meine so ganz allgemein. Wie sonst sollte man Mut denn lernen?“

Meinen Wangen befehle ich – so gut wie möglich – nicht rot zu werden. Das hier soll eine allgemeine Annäherung sein, keine Analyse meiner Stolpersteine.

Mit der Zunge puhlt er noch ein Beerenstück aus einem Zahnzwischenraum, dann präsentiert er mir seine Herangehensweise.

„Einfach Hopp und Auf geht’s!“

Als hätte ich das nicht gewusst. Er ist tatsächlich der Typ, der sich ohne lange Gedanken zu machen mitten hinein wirft und darauf vertraut, dass ihm auf diesem kurzen Weg Mutflügel oder so etwas wachsen.

„Bei dir funktioniert das ja auch“, murre ich ein wenig unzufrieden, weil meine Art so viel zögerlicher und gedankenvoller ist. Nichts, worauf ich stolz sein könnte. Dagegen wirkt er wie Superman.

„Wer sagt, dass es bei dir nicht funktioniert? Du musst es eben versuchen.“

Seine Brust scheint mir mit einem Mal vor lauter Selbstbewusstsein geschwellt. So siegessicher sitzt er vor mir. Seine Art funktioniert, behauptet er. Für ihn. Für mich. Für alle. Auch wenn ich ihn anpöbeln will, beginne ich dann doch zu überlegen.

Ja. Warum eigentlich nicht? Hopp! Auf geht’s!

„Was ist mit den anderen?“

„Welche anderen?“

Ist das schon die Antwort? Er schert sich keine Sekunde um die Mitmenschen? Was so ein Muthoppser für die Umgebung bedeuten könnte?

Doch da spricht er weiter: „Ist schließlich mein Angst-Moment und nicht deren, oder?“

Einen Mundwinkel ziehe ich zurück. Das gibt ein Grübchen. Eine Zustimmung, die ich geben muss. Wo er Recht hat, hat er Recht.

„Und wenn es doch nicht gut ausgeht? Dann nützt alles nichts.“

Er lacht, als hätte er genau auf diese Entgegnung gewartet. Flink verputzt er den Rest seines Muffins und wischt die Brösel vom Tisch.

Als er antwortet, weiß ich, dass ich das alles vorher schon wusste.

„Lieber war ich mittendrin und habe verloren, als vor lauter Schiss am Rand stehen zu bleiben und nicht zu wissen, ob ich es hätte schaffen können.“

Mein Kopf fällt wie von selbst in den Nacken.  Ach, Leben! Warum bist du in der Theorie nur so viel leichter, als in der Praxis?

Doch anstatt diese Ansicht als selbstgezimmert – was ich eh weiß – ausgewiesen zu bekommen, lasse ich mich lieber von ihm küssen. Mitten auf den überstreckten Hals. Kein Mutmoment, weil keine Angst.

 

 

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Held:in sein

Die beiden Buben sind offenbar Zwillinge, in etwa sechs Jahre alt und wie es aussieht das erste Mal am Meer. Etwas zappelig hüpfen sie auf und ab, Gestik und Mimik sind groß.

Hinter ihnen nimmt der Vater Anlauf und hechtet wagemutig ins knietiefe Wasser. Jubelschreie begleiten sein Tun.

Er ist ein Held.


Die Held:innenstellung beginnt damit, dass ich mich in eine lockere Grätsche stelle.

Ich schaue nach links, dort ist nun vorne.

Den linken Fuß drehe ich so, dass die Zehen nach vorne zeigen, den anderen Fuß richte ich ebenfalls schräg (45 Grad) nach vorne aus.

Locker hebe ich die Arme auf Schulterhöhe, sie fließen in einer Linie von vorne nach hinten.

Mit dem Ausatmen winkle ich das linke Bein ab. Mein Stand kann so weit sein, dass das Knie direkt über dem Fußgelenk thront und ich mit der Hüfte nach unten sinke.

 

In der Held:innenposition achte ich darauf, dass mein Oberkörper gerade bleibt und die Schultern entspannt sind.

Die Beine spielen ihre ganze Kraft aus – wird es zu anstrengend, mache ich die Asana nicht ganz so tief, justiere kurz nach und bleibe dann. Gedanklich zieht die hintere Ferse in den Boden hinein, mein Stand ist fest.

Auf diesem Fundament ruht ein erhaben aufgerichteter Oberkörper und indem mein Blick den Fingern der vorderen Hand folgt, habe ich einen klaren Fokus.

Lächeln.

 

Held:in sein in meinem Alltag. Gute, kraftvolle Verbindung zur Erde, die Brust ist offen, mein Atem frei und mein Fokus klar.

 

Nach einigen Atemzügen auflösen, indem das gebeugte Knie gestreckt wird. In der Grätsche ankommen und auf der anderen Seite noch einmal Held:in sein.

 

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Dem Anfang ein Platz zum Erinnern

Mitunter sehen Schritte von außen viel kleiner und leichter aus. Mut braucht es, um der Idee nachzugehen, die wie eine Aufforderung während einer Zugfahrt einfach Platz nahm. Mochten Recherchen, Rechnereien und Überlegungen noch Zeit gebracht haben, die treibende Kraft blieb.

 

Irgendwoher murmelten auch Zweifel an die Oberfläche und Hürden zeigten sich, die nicht genommen werden wollten. Immer dieses Verlassen des Bekannten und Geliebten war nicht nachvollziehbar. Indes gesellten sich Wegöffner und Innen dazu, ein Nichttun wurde sinnlos.

 

Lange Gespräche folgten. Logistische Fragen waren die einen, finanzielle und organisatorische die anderen. Langsam kristallisierte sich die Machbarkeit heraus.

 

Ohne Courage nicht umsetzbar und die wich keine Sekunde lang mehr. Ordentlich wurden Papiere zusammengestellt, kopiert und die Bewerbung abgeschickt. Obwohl die Traurigkeit des Abschiedes mitschwang, wurde gefeiert.

 

Welch Großartigkeit, dass der Mut gefunden, beachtet und geschätzt wurde. Wie bereichernd der Abend und die Erzählungen zu diesem Weg. Wird der Abschluss kommen, hier der Punkt, der uns an diesen Mut erinnert, der manchmal alles ist.

 

 

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Aufgeschnappt oder Meine Bloggerey als Flechtwerk

Ich war in Fahrt und ich düste durch Knoblochsche Lande.

Nein, düsen ist zu viel gesagt. Es war ein Spaziergang durch herbstlichen Wald.

Und wie das so ist, bückt man sich zuweilen und hebt eine Tannenkuh auf, ein buntes Ahornblatt oder Haselnüsse.

Ausgelegt für Finder und Innen lag da ein Häufchen Reisig für Willige.

Pfeifend locker tanzend, habe ich folgende Worte über meine Bloggerey zwischen die Holzstückchen geflochten:

 

Folgerey oder Ich bin dennoch keine Stalkerin

Ich folge Wortkreatören und ebenso gerne Wortkapriziösen einmal sofort, ein anderes Mal erst nach mehreren Einträgen, manchmal nie. Bei letzteren schaue ich spontan immer wieder vorbei, weil sie meinen Weg kreuzen und ich es genieße, von der Gelegenheit/Intuition/Wasauchimmer zu ihnen geführt zu werden.

In meine Lieblinksliste wird ab dem Gefühl „da mag ich mehr wissen“, „hier fühl ich mich daheim“ oder „bitte möglichst wenig verpassen“ getackert.

Wenn dann jemand lange nicht mehr im Bloglesebefehlsknecht auftaucht, bleibe ich lange treu. Eine Pause kann ja jede:r mal machen und zum Stöbern und Spazieren muss auch nicht zwingend was Neues gepostet werden. Dabei hinterlege ich auch Grüße, denn wenn mich der Gedanke an eine Person nicht loslässt, dann folge ich ihm. Wiederbelebungsversuche hingegen mache ich keine und Friedhofsspaziergänge auch nicht.

 

Leserey oder Ich und mein Tarnumhang

Blogs lese ich zuweilen komplett nach, zum Glück war zu dem Zeitpunkt bisher keiner schon über mehrere Jahre aktiv.

Nicht immer mache ich mich auf anderen Seiten bemerkbar. Meist haben sich Cliquen geformt und wie im echten Leben: Zuerst höre ich mal zu (lese mit), versuche einen ersten Eindruck, einen zweiten Eindruck, dazu gehörende Gefühle zu bekommen.
Danach gilt: Manchmal meine ich nicht kompetent genug zu sein, bin themenfremd, habe schrägandere Ansichten, genieße nur oder ich übe mich in Zurückhaltung.

Nebst WordPress folge ich fünf Blogs anderer Plattformanbieter. Einmal kenne ich die Person, einmal war es ein Mitreisen von WP weg, einmal darauf hingewiesen worden, zwei Mal zufällig gefunden und geschätzt.

 

Trefferey oder Eine Hand voll Mut

Auf ein Bierchen möchte ich im Grunde keine:n meiner Lieblingsblogschreiber:innen treffen. Aber ich gehe davon aus, dass es kein Gerstensaft sein muss. Deswegen: Angenehm lustige Sache kann die Anonymität, das Nichtgesagte und im Gegenzug das Dazuerfundene schon sein. Gänzlich darauf ausgerichtet bin ich allerdings nicht, somit wüsste ich auf Anhieb keine:n, wo mir ein Treffenwollen vollkommen fremd wäre.
Um ein bisschen mutiger doch eine Zahl für mich zu finden: Für spontan gesagte fünf würde ich ohne spezifischen Anlass in Auto/Zug/Flugzeug steigen*.

Wenn es die Umstände erlauben, wenn es lockerflockig von der Hand geht – ja, dann würde ich eine Blogfestivität besuchen, zu der ich eingeladen werde. Gerne noch dazu. Ich wäre dann die, welche die erste Stunde in einer Ecke steht und zusieht oder von der ersten Sekunde an wie die Gastgeberin wirkt.

 

Liebeley oder Was ich selber erfahren will

Da ich das hier nicht muss, habe ich ganz klar gerade nichts lieber getan. Fragen zu lesen (zu hören) setzt bei mir immer Prozesse in Gang, denen ich mich meist nicht sehr offensiv widersetze. Auch, weil mich die Antworten von mir selbst interessieren.

 

 

* Wer sich bei dem Gedanken ertappt: „Hey, das könnte ja ich sein“, die/der hat vermutlich recht.

 

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Glück ist ein Wort

„Sie spenden Blut?“, fragte die junge Frau.
Er fand das blöde, denn alle Menschen hier kamen nur, um an der Aktion teilzunehmen.
„Danach bitte viel trinken und vor Inbetriebnahme eines Fahrzeugs eine Stunde warten“, plauderte sie weiter, ohne aufzusehen.
„Ich bin mit dem Fahrrad hier“, gab er unmotiviert zurück.
Er bekam eine Nummer auf seinen Anmeldebogen gedruckt und wanderte in der Schlange weiter. Wie immer war die Männerquote deutlich höher, als der Frauenanteil. Sein Freund, der Arzt, sagte – und das war ein Zitat: „Frauen sind dafür nicht gemacht.“
Anja war ganz und gar nicht mit dieser Aussage einverstanden, doch heute war sie zu Hause bei der kleinen Tochter geblieben.
Während die Ärztin sichtlich unwohl ob seiner dicht behaarten Arme eine Stelle zum Einstechen suchte, konnte er ein Lächeln auf seinem Gesicht fühlen. Erst heute Morgen hatte die Kleine mit ihren feinen, warmen Fingern durch sein Rückenhaar gekämmt und erklärt, sie würde einen Garten jäten.
Diese beiden Frauen hatten sein Leben verändert. Einst hatte er wie im Wahn versucht, jedes behaarte Körperteil zu verstecken, weil er die angewiderten Reaktionen und das Lachen nicht aushalten konnte. Heute trug er selbstbewusst T-Shirts und seine Tochter oben ohne auf den Schultern über den Strand.
Die Liebe der beiden hatte ihn erlöst und während das Blut aus seinen Venen pumpte, übersah er die Blicke der anderen und hielt im Stillen für sich fest, dass er danach nicht vergessen durfte, das Katzenfutter zu kaufen.
Katzenfutter, ja, das war der Inbegriff für sein Glück geworden.

 

Zehnwortgeschichte mit einer unbewussten Abwandlung, die ich dann doch stehen ließ.

 

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Goodbye to yesterday

Du hast den Verstand verloren!

Möglich.

Wie kommst du auf diese Idee? Wer hat dich dazu angestiftet?

Niemand.

Aber du verlässt mich?

Ja. Es ist an der Zeit.

Es ist überhaupt nicht an der Zeit! Wir gehören zusammen! Wer bist du denn schon ohne mich?

Das werde ich herausfinden.

Du hast ja keine Ahnung, auf was du dich einlässt.

Ich gebe dir Recht. Praktisch mein ganzes Leben lang waren wir zusammen. Wie es ohne dich sein wird, kann ich mir nicht ausmalen. Dennoch steht meine Entscheidung fest. Unsere Wege trennen sich nun.

Hier hast du alles! Was zum Teufel willst du noch?

Mich selbst.

Du hast dich sehr verändert.

Danke.

Das war kein Kompliment!

Das sehe ich anders.

Du wirst winselnd und heulend zu mir zurückgekrochen kommen.

Es wird ohne dich gehen.

Täusch dich da nur nicht. Von da draußen, da hast du keinen blassen Schimmer.

Ich glaube, da ist noch mehr.

Dieser verdammte Wunsch nach einem Mehr hat schon ganz andere als dich ins Verderben geführt. Sieh es ein! Hier bei mir bist du sicher.

 

Unendliche Sekunden lang starrte sie auf das Gras, das an der untersten Terrassenstufe wuchs. Der Boden dort sah tatsächlich nicht ganz so fix und fertig aus, wie sie es gewohnt war. Ob sie dennoch Halt darauf würde finden können?

Das Gezeter in ihrem Rücken verschwamm zu einer undefinierbaren Klangwolke.

Noch hielt sie sich am Geländer fest, doch der rechte Fuß bewegte sich auf das Unbekannte zu.

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I won’t worry my life away

Ein Tag für eine musikalische Gabe.
Jason Mraz ist absolut passend dafür.
Geschrieben hat er dieses Lied für seinen krebskranken Freund. – You got the poison, I got the remedy.

Lebe. Heute. Ganz. Mutig.


Nachtrag: wolkenbeobachterin – eine Bloggerin aus Deutschland – hilft mir, sinnvoll zu ergänzen. Wer das Lied gerne und inklusive Lyrics hören möchte, findet bei den Kommentaren unter https://margaauwald.wordpress.com/2014/06/20/schriftliche-erganzung/  den passenden Link.

Der Weg ist das Ziel 🙂

 

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Juni, 2014 · am