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Wer war ich?

Ein altes Schreibbuch fiel mir in die Hände und ich blätterte kurz darin. Quasi vor dem Zurückstellen. Schließlich blieb ich ein wenig hängen.

Ich weiß, dass ich in Rom war. Mit dem Nachtzug dahin. Aber ich hätte jeden Schwur geschworen, dass ich noch nie ein paar Stunden mit drei Kolumbianerinnen verbracht habe. Nur stand das da blau auf weiß. Mir selbst sollte ich wohl glauben können, oder?

Und Benita Ferrero-Waldner kenne ich. Aus den Medien. Das behaupte ich heute und damals war ich auf einer Lesung mit der Leibhaftigen.

Welch große Tiefen in mir wohnen und die ich nicht (mehr) kenne!

Nie schrieb ich im Glauben daran, dass ich einmal lesen würde. Vielleicht könnte es doch ganz interessant werden.

 

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Wirrsinn [26]

Schreiben ist manchmal, als hätte man drei G’Spritzte getrunken.

 

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Warum ich nicht weiß, was ich denke

Awards, ich gebe es zu, haben es mir nie wirklich angetan. Vermutlich weil ich sie eh immer außer Reichweite vermutete. Wesentlich mehr als ein Heft an der Brustliebsteraward

inspirieren mich auch jetzt noch die Fragen an sich. Und so hat mir Mme Contraire eine Freude gemacht. Vielen Dank – ich lerne andere dadurch gerne kennen und mich selbst damit.

Ich bitte um Nachsicht, dass ich mich über die restlichen Regeln ein weiteres Mal hinwegsetze. Wenn ich denn einmal Fragen habe, die sich dafür eignen, dann werde ich das alles, alles nachholen.

 

1) Madame duzt, Madame siezt, Madame ist verwirrt. Wie halten Sie es mit Duzen und Siezen, was bedingt die jeweilige Anrede und was steckt letztendlich Ihrer Meinung nach hinter all dem Formalismus?

Also ich komme aus einer Ecke, in der das Du ganz natürlich verwendet wird. Im heimischen Bereich sowieso – egal ob Arzt oder Bankdirektor. Dass das für den Pfarrer nicht gelten soll, kommt mir so eigenartig vor, dass ich jede personalisierte Anrede vermeide.

In beruflichen oder anderen größeren Kreisen passe ich mich an (muss dazu manchmal nachlesen oder abwarten, wie ich nochmal angesprochen werde). Allerdings ist ab drei Kontakten, die sich angenehm darstellten, jedes Sie für mich reine Impulsbeherrschung.

Einzig Käthe hat es bislang (und unerklärlicher Weise) geschafft, mich beim Sie zu halten. Doch ich wette, würde sie mir persönlich gegenüberstehen, ich wüsste gar nicht mehr, was Impulsbeherrschung ist und damit müsste sie dann leben.

Persönlich empfinde ich das Siezen dementsprechend mehr als Ausdruck von Distanz – die ja durchaus sein darf – und weniger von Respekt. Ich passe mich an und halte mich dabei an die Regel: Die ältere Person bietet das Du an, nicht umgekehrt.

2) Wenn Sie zurückschauen auf Ihren ersten Blogeintrag, sich Ihre ursprüngliche Intention vor Augen halten, weshalb Sie ein Blog gestartet haben: Haben sich Ihre Ziele im Laufe der Zeit verändert? Haben Sie erreicht, was Sie ursprünglich beabsichtigt haben mit Ihrer Blogidee?

Das ist ein lustiger Denkausflug. Tatsächlich wollte ich auch ein bisschen herausfinden, was in Marga Auwald steckt; vielleicht verborgene oder zurückgehaltende Seiten in den Vordergrund treten lassen. Irgendwie bin es aber doch nur ich geworden. Ohne das Gefühl, für meine Worte und Gedanken einen halberfundenen Namen zu benötigen.

3) Waren Sie schon einmal gedanklich soweit, Ihren Blog wieder zu schließen? Welche Tiefen sind Ihnen als Blogger schon begegnet?

Nein, an ein Schließen habe ich noch nie gedacht. Ich finde es allerdings befreiend, in der Nutzung verschiedene Intensitäten zu leben, ohne das Bedürfnis, mich großartig erklären zu müssen.

Tiefen? Nein, kommen mir keine in den Sinn. Manches Mal habe ich aber das Lesen von anderen Blogs beendet, wenn ich bemerkte, dass mir der Ton oder das Thema auf Dauer innerlich zu schaffen machten – auf eine Art und Weise, die ich nicht verarbeiten wollte.

3) Und welche Höhen haben Sie in Ihrem Bloggerleben bereits erlebt? Ein besonders denkwürdiges Blogereignis?

Als Höhen bezeichne ich, wie ich durch das Lesen anderer Blogs und durch Kommentare inspiriert werde und ich Veränderungen an meinem Denken und Schreiben bemerke. Experimentierfreude zum Beispiel. Oder Gedanken an andere Blogger:innen, die mich auch abseits vom PC zum Lächeln bringen.

Zu besonders denkwürdigen Blogereignissen würde ich jene zählen, wenn ich mich das erste Mal bei einer zuvor nur aus der Stille heraus bewunderten Person zu Wort meldete.

4) Wenn Sie anonym bloggen: Lassen Sie Menschen aus Ihrem realen Umfeld in den Genuss Ihres Blogs kommen? Warum nicht?

Manche wissen’s, manche nicht. Wenn mich der Gedanke an ein Bekanntwerden zu nervös macht, dann bleibt es geheim.

Nur weil eine einzige Person aus meinem Umfeld am Anfang las und das ausgesprochener Weise gerne tat, blieb ich überhaupt am Ball – davon bin ich überzeugt.

5) Haben Sie sich schon einmal gewünscht, einen Blogbeitrag nie veröffentlicht zu haben?

Nein. Allerdings ließ ich auf einzelne Beiträge recht rasch etwas anderes folgen, weil mich das Ganz-oben-Stehen unruhig machte. Aber wegnehmen gilt nicht!

6) Wie viele unveröffentlichte Beiträge liegen noch in Bearbeitung, wie viele davon werden es voraussichtlich zur Veröffentlichung schaffen?

Es gibt derzeit acht Entwürfe.

Einer wurde thematisch ähnlich anderweitig und spontan veröffentlicht.

Ein weiterer war eine Frage, die sich mir stellte, welche ich am Ende lieber einigen ausgewählten Personen direkt und weniger öffentlich gestellt habe.

Einen kann ich denken aber nicht schreiben.

Zwei sind gerade weit weg von aktuell.

Bei einem bin ich mir noch nicht sicher, ob er es zur Veröffentlichung schafft.

Zwei werden noch kommen. Mehr als einen pro Tag gibt es nicht und wenn es gerade „flutscht“, dann wird es ein Entwurf.

Somit – schwuppdiwupp – sind jetzt noch drei gespeichert. Man soll aufräumen, wenn es gerade leicht geht.

7) Inspiration, Technik, Ritual, Zeiteinteilung. Wie schreiben Sie?

Spontan. Wenn ich eine Idee oder ein Bedürfnis habe, dann suche ich die Möglichkeit, das zu schreiben/zeigen. Notfalls auf Papier vornotiert.

Frei von Zwängen aber mit Mut zum Tun/Ausprobieren.

8) Mögen Sie Kuchen?

Ja. Vielerlei! Guss weniger und nicht zuckerschocksüß, aber ansonsten bin ich eine dankbare Esserin – die sich auch vor zweiten Stücken nicht fürchtet.

9) Wie lautet die Frage, die Sie schon immer einmal gerne gestellt bekämen? Sie dürfen Ihre Antwort darauf natürlich gleich mitliefern, wenn Sie möchten.

Um ehrlich zu sein, vermute ich schon lange, dass mein Schreiben auch daher rührt, zu Wort kommen zu wollen. Dort gebe ich meinem Mitteilungsbedürfnis stärker nach.

In Gesprächen halte ich mich tendenziell eher kurz (subjektiv und situativ gesehen). Und das gerne. Wenn mir aber jemand zuhört, einfach nur zuhört, ohne auf etwas zu warten, dann gelange ich manchmal an Punkte, die ich auch davor nicht erahnt hatte. Dabei hängt wohl weniger von der Frage als vielmehr von dem Raum ab, der mir geschenkt wird. Funktioniert allerdings nicht auf Kommando…

Antworten, die mich von mir interessieren würden:

Was denkst du am Morgen als erstes?

Wo ziehst du bei Menschen Grenzen? Wo bei Tieren?

Wo in deinem Körper fühlst du dich am wohlsten?

Warum magst du nicht ausprobieren, was viele empfehlen?

Die Antworten dazu kenne ich erst, wenn ich mich aufs Antworten einlasse – und das tue ich jetzt nicht. Ich glaube, sie sind noch nicht reif oder nicht wirklich wichtig.

 

 

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Superheldin ohne Ziel

Leicht verwirrt, doch interessiert reicht Lila ein Stöckchen. Bild = Klickthrough

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Knutscherei

Ein wenig verzweifelt, doch grundsätzlich vertrauend, warte ich auf die Küsse. Mehrere, bitte. Aus verschiedenen Richtungen – gerne. Heute könnte es so weit sein. Es sollte, müsste – nein, damit kann ich nicht locken. Ein wenig Flehen und Beten fürs Gemüt. Dann hol ich eben Kaffee. So wie jeden Tag.

Und dann, ich merke den Unterschied sofort. Unterlagen vergessen, Fuß angestoßen, Finger eingeklemmt – etwas ist anders. Sie sind auf dem Weg. Die Küsse. Ganz bestimmt. Vor Freude platziere ich mich mit zu viel Schwung auf dem Hocker, knacksend geht der USB-Stick zu Bruch. Muss es wirklich so heftig kommen? Ja, ja, die Geister die ich rief.

Aber die Knutscherei, die ist spitze. In der Küche immer noch am besten. Ist diese Husterey normal? War wohl ein gar zu inniger Zungenkuss…

Nach einer Weile darf ich meine Musen um ein wenig Abstand bitten. Mit den gemachten Anfängen komme ich nun gut weiter. Sie reisten von so weit her, bleiben vorläufig in der Nähe.

Wunderbar!

 

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Zum Schreiben eingeladen

Diese Woche lasse ich mich von westendstorie und zolaski zum Schreiben verführen.

10 Worte und 15 Minuten – hier meine spontane Antwort darauf:


 

Also, ich erkläre dir, wie das mit den zehn Worten funktioniert. Hier, das ist die Liste.

Mittag

Radio

mysteriös

ausnahmsweise

Federkleid

Loch

Fingernagel

Katzenhaar

abrupt

Tiefschlag

Wie soll denn das gehen?

Na, du bastelst und schreibst: „Am Mittagstisch sitzen Mutter, Vater und Kind, schweigsam wird das Osso Bucco gegessen, während das Radio verkündet, dass Laurie Anderson in ihrem Zweitwohnsitz in Wien ums Leben gekommen ist. Mysteriöse Umstände seien noch aufzuklären.“

So einfach alles zusammenmixen?

Ja.

Und für dich selbst Oralfreuden auftischen?

Ich habe Hunger und musste gerade daran denken. Weiß ja keiner.

Und weiter? Wie bringst du ausnahmsweise unter?

In etwa so: „Im Gedenken an die großartige Künstlerin wird ausnahmsweise zum Nachtisch ein Glas Schaumwein von Rittberger genossen.“

Du meinst Schlumberger.

Was?

Die Sektsorte, die du meinst, nennt sich Schlumberger.

Ah. Auch gut. Für Recherchen habe ich bei fünfzehn Minuten keine Zeit.

Und das alles, nur um dich danach für dieses Gefasel bebauchpinseln zu lassen?

Es geht doch um Spaß, ums Ausprobieren. Es ist ein Spiel.

Na dann, noch viel Freude damit. Mir bleibt der Sinn verschlossen.

So ein Reinfall.

Was? Das Wetter?

Nicht Rheinfall! Es war ein Reinfall, dir das näher bringen zu wollen.

Stimmt. Ich hau dann mal ab.

Nimm den Hinterausgang. Ich hab den Schlüssel für die Haustüre verlegt.

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Vom Werden zum Werden oder das Paradox des Schreibens

Wenn du gehört werden willst –

schreibe nicht,

schreie laut.

 

Wenn du gesehen werden willst –

schreibe nicht,

sei deutlich du.

 

Wenn du verstanden werden willst –

schreibe nicht,

steh auf.

 

Wenn du geliebt werden willst –

schreibe nicht,

wisse, du bist es wert.

 

werden

werde

werd

wer

we

w

 

Wenn du sprechen willst –

schreibe nicht,

mach den Mund auf.

 

Wenn du verzeihen willst –

schreibe nicht,

weine darum.

 

Wenn du wachsen willst –

schreibe nicht,

wage Neues.

 

Wenn du Antworten willst –

schreibe nicht,

stelle Fragen.

 

Wenn du lernen willst –

schreibe nicht,

sei dein eigener Lehrer.

 

Wenn du lachen willst –

schreibe nicht,

fühl den Humor.

 

Wenn du trauern willst –

schreibe nicht,

setz dich in deine Gefühle.

 

Wenn du ausbrechen willst –

schreibe nicht,

sammle deine Kräfte.

 

Wenn du Unabhängigkeit willst –

schreibe nicht,

zieh bei dir selbst ein

 

Wenn du bleiben willst –

schreibe nicht,

stell ein Zelt auf.

 

Wenn du werden willst –

schreibe nicht,

mache weiter.

 

 

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Eingeordnet unter ein bisschen Philosophie

Mal hier, mal dort

Schreiben ist bei mir verbunden mit viel Zeit am Computer.

Nicht, dass ich Schreibheft, Zettelchen, Blöcke und allerhand Stifte nicht auch benutzen würde. Irgendwann kommt allerdings jener Part, der aus Schnipsel Texte macht.

Jeder Schritt hat seinen Reiz.

(Korrektur)Lesen tu ich gern im Freien, dann genieße ich die Unabhängigkeit vom Stromnetz.

 

einer meiner "Arbeitsplätze"

einer meiner „Arbeitsplätze“

 

Es gibt so viele schöne Plätze und es ist ein Geschenk, das eine mit dem anderen verbinden zu können.

 

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Eingeordnet unter just Life

keep calm and write on

keep calm and write on

Die Jugendinfostelle aha in Dornbirn lädt Jugendliche zu ihrem Werkstatt-Tagen ein.

Dieses Bild zur Schreib-Werkstatt passt einfach gut zu einem Blog – ich habe es mir ausgeliehen.

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März, 2014 · pm