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Eine Kiste ist eine Kiste. Wirklich?

Im Wald taucht urplötzlich eine große Holzkiste auf. Der wahre Empfänger liegt noch im Winterschlaf und so spekuliert ein Tier nach dem anderen über Sinn und Inhalt. Schatztruhe? Gefahr? Notfall? Ärgernis? Kunst? Ein jeder hat seine eigene Sicht auf die Dinge und die ist ziemlich schlüssig. Faszinierend auch der Schluss. Selbst als das große Geheimnis gelüftet wird, ist und bleibt eine jede Erklärung bestehen. Es spielt keine Rolle, was die Tatsache ist, für den einzelnen bleibt es Schatz, Angstauslöser, Zwangslage, Stein des Anstoßes oder Kunstwerk.

Und so regt ein Bilderbuch zum Denken an. Wie sehr stecken wir jeweils in unserer eigenen Welt fest? Wie schwer ist es für die Wahrheit, durch den Nebel unserer vorgefertigten Bilder zu dringen? Wo wäre ein Perspektivenwechsel mal große Erleichterung?

Denn daran glaube ich: Die wirkliche Wahrheit, die bleibt. Egal von welcher Ecke man sie betrachtet. Dass nämlich ein (nein, das verrate ich nicht) … in der Kiste ist, das kann keines der Tiere leugnen. Oder doch! Der sprichwörtliche Angsthase bleibt nämlich zu Hause eingeschlossen. Für ihn bleibt wahr, dass dort zu sein, viel zu gefährlich gewesen wäre.

Saskia Hula: Eine Kiste für den Bären

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Definitionssache

Ich kann für einen Aprilscherz ernst dreinschauen.

Aus Angst vor Blamage den Mund halten.

Mich diplomatisch geben, weil mir der Mut fehlt.

Stillschweigen oder aufbegehren.

Aus Mitgefühl dem anderen Recht geben, das tu ich schon mal.

Und meine Meinung ein wenig abändern oder anpassen.

Trockener Humor sei mir gegeben.

 

Aber lügen, ich glaube, lügen kann ich nicht.

 

 

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Brillenwechsel

Wie wäre es, die Brille zu wechseln?

Also, ich meine, den Blick auf etwas. Aufs Rundherum. Ganz allgemein.

Und einmal, für ein paar Sekunden, Minuten, Stunden oder gar Tage (je nach persönlichen Möglichkeiten und „Trainingsstand“) nichts und niemanden für selbstverständlich zu halten?

Anstatt zu toben und zu zetern, zu trauern oder sich zurückzuziehen ist es eine Variante, dann einfach zu bemerken: Tatsächlich! Dieses oder jenes hatte ich bisher für selbstverständlich gehalten.

Gerald Fleisch hat zu diesem Wort, das er „das fatalste Unwort unserer Zeit“ nennt, ein paar Gedanken niedergeschrieben*.

Mein „Groß-Denken“ geht indes weiter. Über den Gesundheitsbereich hinaus. Fängt bei schneller Internetverbindung an, weiter über den schmerzfreien kleinen Finger, reicht bis zur Urlaubsplanung und zur bebenfreien Erde unter meinen Füßen.

* Hier geht es zum Artikel

 

 

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Wirrsinn [13]

Ihr Kopf liegt in seinem Schoß. Eine ganze Weile schon und sie schweigen in Einverständnis.

Sachte legt er seine Hand an ihren Scheitel.

„Was denkst du?“

„Kennst du das? Alles fühlt sich durcheinander und falsch an. Die ganze Welt verrückt, nichts klappt, alles ein Krampf, Stress und unbefriedigend? Und obwohl du das glühend heiß, direkt und inklusive körperlicher Reaktionen spürst, weißt du, dass das gar nicht stimmt. An dieses Beidessein denke ich gerade.“

 

 

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Giaccomo

Dieses „Ich liebe lange Strandspaziergänge“ ist ein Klischee, das ich – ähnlich überrascht wie einst die tatsächlich rote Socke in der Weißwäsche – kürzlich für mich gefunden habe. Es sollen ein paar Kilometer gewesen sein, ich weiß es nicht; messe, wenn möglich, weder Zeit noch Distanz.
Jedenfalls fand ich dort diese Bar. Schattenplatz an der Theke, um die Tische den Mehrpersonengruppen zu überlassen. Spanische Radiosendung und in Deutsch geht zur Abwechslung mal gar nichts. Nebst gedankenverlorenen Blicken rundherum lese ich und ahne, dass ich durch diese Tätigkeit Gespräche von vorneherein verunmögliche.
Nur einer lässt sich davon nicht ablenken. Giaccomo. Er setzt sich neben mich und spricht mich an. Nach zwei Sätzen lese ich weiter. Ich will ihn mir damit nicht vom Hals halten und er lässt sich dadurch auch nicht beirren. In diesem Takt geht es weiter und nach einer Weile platziere ich das Lesezeichen. Wir unterhalten uns so lange, bis ich einen Blick auf seine Armbanduhr erhasche. Höchste Zeit für mich, zur Gruppe zurückzukehren.


Yoga hat nichts mit Abgeschiedenheit und absoluter Stille zu tun – lässt sich, ähnlich wie Giaccomo, nicht von dem Offensichtlichen ablenken. Könnte man Yoga nur auf einer Matte praktizieren oder wenn die Umstände optimal sind, würde man keinen Zentimeter weit kommen.

Wannimmer ich bei mir selber lande, von meinem Inneren aus einen Blick auf mich oder die Mitwelt werfen kann, ist das Yoga.

Bei Gymnastik bringe ich den Körper in Position – der Unterschied zu Asanas besteht für mich darin, dass ich beobachte, was die Haltung mit mir macht. Manche entlockt mir ein zufriedenes Seufzen, eine andere erfreut mich oder macht mir Mut. Es gibt Asanas, die nerven (eine Zeit lang), andere suchen die Auseinandersetzung mit dem Ehrgeiz oder – genauso herausfordernd – mit der Leichtigkeit.

 

Somit wünsche ich heute, dass wir uns nicht durch das Offensichtliche vom Wesentlichen ablenken lassen.

 

 

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Schimmel kann schön sein

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIdylle als kurze Pause nützen,
im Nebel weit blicken,
mit Tränen Abschiede tanzen,
zu zerplatzten Illusionen beglückwünschen,
Schmerz für Selbstgespräche nutzen,
Falten streicheln.

 

Begegnen wir den Dingen mit Offenheit und Mut, dann wird alles möglich.

~~~

Die dazugehörenden Fotos sind bitte im Originaleintrag zu bestaunen.

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September, 2014 · pm

Für dich

Wenn du meinst, das Leben schenkt allen,

nur dir nicht,

dann nimm dir Zeit

und schau noch einmal genau hin.

 

Erdbeerle

 

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