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Penelope

Penelope und ich laufen uns über den Weg. Das ist schön und dumm zugleich. Dumm nämlich, weil ich so schon zu Beginn meiner Weltreise die eigenen Regeln breche.

Gleichzeitig habe ich in den letzten Jahren eines gelernt: Dass ich wählen kann. Dass ich mir aussuchen kann, die eigenen Regeln zu ignorieren. Vielleicht ist Regel Nummer acht, dass Regeln nicht in Stein gemeißelt sind. Das geflügelte Wort dazu lautet: Ich bin ein Mädchen, ich darf meine Meinung ändern.

Wobei ich sage, es kann genauso gut heißen: Ich bin ein Junge, ich darf meine Meinung ändern. Wie heißt es doch? Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Das ist eine andere Art desselben. Für alle.

Kurz: Wahl haben, Meinung ändern, Penelope.

Ich habe Verständnis dafür, dass es graue Mäuse gibt. Ich weiß, was dazu führen kann, dass man sich manchmal einfach zurückziehen muss – auf die eine oder andere Weise. Und als eine solche habe ich Penelope damals kennengelernt.

Man darf über mich wissen: Manchmal lache ich zu den unmöglichsten Zeiten. Wenn mir jemand von seinen täglichen Kämpfen erzählt, ist mir mitunter nur noch zum Lachen, obwohl vordergründig nichts Humoriges an der Situation haftet. Aber wie aus Penelope, der Königin der grauen Pelznager, jemand wird, der plötzlich in einem Mordfall steckt, da habe ich mich wahrlich auf dem Boden gekugelt. Diese Story war eine Ausnahme von meinen Regeln wert.

 

Solange es Schmetterlinge gibt – Hanni Münzer

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P.S.

Katja und ich teilen übrigens die Erkenntnis, dass schreiben wie lesen eine Ablenkung und Flucht darstellen kann.

Der Weg des Yoga empfiehlt wohl deshalb, sämtliche Konzentration auf Geschichten (egal welches Medium Mittel zu diesem Zweck ist – Tratsch, Buch, Blog, TV…) zu unterlassen. Man ist jeweils einfach nicht im Jetzt.

So gesehen wird eine Selbstreflexion gerade in Bezug auf das dem allem vorangestellten Zitat von Jason Mraz nicht unterlassen.

 

 

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Katja

Europa, Deutschland

Wir treffen uns in einem Café. Es ist selten, dass Katja und ich uns sehen. Gerne würde ich die geflügelten Worte nutzen, dass es trotzdem immer so ist, als wäre keine Zeit vergangen. Nur: Es ist nicht wahr. Tatsächlich brauchen wir eine gewisse Zeit, bis wir uns auf einander eingestimmt haben. Katja trinkt Cola mit Eiswürfeln, ich wärme meine Hände an einem Kaffee Latte. Während ich etwas ruhiger bin, meinen Alltag aber nach dem Tempo zweier Kinder richte, die mitunter um sechs Uhr morgens ihren Schalter auf ON stellen, ackert sie ihre Nächte durch und weiß genau, was sie von den Menschen und Dingen hält. Wir unterhalten uns über „intakte Familiensysteme“ – was man darunter verstehen sollte. Was man darunter verstehen könnte. Was, wenn sich da jemand rausschreibt, der dem eigenen empfinden nach dazugehört? Was, wenn sich jemand reindrängt, obwohl keine Stimmen zu vergeben waren? Wir kommen von einem Thema zum anderen und von einem Getränk zum anderen. Die Geschichte von ihrem letzten Vollrausch amüsiert mich – so anders als meine Welt. Gag reel, sag ich nur. Mittlerweile ist auch mir warm geworden und ich trinke einen alkoholfreien Caipirinha. Der schmeckt so gut und so ähnlich, dass ich mich fast beduselt meine. Placebo angetrunken. Katja nennt mich bemitleidenswert, was mich in meinem Rausch nicht stört.
Ich baue Zelte im Garten auf und nicht im Wohnzimmer. Doch bei ihr hat viel Platz. Ritalingesteuerte Erwachsene, Transvestiten, bunt zusammengewürfelte Familienstrukturen, Klischees und fantastische Wendungen. Da fühle ich mich angenommen, auch wenn ich mit Milchflecken auf dem Shirt vor ihr sitze.

 

Bis zum Himmel und zurück – Catharina Junk

 

 

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Grundsätze meiner Weltreise

  1. Jeder dieser Erdteile wird besucht: Arktis, Europa, Asien, Australien, Afrika, Nordamerika, Mittelamerika, Südamerika, Antarktis
  2. Jedes Land wird nur einmal besucht.
  3. Geld spielt keine Rolle bzw. eine sehr marginale.
  4. Ich habe Zeit.
  5. Was ich an Sprachschulungen habe, wird mindestens 1x eingesetzt. *
  6. Es darf ruhig und abenteuerlich, lehrreich und zum Genießen sein.
  7. „Postkartengrüße“ blogwärts

7 ist eine gute Zahl, darum reicht es hier. Mehr Anhaltspunkte, damit ich nicht zum Trudeln komme, brauche ich nicht.

 

* mit Ausnahme der Gebärdensprache

 

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Stationen (m)einer Weltreise

Vulkane spielen in meinem derzeitigen Alltag eine bedeutende Rolle. Viel gibt es zu erfahren und erzählen (z. B. die Geschichte der Fliege). Zudem habe ich mittlerweile einen herrlichen Blick auf einen Berg in schönster Vulkan-Form und je nach Wetterlage werden uns von den Wolken Ausbruchszenarien vorgespielt.

Vulkane also.

Der Popocatepétl ist kürzlich ausgebrochen. Der Arsenal gefiele mir. Da bräuchte ich noch Recherche (will ich so viel auf mich nehmen oder lieber eine leichte Route, die sich einfach so ergibt wählen?) oder Tipps (herzlich willkommen, sobald die spezifische Art meiner Weltreise klar ist >> es gilt fürderhin: to be continued!).

 

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Jenseits der Flucht

Oder: Ich plane eine Weltreise

Jason Mraz singt:

You don’t need a vacation

when there’s nothing to escape from.

Diese Zeilen berühren mich. So arbeiten, sein und tun, dass man nicht mit heraushängender Zunge und blutunterlaufenen Augen beim Urlaub ankommt, der erstens (weit) weg stattfinden muss und zweitens immer zu kurz ist.

Anders gesagt: Leben und lieben da, wo ich gerade bin.*

Gleichzeitig ist es sehr gut möglich, auf Entdeckungsreise zu gehen. Die obigen Zeilen sprechen nicht dagegen; vielmehr noch dafür. Wer auf den Rhythmus seines Herzens lauscht, kann alles. Nur flüchten wird überflüssig. **

to be continued

 

* Stammform dieses Verbs lautet SEIN

** überflüssig…flüssig…FLOW

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