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Jenseits der Flucht

Oder: Ich plane eine Weltreise

Jason Mraz singt:

You don’t need a vacation

when there’s nothing to escape from.

Diese Zeilen berühren mich. So arbeiten, sein und tun, dass man nicht mit heraushängender Zunge und blutunterlaufenen Augen beim Urlaub ankommt, der erstens (weit) weg stattfinden muss und zweitens immer zu kurz ist.

Anders gesagt: Leben und lieben da, wo ich gerade bin.*

Gleichzeitig ist es sehr gut möglich, auf Entdeckungsreise zu gehen. Die obigen Zeilen sprechen nicht dagegen; vielmehr noch dafür. Wer auf den Rhythmus seines Herzens lauscht, kann alles. Nur flüchten wird überflüssig. **

to be continued

 

* Stammform dieses Verbs lautet SEIN

** überflüssig…flüssig…FLOW

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Der richtige Weg (?)

Das Ziel habe ich bewusst ausgesucht und mich mit der Route dahin beschäftigt. Straßenpläne online studiert und schlussendlich das Navi programmiert. Genug Zeit ist eingeplant. Für eine kleine Pause zwischendurch und um so zeitig anzukommen, dass ich die Atmosphäre schnuppern kann, bevor es losgeht.

Im Radio läuft Lieblingsmusik laut Playlist. Es dämmert und in der Luft liegt ein Wetterumschwung. Ich fühle mich pudelwohl. Alles stimmt.

Auf der Straße ist nicht viel los. Genaugenommen bin ich weithin alleine unterwegs; folgt artig der fremden Navi-Stimme. Ist sie auch vertrauenswürdig? Immerhin gibt es genug Beispiele dafür, dass sie auch gehörig in die Irre führen kann. Auf sinnlose bis gefährliche Abwege.

Doch, es sind einzelne Menschen unterwegs. Hin und wieder begegnet mir ein anderes Auto – allesamt auf der Gegenfahrbahn. Eine Stimmung baut sich in mir auf. Als wäre ich Teil eines Katastrophenfilms. Jeder, der kann flüchtet, ich bin unwissend und steuere auf das Schreckliche zu.

Fragen tauchen auf. Bin ich wirklich auf dem richtigen Weg? Stimmen die Angaben fürs Navi? Ist die Route korrekt berechnet? Wann sah ich das letzte Straßenschild? Was wenn? Liegen alle anderen richtig? Hab ich etwas verpasst? Stimmt überhaupt die Zeit? Will ich da wirklich hin?

Die Musik habe ich längst ausgeschaltet. Meine Hirngespinste kämpfen mit dem Verstand. Wäre ich auf bekannter Strecke unterwegs, nichts von alledem würde mich beschäftigen. Ich wüsste um mein Ziel und dass ich genau auf dem Weg bin, auf dem ich sein will; sein soll.

Zu allem Überfluss fahre ich mittlerweile auf einer kurvigen schmalen Straße durch ein Wäldchen. Das macht die Sache nicht besser. Rascher und rascher laufen die Fragen und Unsicherheiten wie ein Computerprogramm in meinem Inneren ab. Ein kämpferischer letzter Rest geht dagegen an. Ruft sich die achtsame Vorbereitung dieser Reise und den Grund dafür in Erinnerung.

Noch eine Kurve – da überrascht mich eine hell erleuchtete Kreuzung und plötzlich gibt es zahlreiche Autos in (fast) jede Richtung. Der Zauber (oder eher: der Bann) ist gebrochen. Ich atme durch und leise stelle ich die Musik wieder an. Doch, doch. Ich bin noch auf meinem Weg.

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Reiseversuche

Schon einmal darüber nachgedacht, wie du von Syrien nach Europa gelangen würdest?

Schon einmal versucht?

Nein und nein?

Es gibt eine Möglichkeit, die eigenen Chancen und Fertigkeiten auszuprobieren.

BBC hat eine kleine Geschichte veröffentlicht (basierend auf Erzählungen und Erfahrungen) und jeder kann sein Glück versuchen.

Ich wünsche eine gute Reise auf deiner persönlichen Syrian Journey (auf Englisch).

 

 

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Deal mit dem Teufel inklusive

Wenn du eine halbe Stunde Zeit hättest, was würdest du tun?
Zolaskis Fragen beantworten. Anlass war übrigens die Kofferfrage, die mich nicht losließ.

1• bestücke einen Koffer mit 11 Dingen für eine 11 tägige Reise.
3 Unterhosen, 2 Shirts, 1 Jacke, 1 Hose, 2 Paar Socken, 1 Zahnbürste, 1 Apfel

2• welche 3 Bücher würdest du ohne Zweifel empfehlen?
Momo, Narziss und Goldmund, Das Herzenhören

3• wenn das Glück in Bildern darstellbar wäre welche würdest du wählen?
glitzernder Schnee, strahlend blauer Himmel, sprudelnder Wasserfall
(frag mich in einer anderen Jahreszeit wieder und zumindest das erste Bild ist ein anderes)

4• was unterscheidet für dich zwischen Zufall und Schicksal?
der Grad der Unausweichlichkeit

5• du kannst mehr Zeit bekommen im Tausch gegen:
klingt im ersten Moment wie die ganzen Seele-Teufel-Tauschhandel-Geschichten;
ich biete eine ungebrauchte Schachtel Zündhölzer

6• glaubst du an das Unmögliche und wie könnte es beschrieben werden?
ja; als die Grenzen des Denkens und Wissens Überschreitendes (wie zum Beispiel eine fliegende Hummel)

7• welchen Sinn macht für dich Philosophie?
sie lässt Teile in mir schwingen und lebendig sein, die ohne sie vertrocknen würden

8• du könntest nicht die Welt retten aber 3 Möglichkeiten hast du dennoch. Nenne sie.
drei Möglichkeiten wofür? ich bin mir nicht sicher, in welche Richtung die Aufforderung geht;
wenn ich etwas ändern könnte, würde ich die Augen für die Farben der Menschen öffnen, gleichzeitig die Farben des Inneren anknipsen und Ohren für die Harmonie des Seins empfänglich machen

9• es werden Personen gesucht für eine BrainReise ins Jahr 3050. Ausgang ungewiss. Würdest du daran teilnehmen?
Nein

10• nenne 3 Begriffe/ Bereiche die dein Denken * durcheinander bringen.
* ich ergänze ein „Zuweilen“
das menschliche Tun mit Vorsatz zum Schaden von anderen/-m, Gerechtigkeit, To-Do‘s

11• was würdest du nie tun?
ich denke an Balut und sage: das kann ich nicht beantworten; manches kann man (ich) nur in der entsprechenden Situation herausfinden

 

 

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Deine Reise

Höhenmeter, Kilometerangaben und Zeitraster sagen mir nichts.

 

Ich will von deiner Reise erfahren.

Hattest du Zeit?

So viel Zeit, um dir auf dem Kiesweg die Schuhe auszuziehen? Den Boden zu spüren?

Haben die Vögel Lieder gesungen? Hast du mit ihnen gepfiffen?

War der Wind dein Begleiter? Wurden deine Haare zerzaust?

Wonach hat es gerochen?

Hast du deine Angst vor dem Stier überwunden?

Wie viele Tiere, deren Name du nicht kennst, saßen auf dir?

Haben dich Schmetterlinge geküsst?

Bist du im Gras gesessen, bis das Regennass durch den Stoff gedrungen ist? Bliebest du, obwohl Ameisen dich erkundeten?

Hast du die Schuhe über den Abhang geworfen?

Was hast du gesungen? Wie laut war dein Jauchzen?

Gab es Seufzer?

Mich interessiert wie viele Umwege du gegangen bist, wie oft du abgebogen bist, ohne die Richtung zu kennen. Bist du im Kreis gewandert?

Musstest du klettern, bangen und hoffen?

Hattest du Angst, den Weg nach Hause nicht mehr zu finden?

Wo sind die Sommersprossen, die die Sonne dir auf die Nase gezaubert hat?

Verspürtest du Hunger und hast es gleich darauf wieder vergessen?

Aus wie vielen Bächen hast getrunken? Hast du dich erschreckt, weil du erst danach die Flußkrebse entdeckt hast?

Bist du so lange im Wasser gestanden, bis du deine Füße nicht mehr spürtest?

Wie hießen die Mücken, die von deinem Blut tranken?

Bist du durch Pfützen gehüpft? Hast du deine Hose ruiniert?

Hingen Kletten an deinen Kleidern?

Wem bist du begegnet? Welchen Menschen? Welchen Tieren und welchen Pflanzen?

Hast du Schneckenhäuser gesammelt und sie dann auf einem Moos zum Mandala gelegt?

Gab es wunderbare Ausblicke, angesichts derer du vergessen hast, ein Foto zu machen?

Ist dir das Denken entschwunden?

Als wer bist du gegangen?

Als wer bist du zurückgekommen?

Sind deine Fußsohlen schwarz und die Ränder unter den Nägeln dunkel? Traust du dich, zu Bett zu gehen, ohne sie zu waschen?

Würdest du es wieder tun?

Hast du dich in eine von alten Geistern bewohnte Höhle geschlichen?

Wie oft bist du sitzen geblieben, um einen Anblick zu genießen? Bist du aufgestanden und hast dich fünf Schritte weiter erneut vor Ehrfurcht sinken lassen?

Wirst du davon erzählen? Wirst du davon träumen?

Gab es diesen Moment, an dem du spürtest, ja, das alles ist jetzt und ist hier? Es ist perfekt?

 

Dann sitzt du mir gegenüber und seufzt: „Ach, Marga, du hättest dabei sein sollen.“

 

In dieser Sekunde weiß ich alles.

 

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Tagesreise

Tage – reich an Begegnungen, Ideen, Bildern, Gedanken, Gesprächen.

Eine Reise vom Morgen bis zum Abend.

Fülle und Vielfalt.

Schweres, süßes Brummen im Körper.

Langsamer Augenaufschlag.

Ich mach jetzt Pause.

 

katze

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