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Hingabe an das Werden und Vergehen

Garten

Obwohl oder gerade weil der Schnee alles zudeckt und ich mich ausschließlich gedanklich mit dem Garten beschäftigen kann, war es so schön, sich mit Marlene in den Garten zu setzen. Analogien Raum nehmen zu lassen, Erkenntnisse wachsen sehen, vermeintlich Greifbares sich auflösen spüren, im Frieden sein und gleichzeitig von der Tatkraft geschüttelt zu werden.

Sehr ansprechend fand ich diese ihre Worte:

Wir umhegen und pflegen nur das Wunderbare. – was für ein Satz! Das möchte ich tatsächlich von meinem Garten lernen: dass alle Niederlagen Teil eines Ganzen sind, ein Teil von Wachsen und Welken. Und dass ich manchmal die Rückseite, also das Wachsen, gar nicht sehe, sondern nur das Welken beobachte und denke, das sei die einzige Weise, es anzuschauen.

Worauf wir unseren Blick werfen, das nehmen wir als wahr. Wie oft hinterfragen wir unsere Schlussfolgerungen? Unsere Be-Wertungen von Menschen, der Welt als Ganzem? Könnte man den Schein der Taschenlampe auch auf etwas anderes richten? Was würde das mit meinem Weltbild machen? Warum glaube ich eines lieber als das andere?

Es war ein wertvolles Sitzen. Danke, Marlene!

 

Marlene Fritsch: Mein grünes Glück. Vom Garten fürs Leben lernen.

 

 

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Natur pur aber nach Norm bitte

Es scheint mir schon, dass viele Menschen Schritte zurück zu mehr Natürlichkeit suchen und machen. Beim Essen, bei der Kleidung, in Bezug auf Pflegeprodukte oder bei der Nutzung von Ressourcen.
Nicht nur, weil mich das Schneckenproblem, bzw. die Lösung eines solchen, scheuen lässt, es ist auch der fehlende Platz, der mich von einer größeren Gemüsezucht abhält. Stattdessen habe ich mich für die Gemüsekiste entschieden. Wöchentlich frisch, keine Maschinen involviert, überschaubarer Lieferweg.
Unter Gleichgesinnten wird dann darüber gesprochen. Da ist zu viel Salat und zu groß. Schon wieder Kraut! Ich kann keinen Mangold mehr sehen! Wer braucht so viel Sellerie? Und warum sind die Salate jetzt so mickrig?

Wir leben in Luxus pur und daran gewöhnt man sich leicht. Es müssen nicht die viel besprochenen Erdbeeren im Winter sein. Wir wollen die Dinge einfach so, wie wir sie uns vorstellen, weil wir wissen, dass es möglich ist.

Ich persönlich reorganisiere mein Denken in Richtung Gemüsekiste, indem ich mir vor Augen halte, dass ein Garten im Frühjahr anderes und in anderen Mengen hervorbringt, als im Hochsommer oder Herbst. Es tut gut, sich im Folgen der Natur zu üben. Und in neuen Rezepten.

Natürlichkeit ist nicht immer abenteuerlich und Frohsinn pur. Was nicht bedeutet, dass man ihr nicht mit ebendiesen Qualitäten begegnen kann.

 

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