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Lasciate ogni speranza!

(Lasst alle Hoffnung fahren! – Zitat aus Dante Alighieris Die göttliche Komödie)

 

Janice Jakait – die Frau, die über den Atlantik gerudert ist – hat mich zu diesem Thema gebracht. Sie macht den Vorschlag, nicht in der Hoffnung zu leben. Ja, ich weiß. Anfangs fragte ich mich auch, was daran falsch sein soll.

Stattdessen wähle man das Vertrauen. Es befriedet die Zukunft.

Je mehr ich es in meine Tage einfließen lasse, umso mehr staune ich über diese Wahrheit, die so einfach ist.

Übrigens: Vergebung befriedet die Vergangenheit. Frieden ist möglich!

 

 

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Nachhallende Stille

Zwei, drei Sätze hatte sie am Telefon gesagt und dann auf seine Entgegnung gewartet.

Doch es blieb ruhig.

Das konnte vielerlei bedeuten.

Zum Beispiel, dass er mit den Gedanken ganz woanders war und mit diesen Sekunden an Verspätung erst registrierte, dass sie fertiggesprochen hatte.

Oder dass er möglichst leise das Chili umrührte, damit sie davon nichts mitbekam.

Oder er kniete gerade – ein Stoßgebet des Dankes nach oben schickend – auf dem Boden vor der Toilette, weil er, die Hand schon auf der Spülung, noch daran gedacht hatte, dass dies am anderen Ende der Leitung zu hören gewesen wäre.

Oder er war eingeschlafen, denn manchmal reichten auch zwei, drei Sätze schon, um einen wachkomaähnlichen Zustand hervorzurufen.

All diese Varianten kamen ihr erst im Nachhinein in den Sinn.

Der Empfänger bestimmt die Nachricht, sagte sie sich und blieb bei der ersten überraschenden Erkenntnis, die sich bei ihr eingestellt hatte: Er hört mir wirklich zu.

Mehr noch. Dadurch, dass er nicht sofort in ihre Pause hineingeredet hatte, zeigte sich ihr, dass er auch dann noch zuhören würde, wenn sie mal Atem schöpfte und einen Gedanken sortierte, bevor vielleicht noch weitere zwei, drei Sätze folgten.

Der Überraschung folgte eine leise Panik.

Hatte sie überhaupt etwas zu sagen?

 

 

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As ischt Zitt

Bedeutungsvolles erreicht mich mit Verzögerung.

 

Lässt innehalten.

Lesen.

Innehalten.

Hören.

Innehalten.

Nachspüren.

 

Ein Mensch, der über Generationen hinweg berührt.

Der über alle Zeit hinweg berührt.

 

Heute fehle die Stille, sagte er.

Seine Weiterreise macht mich still.

 

Kaspar Troy.

 

Ein Stiller der besonderen Art.

Einer, der dadurch ganz viel Wort, Ton und Herz in die Welt brachte.

 

Dio Leador, dia er g’sungo

sand no ned vorklungo

 

 

Blick auf Vetter Kaspar

 

 

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